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HOCHSCHULE: Stiftung soll Millionenlöcher stopfen

Kräftig ausbauen trotz hohem Spardruck: Das geht, sagt die Leitung der grössten Zentralschweizer Bildungsinstitution. Helfen sollen private Geldgeber.
Lukas Nussbaumer und Roseline Troxler
Im Herbst zieht das Departement Design & Kunst der Hochschule in dieses Gebäude in der Emmer Viscosistadt. (Bild: PD)

Im Herbst zieht das Departement Design & Kunst der Hochschule in dieses Gebäude in der Emmer Viscosistadt. (Bild: PD)

Lukas Nussbaumer und Roseline Troxler

Was die Uni kann, können wir auch. Das sagt sich offenbar Markus Hodel, Rektor der Hochschule Luzern – und kündigt den Aufbau einer Stiftung an, mit der Drittmittel gefunden werden sollen. Die Uni hat damit bereits Erfahrungen gesammelt, so beim Aufbau der Rechtswissenschaftlichen Fakultät und aktuell auch bei der Wirtschaftsfakultät (siehe Kasten).

Hodel stellt sich vor, dass die noch zu gründende Stiftung nach einer Aufbauphase etwa 1 bis 2 Millionen sammeln könnte – für spezifische Projekte. Konkrete Aussagen will er nicht machen. Bewusst ist sich Hodel, dass das Sammeln von Sponsorengeldern «ein aufwendiges und steiniges Geschäft» ist.

Das heisst: Die Hochschule wird die Uni konkurrenzieren. Ebenso klar ist, dass der Einsatz von Sponsorengeldern heikel ist, weil die Unabhängigkeit tangiert werden kann. «Deshalb haben wir ein Reglement erarbeitet, durch das unsere Unabhängigkeit gewährleistet ist», sagt der Chef von 1600 Angestellten. So hat jede Person das Recht, Unterlagen zu den Geldgebern einzusehen, und Werbung für Produkte der Sponsoren schliesst die Hochschule aus.

Höhere Abzüge statt Lohnkürzung

Dass die Hochschule Luzern dringend auf Mittel angewiesen ist, zeigt der Finanzplan für die kommenden Jahre. Allein durch Sparvorgaben des Konkordats und des Kantons Luzern fehlen bis 2018 rund 10 Millionen Franken. Im nächsten Jahr werden die Globalbudgets der Departemente um 2,55 Millionen gekürzt, und die Mitarbeiter müssen sich an den Kosten der Krankentaggeldversicherung beteiligen. Dafür verzichtet die Hochschule auf Lohnkürzungen von 1 bis 2 Prozent (Ausgabe vom 28. Mai).

Weniger Geld wird auch der Bund als grosser Geldgeber der öffentlichen Hand nach Luzern überweisen. Hodel: «Was wir vom Bund für das nächste Jahr erhalten, wissen wir definitiv erst im Herbst 2017. Das ist eigentlich ein unhaltbarer Zustand.» Aktuell stammt ein Viertel der Mittel für die Hochschule, die derzeit über 6000 Bachelor- und Masterstudenten ausbildet, vom Bund. Das sind 60,6 Millionen Franken.

Technik: Studentenzahl verdoppelt

So unklar die Höhe der Bundesgelder im Moment ist, so klar ist für Markus Hodel: «Wir wollen uns weiterentwickeln. Dafür ist ein gewisses Wachstum unabdingbar.» So stark wie in den vergangenen acht Jahren – die Zahl der Technik- und Architekturstudenten hat sich in dieser Zeitspanne verdoppelt – werde das Wachstum jedoch «ganz sicher nicht mehr ausfallen». Hodel rechnet im Departement Technik & Architektur bis 2019 mit einer Zunahme um rund 5 Prozent. Nicht berücksichtigt in dieser Prognose ist die Zahl der Informatikstudenten, die ab 2016 ein eigenes Departement bilden.

Das Wachstum bedingt einen Ausbau der Infrastruktur, den die Hochschule mit einer Konzentration der Standorte angeht. So soll es bis im Herbst 2019 statt 24 Standorte nur noch deren 13 geben.

Campus Horw: Ausbau bis 2022?

Das grösste Projekt ist der Ausbau des Campus Horw, wo sich das Departement Technik & Architektur befindet. Die Zahl der Studenten in diesem Departement lag im letzten Jahr bei 2126 Personen. Sie soll weiter steigen. Anton Lauber, Präsident des Fachhochschulrats, erklärt: «Das Hochschulkonkordat erwartet von der Hochschule Luzern in diesem Bereich auch künftig ein Wachstum.» Grund ist, dass die Absolventen auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt seien. Daher brauche es eine Erweiterung. Zudem sollen die bestehenden Gebäude in Horw saniert werden. Die Umsetzung ist laut der Hochschule bis zirka 2022 geplant.

Hochschulrektor Markus Hodel betont: «Der Platz am Campus Horw ist eng. Wir müssen bereits Räume zumieten.» Eigentümerin des Campus Horw ist der Kanton Luzern. Er ist daher zuständig für das Ausbauprojekt.

Das Departement Design & Kunst erhält bereits in diesem Herbst einen neuen Standort. Dann erfolgt ein erster Umzug in die Viscosistadt. Das Industrieareal wurde für 24 Millionen Franken umgebaut. Die Züglete des zweiten Teils wird voraussichtlich im Jahr 2019 erfolgen.

Neubau auf dem Suurstoffi-Areal

Auf das Herbstsemester 2016 erfolgt ein weiterer Umzug. Mit der Eröffnung des Departements Informatik in Rotkreuz ziehen die Informatikbereiche aus Horw in ein Provisorium in der Suurstoffi. Drei Jahre später soll der 50 Millionen Franken teure Neubau, der sich auch in der Suurstoffi befinden wird, fertiggestellt sein. Zur selben Zeit ist der Neubau für das Departement Musik in Luzern Süd bezugsbereit. Neben dem Südpol in Kriens werden künftig Musikstudenten ausgebildet. Die Kosten liegen bei 70 Millionen Franken.

Plus statt Defizit

Rechnung rt. Die Universität Luzern weist in der Jahresrechnung 2015 einen Gewinn von 844 000 Franken aus. Der Gesamtaufwand liegt bei 60,12 Millionen Franken. Budgetiert hat die Uni ein Defizit von einer Viertelmillion Franken.

Donationen von 3,46 Millionen
Erstmals sind im Jahresbericht die Drittmittel in der Höhe von über einer halben Million Franken ausgewiesen, wie dies das Gesetz verlangt. Die meisten grösseren Donationen sind laut Bericht für den Aufbau der Wirtschaftsfakultät gewährt worden. Bis Ende 2015 spendeten Private 3,46 Millionen Franken. Die Universität hat den Auftrag, für die Wirtschaftsfakultät 4 Millionen Franken an Spendengeldern zu sammeln.
Im Herbstsemester 2015 haben 3075 Personen an der Uni Luzern studiert oder sich weitergebildet – 15 mehr als 2014. Auch die Zahl der Mitarbeiter ist leicht gestiegen. So haben sich die Stellenprozente um 735 auf rund 34 200 erhöht.

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