HOCHSCHULE: Zug will Luzerner Studenten

Nebst dem neuen Informatikdepartement könnten weitere Abteilungen nach Zug ziehen. Etwa aus dem Departement Wirtschaft.

Florian Weingartner
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Studenten in der PHZ Zug. (Archivbild Werner Schelbert / Neue ZZ)

Studenten in der PHZ Zug. (Archivbild Werner Schelbert / Neue ZZ)

Das Eigenkapital der Hochschule Luzern, die jährlich ein Defizit von 3 bis 5 Millionen schreibt, wird bis 2015 aufgebraucht sein. «Danach sind die Kassen leer», schreibt Verwaltungsdirektor Andreas Kallmann in der aktuellen Ausgabe des Hochschulmagazins. Und Rektor Markus Hodel sagt: «Bevor wir einzelne Institute streichen, würden wir versuchen, diese in einen Kanton zu verlegen, welcher die Finanzierung sicherstellen kann.»

In Frage kommt dafür derzeit nur der Kanton Zug. Ein erstes Mal ernst gilt es diesbezüglich schon bei der Standortwahl für das geplante neue Informatikdepartement. Der Zuger Volkswirtschaftsdirektor Matthias Michel sagt dazu: «Wir sind derzeit daran, die mögliche Wertschöpfung eines solchen Departements beurteilen zu lassen.»

Nähe zu Zürich als Vorteil

Der Kanton Zug bekundet jedoch auch Interesse an einem Ausbau der Hochschulbereichs Wirtschaft am Standort Zug. Markus Hodel schliesst ein solches Szenario nicht aus, wenn er sagt, es sei auch zu prüfen, ob weitere Abteilungen in andere Konkordatskantone ziehen könnten. Das dem Departement Wirtschaft angegliederte Institut für Finanzdienstleistungen etwa hat bereits heute seinen Sitz in Zug. Ein Umzug weiterer Bereiche aus dem Departement Wirtschaft wäre auch aufgrund der Nähe zum wichtigen Wirtschaftsraum Zürich nicht abwegig.

Mehr Geld von den Kantonen?

Der Konkordatsrat, bestehend aus Vertretern der Kantonsregierungen von Luzern, Zug, Schwyz, Uri, Nid- und Obwalden, wird sich in diesem Jahr noch mit der Finanzplanung der Hochschule befassen. Der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss, Vorsitzender des Konkordatsrats, sagt: «Es ist nicht davon auszugehen, dass wir kurzfristig eine Korrektur machen können, wie sie eigentlich wünschenswert wäre.» Sein Obwaldner Kollege Franz Enderli sagt: «Das Problem ist erkannt. Wir werden im Konkordatsrat einen Konsens finden müssen.»