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HOCHSCHULE: Studenten wollen mit Elektro-Rennauto siegen

Luzerner und Zürcher Studenten wollen mit ihrem Elektro-Rennauto ihre internationalen Erfolge fortsetzen. Jetzt ist der neue Wagen «Flüela» startklar.
Rollout im Windkanal des Formel-1-Rennstalls Sauber in Hinwil ZH: 30 Studenten der ETH Zürich und der Hochschule Luzern präsentieren das neue Elektro-Rennauto «Flüela». (Bild: PD)

Rollout im Windkanal des Formel-1-Rennstalls Sauber in Hinwil ZH: 30 Studenten der ETH Zürich und der Hochschule Luzern präsentieren das neue Elektro-Rennauto «Flüela». (Bild: PD)

Flurina Valsecchi

Dieses Studentenprojekt ist eine Erfolgsgeschichte: Seit 2010 baut der akademische Motorsportverein Zürich Rennautos mit Elektromotoren. Das Schweizer Team, bestehend aus 30 Studenten der ETH Zürich und der Hochschule Luzern – Technik & Architektur, nimmt an internationalen Rennen, der sogenannten Formula Student, teil. Über 100 Teams messen sich an den Wettkämpfen, auch auf bekannten Rennstrecken in England (Silverstone), Deutschland (Hockenheimring), Österreich (Spielberg) und Spanien (Circuit de Barcelona-Catalunya). Dabei gewinnt nicht einzig das schnellste Auto, sondern jenes mit dem besten Gesamtpaket. Kriterien sind unter anderem Konstruktion, Design sowie Finanzierung.

Die Bilanz: Die Schweizer führen die Weltrangliste der Formula Student an. Mit dem Vorgängerwagen «Grimsel» siegte man im letzten Sommer auf dem Spielberg, in Barcelona und Hockenheim. Und im November gelang der Weltrekordversuch: In 1,785 Sekunden und 26 Metern beschleunigte «Grimsel» von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde und ist somit das Elektroauto mit der besten Beschleunigung.

Neues Auto ist 5 km/h schneller

An diese Erfolge wollen die Luzerner und Zürcher Studenten nun anknüpfen. Vergangene Woche wurde die neuste Generation, das Rennauto «Flüela», der Öffentlichkeit präsentiert. Im Vergleich zu seinem Vorgänger konnte die Höchstgeschwindigkeit um 5 auf 120 Kilometer pro Stunde gesteigert werden, trotz höherer Sicherheitsanforderungen blieb das neue Auto (168 Kilogramm/200 PS) gleich schwer. Die Kosten werden ausschliesslich durch Sponsoren getragen.

Vier Luzerner Studenten haben im Rahmen ihrer Industrie- und Bachelorarbeit an diesem Rennauto getüftelt. Im ersten Semester wurde das Konzept ausgearbeitet, im zweiten Semester das Fahrzeug gebaut. Und somit ist auch klar, dass hier ein besonders grosser Aufwand nötig war. «Ich habe oft sieben Tage die Woche gearbeitet», sagt etwa der Elektrotechnik-Student Michael Fallegger (23) aus Giswil. Und sein Teamkollege Michael Müller (26) aus Möhlin AG: «Im zweiten Semester arbeitete ich auch übers Wochenende. Immer wenn ich wach war, habe ich an das Auto gedacht.»

Gute Job-Chancen für Studenten

Trotzdem hat sich der Aufwand gelohnt, da sind sich beide HSLU-Studenten einig: «Ich habe so viel gelernt in dieser Zeit», sagt Fallegger. Und Müller ergänzt: «Grossartig ist auch die Kameradschaft. Wir werden an den Rennen dabei sein, das ist der Lohn für unseren Einsatz.» Dort nämlich trifft man sich nach den Wettkämpfen im Zeltlager mit anderen Teams. «Wir können miteinander fachsimpeln und schauen, wie die anderen bestimmte technische Probleme gelöst haben», erklärt Müller.

Sicherlich ist das Projekt für die Studenten ein guter Leistungsausweis. ­Michael Fallegger zum Beispiel hat soeben eine Zusage für einen Job nach dem Studium erhalten. Er ist überzeugt: «Das habe ich auch diesem Projekt zu verdanken. Meine Mitarbeit am Rennauto-Projekt hat mir viele Türen geöffnet. Die künftigen Chefs sehen, dass ich mich für meine Arbeit einsetzen kann.»

Zurück zum Rennauto «Flüela»: Die Luzerner Studenten sind für das Herzstück des Elektro-Wagens, nämlich die Elektronik verantwortlich. Diese wurde verbessert, sodass das Zusammenspiel noch besser funktioniert. Sie sind unter anderem für die Überwachung der Spannungen und Temperaturen der verschiedenen Batteriezellen im Rennauto zuständig. Auch die Steuerung der adaptiven Stossdämpfer wurde komplett überarbeitet. Weiter entwickelten und realisierten die Luzerner das sogenannte Dashboard, die Schnittstelle zwischen dem Fahrer und dem Auto. Michael Müller erklärt: «Hier können alle Daten überwacht werden.» Kleinere Prozessoren und verfeinerte Sensoren wurden gebaut. Ein kleines, auch für den Laien eindrückliches Beispiel: Über 300 Meter Kabel verlegten die Luzerner im Auto.

Beitrag zur Energiewende

Auch Adrian Omlin, einer jener Dozenten an der Hochschule Luzern, die das Rennauto-Projekt betreuen, attestiert den Studenten eine «gewaltige Leistung» und einen «riesigen Einsatz». Besonders spannend sei das Projekt, weil es sehr nahe am realen Alltag stattfinde: «Studenten aus diversen Disziplinen und von verschiedenen Hochschulen arbeiten zusammen an einem Projekt.» Omlin sieht noch einen weiteren Gewinn: «Hier können Elektrotechnik-Studenten zeigen, wie sie mit ihrer Forschung und ihrer Arbeit einen Beitrag zur Energiewende beitragen können, denn dieses Elektro-Rennauto steht exemplarisch für innovative Technik.»

Ob die Schweizer mit ihrem Wagen wieder die Nase vorn haben werden, zeigt sich vom 9. bis 12. Juli, dann findet in Silverstone der erste Wettkampf statt.

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