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Hochschule Luzern plant virtuelles Lernspiel für Imker

Ein interdisziplinäres Forschungsteam prüft derzeit die Entwicklung eines Trainingstools für die Imkerausbildung. Um Imker besser weiterzubilden und für die Herausforderungen zu rüsten, soll auch Virtual Reality zum Einsatz kommen.
Roseline Troxler
Für die Imkerei ist viel Wissen nötig, deshalb soll nun die Ausbildung verbessert werden. (Symbolbild: Urs Bucher)

Für die Imkerei ist viel Wissen nötig, deshalb soll nun die Ausbildung verbessert werden. (Symbolbild: Urs Bucher)

Die Bedeutung der Bienen für die Bestäubung von Nutzpflanzen ist immens. Die fleissigen Tiere begeistern denn auch viele Menschen, was sich nicht zuletzt im grossen Interesse an der Imkerei zeigt. Ursina Kellerhals bestätigt dies. Sie ist leidenschaftliche Imkerin, kümmert sich um 14 Bienenvölker und arbeitet hauptberuflich an der Hochschule Luzern am Institut für Kommunikation und Marketing.

Gemeinsam mit einem interdisziplinären Team will sie nun bei der Aus- und Weiterbildung der Imker Fortschritte erzielen. Dafür soll ein Trainingstool für Imker entwickelt werden. «Die Imkerei ist ein sehr intensives Hobby, das von den Imkern viel Wissen fordert.» Letzteres ist für Absolventen des Grundkurses nicht selten ein Problem. Nach Kursende scheinen sich viele Jungimker überfordert zu fühlen– zumal die Bienen heute mit vielen Herausforderungen konfrontiert sind. Bei der Aus- und Weiterbildung sieht Ursina Kellerhals noch Potenzial für gesündere Bienenvölker und mehr Imker, die ihrem Hobby treu bleiben.

«Obwohl in der Schweiz in Sachen Ausbildung über die letzten Jahre sehr viel gemacht worden ist, sehen wir weiterhin einen zusätzlichen Bedarf an Vertiefung praktischer Ausbildung und Erweiterung des individuellen Erfahrungsschatzes.»

Forscher sind nun daran, Gelder zu akquirieren

Die Idee wurde laut Kellerhals von Rolf Andres, einem Absolventen der Hochschule Luzern (HSLU), an Forscher vom CreaLab herangetragen. Dabei handelt es sich um das interdisziplinäre Netzwerk der HSLU. Bei der Idee ging es um eine Kombination von Imkerausbildung und Besuchererlebnis für interessierte Laien in einem Bienenzentrum. Gemeinsam wurde eine Vorstudie durchgeführt, um das Potenzial abzuklären. Das Resultat: Es wäre vorhanden. Eine weitere zentrale Erkenntnis war, dass der Einsatz von modernen Technologien wichtig sein würde. In einem ersten Schritt konzentriert sich das Team nun auf die Ausbildung. Die Idee eines Bienenzentrums wird allenfalls später weiterverfolgt. «Wir sind nun daran, Gelder zu akquirieren, um das Trainingstool zu entwickeln», sagt Kellerhals. Das Forschungsteam will Virtual Reality (VR) einsetzen. Co-Projektleiter ist Richard Wetzel, der an der Hochschule Luzern am Departement Informatik als VR- und Gaming-Spezialist tätig ist.

«Ausbildung soll Spass machen», sagt Kellerhals zum Lernspiel. Sie sieht den Nutzen von VR im Übergang von Lehrbuch und Praxis. «In einem VR-Spiel kann ich meinen Erfahrungsschatz anreichern, etwa mit Fällen seltener Bienenkrankheiten, die ich erkennen muss.» Viele Imker würden Krankheiten bei ihren Völkern nicht melden. «Vermutlich entdecken viele diese gar nicht erst.» Wetzel ergänzt: «Virtuelle Realität ermöglicht es, wirklich in eine Umgebung einzutauchen. Das ist gerade für die Imkerei eine spannende Möglichkeit, da es sich um eine körperbetonte Tätigkeit handelt, bei der man trotzdem sehr rasch und ruhig arbeiten muss. Diese Aktivitäten kann man recht realitätsnah abbilden.» Bienen sind sehr sensibel. Echte Völker können daher in der Ausbildung nur beschränkt verwendet werden.

Bienen Schweiz sieht Bedürfnis

Kellerhals hat auch den Imkerverband Bienen Schweiz mit ins Boot geholt. Gemeinsam soll ein einfaches Szenario identifiziert werden, um einen Prototypen zu erstellen. Mathias Götti Limacher, Zentralpräsident von Bienen Schweiz, sagt: «Wir haben grosses Interesse am Projekt.» Er sehe ein Bedürfnis für den Einsatz virtueller Realität. «Die Bienenhaltung ist anspruchsvoller geworden. Dies liegt an der Varroamilbe, einem eingeschleppten Parasiten, dem Rückgang des Blütenangebots und dem Einsatz von Pestiziden.» Wer Honigbienen halten möchte, müsse über Fachwissen verfügen. «Eine fundierte Aus- und Weiterbildung ist zentral.» Es werde bereits sehr viel Wert auf die praktische Arbeit gelegt. Gewisse Szenarien könnten aber nicht gezielt behandelt werden. «Mit VR können Kursteilnehmer in besondere Situationen geführt werden. Da gibt es durchaus Parallelen zur Medizin, wo VR bereits heute zur Anwendung kommt.» Anders in der Imkerei, wie Wetzel sagt:

«Im Bereich der Wissensvermittlung gibt es keine vergleichbaren Projekte."

Geht es nach dem Forschungsteam kann im nächsten Jahr mit der Umsetzung des Spiels gestartet werden.

Hinweis: Mehr Infos zum CreaLab gibt es unter: blog.hslu.ch/crealab.

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