HOCHSCHULE: «Marktpotenzial für Informatik in Zug am besten»

Nicht nur für die Zentralschweizer Bildungsdirektoren ist Zug der beste Standort für ein Hochschul-Departement Informatik. Auch die Hochschule selber hatte sich für Zug ausgesprochen. Eine entscheidende Rolle spielte laut Rektor Markus Hodel das Marktpotenzial.

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Markus Hodel, Rektor der Hochschule Luzern. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Markus Hodel, Rektor der Hochschule Luzern. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Für das neue Departement waren insgesamt vier Standorte im Rennen, darunter die Luzerner Vorortsgemeinde Horw und der Kanton Zug. Zug war bei der Standortwahl nicht nur Favorit bei einer Mehrheit der Zentralschweizer Bildungsdirektoren sondern auch bei der Hochschul-Führung selber. Dies erklärte Hochschul-Rektor Markus Hodel in einem Interview mit der "Zentralschweiz am Sonntag".

Es sei eine Evaluation auch durch externe Fachleute nach zahlreichen Kriterien vorgenommen worden. Dabei habe die Stadt Zug am besten abgeschnitten, sagte Hodel. Der Fachhochschulrat, das strategische Gremium der Hochschule, habe dem Konkordatsrat, also den sechs Bildungsdirektoren, einen entsprechenden Antrag gestellt.

Von zentraler Bedeutung beim Standortentscheid sei das Marktpotenzial für Ausbildung, Weiterbildung und Forschung gewesen, sagte Hodel weiter. Durch die Nähe zu Zürich lasse sich über die Zentralschweiz hinaus ein grosses zusätzliches Reservoir an potenziellen Studierenden erschliessen.

Hodel: Erreichbarkeit zentrales Kriterium

Aus diversen Erhebungen gehe hervor, dass für Studierende die Erreichbarkeit ein zentrales Kriterium sei, erklärte Hodel. 28 Prozent der Studierenden im Bereich Weiterbildung stamme aus dem Kanton Zürich. Da liege Horw aus Zürcher Sicht noch hinter Luzern, während Zug gefühlsmässig sehr nahe liege, sagte Hodel.

Die sechs Zentralschweizer Bildungsdirektoren sprachen sich am 19. Dezember 2013 einstimmig für die Schaffung eines neuen Departements für Informatiker an der Hochschule Luzern per Herbst 2016 aus. Der Entscheid für den Standort fiel nicht einstimmig, aber mehrheitlich zugunsten des Kantons Zug aus.

Die Wahl von Zug als Standort sorgte bei der unterlegenen Luzerner Gemeinde Horw und Hochschul-intern für Unmut. Der Horwer Gemeinderat forderte am Freitag in einer Stellungnahme ein Rückkommen auf den Standortentscheid.

Vorstoss im Luzerner Kantonsparlament

Kritisiert wurde unter anderem, dass sich die Luzerner Regierung zu wenig für den Standort Horw eingesetzt habe und fachliche Argumente zu wenig gewichteten worden seien. Nachdem seit Jahrzehnten jährlich mehrere 100 Studierende in Horw und Luzern Wirtschaft- und technische Informatik studiert hätten, sei eine Stärkung am Standort Horw für die Zukunft wichtig, hiess es.

Der Rückkommensantrag wird auch Thema im Luzerner Kantonsparlament in der Session von kommender Woche sein. Der Horwer Kantonsrat Gianmarco Helfenstein (CVP) reichte eine entsprechende Motion ein.

Die Luzerner Regierung werde mit dem Horwer Gemeinderat ein Gespräch führen, sagte Bildungsdirektor Reto Wyss auf Anfrage am Freitag. Danach werde sich der Regierungsrat mit der Forderung von Horw auseinandersetzen.

Man müsse sich aber gut überlegen, wenn man zu einem Entscheid des Hochschul-Konkordatsrats, in dem Luzern nur einen von sechs Sitzen inne habe, einen Rückkommensantrag stellen wolle, sagte Wyss. (sda)