HOCHSCHULE LUZERN: Sie suchen eine Stelle? Machen Sie aus sich eine «Marke»!

Diego Beck (22) hat untersucht, wie Stellenbewerber im digitalen Zeitalter ein eigenes Profil entwickeln können. Eine wichtige Erkenntnis lautet: Zu seinen Schwächen stehen.

Sandra Ziegler
Drucken
Teilen
Durch seine Abschlussarbeit hat sich Diego Beck zum Fachmann gemacht in Sachen Selbstvermarktung. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Durch seine Abschlussarbeit hat sich Diego Beck zum Fachmann gemacht in Sachen Selbstvermarktung. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Der 22-jährige Diego Beck ist mit Internet und mobiler Kommunikation aufgewachsen. An der Hochschule Luzern – Design & Kunst absolvierte er den in Englisch gehaltenen Studiengang Design Management. «Mir wurde schnell bewusst, dass das keine klare Berufsbezeichnung ist, ein Design Manager ist weder Fisch noch Vogel», resümiert er. Eine Praktikumsstelle zu finden, war nicht einfach. Und selbst Dozenten seien sich nicht einig, was genau unter Design Management zu verstehen ist.

Doch ausgerechnet diese Unsicherheit machte Beck zum Thema seiner Abschlussarbeit. Die zentrale Frage darin lautet: Wie kann man sich als Stellenbewerber ein individuelles Profil geben, mit dem man sich von anderen abhebt? «Personal branding in the digital age» lautet der Titel der Arbeit. Sie zeigt stellensuchenden Hochschulabsolventen, wie sie ihre Persönlichkeit als Marke definieren und diese gezielt im digitalen Zeitalter einsetzen können. Beck: «Es ist unerlässlich, dass der Auftritt authentisch ist. Der Mensch muss sowohl physisch wie auch digital erkennbar sein, das Personal Branding muss stimmen.»

«Purer Egoismus und Narzissmus»

Seine Arbeit habe aber auch Kritik eingebracht. So konnten zwei holländische Gastdozenten dem Personal Branding gar nichts Positives abgewinnen. «Sie sagten mir, das sei purer Egoismus und Narzissmus.» Diego Beck wehrt sich: «Es geht nicht ums Bluffen, sondern darum, sich als Person klar zu definieren und den eigenen Mehrwert potenziellen Arbeitgebern aufzuzeigen.» Um Selbstüberschätzung zu vermeiden, seien aber vorgängige Feedbacks von Aussenstehenden unvermeidlich.

Seine Stärken und Schwächen zu formulieren, sei der erste und wohl arbeitsintensivste Schritt für die Entwicklung des Personal Brands. Dann braucht es ein Mentor, einen Coach oder Bekannte, die einen nochmals ehrlich beurteilen. «Es ist nicht immer einfach, solche Feedbacks zu bekommen, manchmal muss man sie auch erzwingen.» Wer es aber schafft, sei sich seiner Charaktereigenschaften besser bewusst. Diego Beck ist übrigens überzeugt, dass es sich grundsätzlich für jeden Stellensuchenden, unabhängig von Job und Alter, lohnt, eine eigene «Marke» zu entwickeln.

Plattform will gut gewählt sein

Dafür sei aber eine digitale Affinität unerlässlich. Denn jedes soziale Netzwerk, sei es Pinterest, Soundcloud, Xing oder Linkedin, hat seine eigenen Charaktereigenschaften. Das gewählte Netzwerk muss zur Person passen. Beck empfiehlt unter anderem Hootsuite: Dieses Tool helfe, sein digitales Netzwerk zu organisieren, alle Kanäle könnten verwaltet, verknüpft und mit einem Klick auf den aktuellsten Stand gebracht werden.

Bleiben also alle diejenigen auf der Strecke, die keine Digital Natives sind? Beck: «Es ist bestimmt schwieriger, denn der Arbeitsmarkt ist stark digitalisiert.» Allein für das Praktikum habe er an die 43 Bewerbungen gestartet. Dabei war die Anwendung von digitalen Medien eine grosse Hilfe. Weil aber jeder Zugang hat, sei die Konkurrenz dementsprechend gross. Und da Headhunters und HR-Manager maximal 30 Sekunden zum Rausfiltern aufwenden, sei die klar definierte Persönlichkeit doppelt wichtig. Beck ist sich durchaus bewusst, dass das Personal Branding keine 100-Prozent-Chance bietet. Nebst Talent und Know how seien Vitamin B bei der Stellensuche nicht zu unterschätzen.

«Zufrieden mit Leben und Arbeit»

«Interessiert mich etwas, dann kenne ich keine Grenzen, arbeite ich gerne», beschreibt Beck seine Motivation. Am 1. September startet er seine Beratertätigkeit in einer Zürcher Branding Agentur. Und was bedeutet ihm Karriere? Da muss Beck nicht lange überlegen: «Sicher nicht Geld, ich will morgens aufstehen, mich auf meine Arbeit freuen und genügend Kompetenz besitzen, um den Job gut zu machen. Ich will einfach zufrieden sein mit Leben und Arbeit.»

Hinweis

www.diegobeck.com

Hochschule Luzern: Die Absolventen in Design & Kunst

BACHELOR
Kunst & Vermittlung

Edith Aregger, Genève; Valentin Beck, Wettingen; Nicole Buchmann, Alpnach Dorf; Selina Buess, St. Gallen; Stefanie Bühler, Albis; Luigina Dapit, Buchrain; Pascale Eiberle, Maur; Vera Gerster, Barbengo; Lucia Gogniat, Bürglen; Johanna Gschwend, Altstätten; Cornelia Hediger, Wetzikon; Vanja Hutter, St. Gallen; Esther Kissling, Luzern; Lukas Kreuzer, Köniz; Sabrina Labis, Bachenbülach; Fabienne Lussmann, Appenzell; Srimauli Manurung, Bönigen; Tirza Matter, Gisikon; Fabienne Merki, Grabs; Luca Pitsch, Bern; Lisa Maria Pohl, Hettlingen; Adrian Rast, St. Gallen; Tyrone Richards, Rheinfelden; Roman Sonderegger, Basel; Franco-Domenico Sosio-Habegger, Gümligen; Anna Spirig, Schlieren; Mirjam Steffen, Frick; Maja Truffer, Luzern; César von Arx, Emmenbrücke; Maura Wittmer, Adligenswil; Leila Zimmermann, Bern; Madleina Zweidler, Zell

Produkt- und Industriedesign
Stephanie Jessica Althaus, Zollikofen; Nina Ballif, Twann; Lorena Ballmer, Zürich; Diego Beck, Luzern; Tina Condoleo, Rümlang; Dina Nadinka Dändliker, Bubikon; Ernest Deane, Ringgenberg; Johannes Diboky, Küsnacht; Rahel Fankhauser, Wintersingen; Michelle Gaegauf, Cham; Xénia Geller, Renan; Amelia-Kate Herzog, Münchenstein; Sylvia Jenny, Staufen; Michèle Muhl, Thayngen; Monica Ray Scott, Laufen; Séverine Steiner, Freienbach; Ann-Kathrin Brunner, Herisau; Ursula Fankhauser, Wolhusen; Annina Frey, Zürich; Mirjam Huwiler, Wohlen; Nicole Küttel, Küssnacht (SZ); Moana Lehmann, Bern; Melanie Macias, Füllinsdorf; Antonia Nandori, Österreich; Nitya UnJu Park, Zürich; Michèle Schmidhauser, Hohentannen; Cornelia Stahl, Meiringen; Hanna Stampfli, Bern; Johanna Widmer, Bourguillon; Emanuela Zambon, Zürich; Eva Regina Zuberbühler, Rehetobel; André Habermacher, Luzern; Patrick Heusser, Davos Platz; Marcel Krummenacher, Zürich; Anna Schmidt, Disentis/Mustér; Zoe Vaistij, Basel; Stephan Wespi, Aarau; David Widmer, Basel Cornelia Gassler, Gebenstorf; Marcel Isenschmid, Sempach; Sarah Müller, Engelburg; Bouphasavanh Phetxomphou, Olten; Lars Rutzer, Flums

Film
Dominique Birrer, Tecknau; Matthias Cuciniello, Dällikon; Michael Flückiger, Steffisburg; Naomi Homenu, Steffisburg; Justine Klaiber, Engelburg; Michael Lanz, Obergösgen; Joana Locher, Brienz; Antonia Sonja Matter, Wolfenschiessen; Benjamin Morard, Lungern; Jenay Laetitia Vogel, Deutschland; Mirella Brunold, Peist; Nina Calderone, Staufen; Alan Canepa, Le Mouret; Aleris Graf, Kriens; Daniel Harisberger, Bethlehem; Nico Kast, Altenrhein; Mhill Krasniqi, Zuzwil; Vera Steinbeck, Neftenbach; Mario Wyler, St. Gallen; Myrien Barth, Obersiggenthal; Eliane Bertschi, Aarau; Elias Gamma, Suhr; Lukas Gut, Schlattingen; Mario Hari, Kandersteg; Roman Hodel, Meggen; Alain Kalbermatten, Brig-Glis; Lena Mäder, Luzern; Fabian Steiner, Aarau; Steven Vit, Goldiwil; Salome Wüllner, Wilchingen; Cyril Ziffermayer, Gränichen

Visuelle Kommunikation
Tiziana Artemisio, Eggenwil; Dorothee Dähler, Weinfelden; Adrian Gander, Buochs; Raphaela Häfliger, Richterswil; Milana Herendi, Wettingen; Tobias Matter, Zürich; Kim Migliore, Kreuzlingen; Eva-Maria Odermatt, Dallenwil; Fabienne Schmidli, Villmergen; Marco Spieser, Flims; Renate Zeller, Heimenschwand; Pascale Zindel, Schindellegi; Ruth Cortinas, Rickenbach; Robin Hanhart, Matzingen; Pascale Küng, Näfels; Deborah Lätsch, Hettlingen; Cora Meyer, Flüh; Julia Wäckerlin, Wangen bei Dübendorf; Lea Wäckerlin, Schaffhausen; Conradin Wahl, Horgen; Martina Walther, Konolfingen; Michel Ziegler, Zürich; Matthias Bieri, Altdorf; Ramon Brun, Steinach; Larissa Ebersold, Thalwil; Eduard Ettlin, Stans; Jonas Häfeli, Basel; Caspar Klein, St. Gallen; Carmen Lebeda, Frauenfeld; Cécile Schneider, Schindellegi; Katja Stähli, Biberist; Marco Tancredi, Zürich.

MASTER
Design
Zeynep Agac?koglu, Türkei; Izzettin Fazil Akin, Türkei; Jana Bär, Deutschland; Salomé Bäumlin, Bern; Lucas Guidetti Perez, Morges; Marc Haldemann, Aarau; Irene Hilber, Unterägeri; Andreas Hummel, Deutschland; Alica Jörg, Deutschland; Tamara Koch, Remetschwil; Rafael Koller, Wil; Friederike Lenz, Deutschland; Claudia Meile, Mosnang; Nina Mischler, Oberdorf; Camille Müller, Yverdon-les-Bains; Carlo Romano Picaso, Liestal; Janice Sidler, Rapperswil-Jona; Leo Silvan Sommer, Deutschland; Antonia Weber, Bern; Heinz Wunderli-Errico, Stabio; Jonathan Wüst, Reinach; Silvan Zurbriggen, Münchenbuchsee; Martina Zünd Gygax, Zürich

Fine Arts
Andrée Ammon, Zürich; Yvon Baumann, Zürich; Laura Bider, Nesselnbach; Eveline Blum, Buchrain; Olga Campassi, Schlossrued; Linda Dürrenberger, Dietlikon; Lena Eriksson, Visp; Martina Graf, Zürich; Susanne Henning, St. Gallen; Helena Hernández Tapia, Mexiko; Fabian Hipp, Steckborn; Sekha Ken, Hinwil; Natalie Madani, Zürich; Isabelle Marrel, Baar; Corina Schaltegger, Grabs; Sabina Speich, Winterthur; Adrian Wolken, Küblis; Marina Woodtli, Domat/Ems; Prisca Wüst, Unterseen.