HOCHSCHULE LUZERN – TECHNIK & ARCHITEKTUR: Das Tempo kommt aus der Batterie

Ein neues Rennauto wird mit Benzin und Strom betrieben. Das Pionier-Projekt funktioniert mit Elektronik zweier Horwer Studenten.

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Ivo Gärtner (links) und Rinaldo Arnold bei der Arbeit in der Werkstatt der Hochschule Luzern in Horw. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Ivo Gärtner (links) und Rinaldo Arnold bei der Arbeit in der Werkstatt der Hochschule Luzern in Horw. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Echte Formel-1-Fans sind Ivo Gärtner und Rinaldo Arnold nicht. «Ich verfolge die Rennen nur, wenn das Wetter schlecht ist», sagt Gärtner lachend. Dennoch haben der 25-jährige Horwer und der 24-jährige Briger einen Rennwagen gebaut, der im Oktober gegen andere Boliden auf der Fiat-Teststrecke im italienischen Orbassano nahe Turin antreten wird (siehe Bild unten). Ihr Interesse an Autos unterscheidet sich von dem vieler Gleichaltriger. «Jeder mag schnelle Autos, ich interessiere mich dafür, was im Innern passiert», sagt Gärtner. Er sitzt zusammen mit Arnold im Foyer der Hochschule Luzern – Technik & Architektur.

Zu Beginn sah alles «recht aussichtslos» aus
Im Rahmen des Studiums entstand auch das besagte Rennauto, das sich durch eine Besonderheit auszeichnet: Im Gegensatz zu den Schlitten in der Königsklasse des Autorennsports liefert nicht nur ein Benzin-, sondern auch ein Elektromotor den nötigen Schub. Und das Turiner Rennen ist kein normaler Rundkurs, Arnold und Gärtners Gefährt startet in einem der ersten Hybridrennen der Formula Student, einer internationalen Studenten-Rennserie.

Dabei hatte vor einem Jahr «alles recht aussichtslos ausgesehen», sagt Arnold. Im Rahmen eines Industriepraktikums arbeiteten die beiden Horwer Studenten im Team von HSLU-Professor David Dyntar mit. Das Ziel: Ein Hybridauto bauen. Doch es fehlte die Arbeitskraft, um ein grundlegend neues Fahrzeug zu entwickeln. Also nahmen die Studenten den ETH-Rennwagen Albula aus dem Vorjahr und bauten den Benziner zum Hybridfahrzeug um. «Wir haben im hybriden Rennsport gewissermassen Pionierarbeit geleistet», sagt Arnold.

Der «echte» Rennwagen ist ein grosser Ansporn
Insgesamt haben die beiden Studenten im letzten Jahr rund 1600 Stunden in das Projekt investiert, deutlich mehr als für das Industriepraktikum und die Abschlussarbeit notwendig gewesen wäre. Doch der Aufwand habe sich gelohnt. «Wir wollten nicht einfach Papier produzieren. Hier fährt am Schluss ein Rennwagen, das ist schon ein grosser Ansporn», sagt Gärtner.

Der konstruierte Rennwagen kann am (morgigen) Donnerstag im Rahmen des Tages der offenen Tür in Horw besichtigt werden.

Simon Schärer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.