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HOCHSCHULE LUZERN: Studie zeigt Weg zu weniger Stau auf Strasse und Schiene

Wie können verstopfte Strassen und überfüllte öffentliche Verkehrsmittel um bis zu 20 Prozent entlastet werden? Durch E-learning an Schulen, Home Office, flexible Arbeitszeiten und zeitlich differenzierte Verkehrstarife (Mobility Pricing), lautet die Antwort einer Studie.
Ein Unfall führte zu langem Stau. (Symbolbild Neue LZ)

Ein Unfall führte zu langem Stau. (Symbolbild Neue LZ)

In städtischen Räumen, wie dem dicht besiedelten Metropolitanraum Zürich, stossen die Verkehrsinfrastrukturen zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Folgen sind Stau, Zeitverluste und unbequeme Reisen.

Um die Situation zu verbessern, könnten die Infrastruktur und das Angebot ausgebaut werden. Dies sei jedoch teuer und brauche viel Zeit, teilte der Verein Metropolitanraum Zürich am Donnerstag mit. Deshalb seien neue Ansätze zur Verminderung des Verkehrs gefragt - solche, welche die Verkehrsspitzen "brechen oder glätten".

Die Metropolitankonferenz Zürich hat in einer Studie die Wirkung entsprechender Massnahmen untersuchen lassen.

Schul- und Arbeitsbeginn verändern

Eine erhebliche Reduktion des Verkehrsaufkommens, insbesondere in den Morgenspitzen, kann laut Studie durch organisatorische Massnahmen in Schulen und Unternehmen erreicht werden. Dazu gehören etwa Home Office, räumlich-flexibles Arbeiten in den Unternehmen, E-learning und nach hinten verschobene Unterrichtszeiten in den Schulen.

Diesen Vorschlag bereits aufgegriffen hat die Hochschule Luzern. Am neu gegründeten Departement Informatik auf dem Campus Zug-Rotkreuz beginnen die Vorlesungen erst ab 9 Uhr und enden gestaffelt. Auch wurde die SBB in die Änderungen einbezogen.

Besonders wichtig sei es auch, die Verkehrssituation bereits bei der Planung neuer Schulstandorte im Auge zu behalten, heisst es in der Studie. Anders als bei bestehenden Schulen könnten etwa Unterrichtszeiten von Beginn an in die Planung einbezogen und vergleichsweise "einfach und mit grosser Wirkung" umgesetzt werden.

Liege ein neuer Standort in der sogenannten Gegenlastrichtung - das ist der Fall, wenn die Reise zum Bestimmungsort für eine Mehrheit der Schüler und Studierenden entgegen der Hauptverkehrsrichtung verläuft - lässt sich der Verkehr zusätzlich entlasten.

Mobility Pricing: "Ein wichtiger Schlüssel"

Zu weniger Verkehr führt laut Studie auch eine entsprechende Tarifgestaltung im ÖV. Besonders vielversprechend sei ein Ansatz aus "positiven und negativen Anreizen".

Wer etwa in den Nebenverkehrszeiten mit Bus, Zug oder Tram unterwegs ist, profitiert von einem Bonus, die Reise in den Hauptverkehrszeiten wird hingegen mit einem Malus belastet. Der Reisende hat die Möglichkeit, sein "Verkehrs-Konto" jederzeit auszugleichen.

Die "zeitlich differenzierte Bepreisung" (Mobility Pricing) soll jedoch nicht nur im ÖV gelten, sondern auch im motorisierten Individualverkehr (MIV). Obwohl letzterer in der Studie nicht vertieft untersucht wurde, sei Mobility Pricing in beiden Bereichen "ein wichtiger Schlüssel zur Realisierung der Wirkung organisatorischer Massnahmen".

Gemäss Studie liegen die Reduktionspotenziale im ÖV und im Strassenverkehr bei je rund 20 Prozent der Personen- respektive der PW-Fahrten.

Die Metropolitankonferenz will mit der Studie einen Beitrag zur Debatte um die Finanzierung und die Zukunft der Verkehrssysteme leisten. Die Studienergebnisse sollen helfen, in den Kantonen, den Gemeinden, in den Schulen und den Unternehmen Projekte anzustossen, die den Verkehr in den Spitzenzeiten entlasten.

Der Verein Metropolitanraum Zürich wurde 2009 in Frauenfeld gegründet. Ihm gehören mittlerweile die Kantone Zürich, Aargau, Thurgau, Schaffhausen, Schwyz, St. Gallen, Zug und Luzern an sowie rund 120 Städte und Gemeinden aus dem Metropolitanraum Zürich. (sda)

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