Kommentar

Hochschule als Ankermieterin auf der Luzerner Rösslimatt ist ein Glücksfall für alle

Aus dem ursprünglich geplanten Mega-Bürogebäude beim Bahnhof wird ein Bildungsstandort. Davon profitieren die Schule selber, die SBB als Landbesitzerin und letztlich das ganze Quartier.

Roman Hodel
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Roman Hodel.

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(Bild: Dominik Wunderli)

Die SBB haben einen Ankermieter für die erste Etappe ihres künftigen Stadtquartiers auf der Luzerner Rösslimatt gefunden. Endlich, muss man sagen. Lange Zeit hatten sie erfolglos danach gesucht. Dass die Hochschule Luzern einen Grossteil der Flächen ab 2025 übernimmt, ist ein Glücksfall. Denn sie stärkt damit nicht nur den Bildungsstandort Bahnhof, wie dies vom Kanton gewünscht ist. Sie kann auch bei zwei Departementen die Anzahl Standorte reduzieren, Doppelspurigkeiten vermeiden und erst noch weiterwachsen. Ein Wermutstropfen ist höchstens, dass die durch die Synergien ermöglichten Einsparungen gleich wieder für die höhere Miete draufgehen.

Ein Glücksfall ist die Hochschule aber auch für das Areal selber. Tausende von Studierenden und Hunderte Angestellte sorgen für Betrieb, werden die Cafés und Läden frequentieren. Und: Es hat immer noch genügend Platz für den Zuzug von Firmen. Dieses Modell praktiziert die SBB bereits erfolgreich bei der grossen Schwester der Rösslimatt, der Zürcher Europaallee. Auch dort markierte eine Hochschule – die pädagogische – den Anfang der Entwicklung.

Allerdings – und hier liegt dann eben der Unterschied – hat Zürich als Wirtschaftsmetropole auch Bedarf an grossen Büroflächen für Firmen wie Google. Das scheint in Luzern weniger der Fall zu sein. Kleinere Firmen wiederum können nicht fünf Jahre auf die Fertigstellung eines Bürogebäudes warten. So gesehen müssen die SBB beim Raumprogramm der Baufelder B und C mit Schwerpunkt Büro wohl nochmals über die Bücher.

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