HOCHSCHULE LUZERN – TECHNIK UND ARCHITEKTUR: 35'441 Stunden Arbeit für ein Glas Wasser

Technik-Studenten präsentierten am Montag ihre Semesterarbeiten. Es ging darum, einen Roboter zu bauen, der Wasser abfüllen kann.

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Student Bruno Juchli bei der Präsentation seines Roboters. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Student Bruno Juchli bei der Präsentation seines Roboters. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

«Watersucker» surrt, hebt seinen Arm und beginnt zu saugen. Genau 1,4 Deziliter müssen es sein. Er macht eine zielstrebige Drehung und füllt das Wasser in ein Glas – es sind nur 1,36 Deziliter, doch das liegt noch klar im Toleranzbereich. «Ein sensationelles Resultat», meint gar Professor und Experte Alexander Klapproth.

Wo steht denn das Wasserglas?
Für die Schlussarbeit eines Ausbildungsmoduls an der Hochschule Luzern – Technik und Architektur war die Aufgabe klar definiert: Ein Roboter soll eine bestimmte Menge Flüssigkeit aus einer Flasche absaugen und anschliessend in ein Glas füllen. Dies alles soll möglichst schnell geschehen. Gestern haben die 130 Studenten in 20 Teams die Arbeiten präsentiert.

Um die abgesaugte Wassermenge zu bestimmen, haben Bruno Juchli und sein Team die ganzen Versuchsgegenstände auf eine Waage gestellt, welche ans Computersystem angeschlossen wurde. «Der Knackpunkt war aber die Objekterkennung», sagt Informatikstudent Bruno Juchli. Denn der Roboter musste jeweils zuerst erkennen, wo sich Glas und Flasche überhaupt befinden. Man wählte die Erkennung mittels Fotografie.

An Ausstellungen – oder in den Keller
Bei der Entwicklung ihrer Roboter konnten die Studenten eine ganze Menge lernen. Nicht nur, weil Informatiker mit Maschinentechnikern und diese wiederum mit Elektrotechnikern zusammenarbeiten mussten. Sondern auch, weil sie damit während zwei Semestern ganze 35 441 Stunden beschäftigt waren, wie der Modul-Verantwortliche Fritz Rothenbühler hochgerechnet hat. «Geht man von einem Stundenlohn von 135 Franken aus, hättet ihr nun für 4,8 Millionen Franken gearbeitet», rief er seinen Studenten gestern in Erinnerung.

Doch was geschieht nun mit den Robotermodellen? Die drei besten Modelle – sie wurden von den Studenten selber per Abstimmung ausgewählt – werden nun an diversen Ausstellungen der Hochschule gezeigt. «Der Rest wird wahrscheinlich irgendwo im Keller verstaut», vermutet Bruno Juchli.

Robert Knobel

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.