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HOCHWASSERSCHUTZ: Gegner und Befürworter machen mobil

Gleich zweimal haben Luzerner Kantonsräte in den letzten Tagen Post zum Hochwasserprojekt erhalten – jedoch mit entgegengesetztem Inhalt.
Stefan Dähler
Überschwemmungen wie 2005, hier im Bild der Emmer Seetalplatz, sollen mit dem Hochwasserschutzprojekt des Kantons künftig verhindert werden. (Archivbild Neue LZ)

Überschwemmungen wie 2005, hier im Bild der Emmer Seetalplatz, sollen mit dem Hochwasserschutzprojekt des Kantons künftig verhindert werden. (Archivbild Neue LZ)

Wie geht es weiter mit dem 176-Millionen-Franken-Projekt? In der Septembersession, die heute beginnt, behandelt der Luzerner Kantonsrat das Postulat, das einen Marschhalt beim geplanten Hochwasserschutz- und Renaturierungsprojekt an der Reuss fordert. Parlamentarier der CVP, FDP und SVP wollen, dass zuerst der Kostenverteiler zwischen Bund, Kanton und Gemeinden geklärt wird. Zudem müsse der Regierungsrat prüfen, ob der Verlust des Kulturlands vermindert werden kann. Vor allem der zweite Punkt sorgt bei Landwirten für rote Köpfe. Der geplante Landverbrauch durch das Projekt beträgt jeweils 28 Hektaren Wald- und Landwirtschaftsflächen sowie 37 Hektaren ungenutzte Flächen (wir berichteten).

3500 Unterschriften gesammelt

Über den Sommer hat die IG Reuss, die Land- und Waldbewirtschafter sowie Eigentümer vertritt, 3500 Unterschriften für eine Petition gesammelt. Diese wurde in den letzten Tagen dem Regierungs- und Kantonsrat unterbreitet. «Wir hoffen, dass man das Projekt nochmals unter die Lupe nimmt», sagt Patrick Schmid, Präsident der IG Reuss. «Ist es wirklich nötig, dass so viel Land verloren geht?» Zudem sei das Projekt sehr teuer. Unterschrieben hätten nicht nur Betroffene, sondern auch Lokalpolitiker, oder Passanten, die in den Hofladen gekommen seien, sagt Schmid, der auf dem Landwirtschaftsbetrieb seiner Eltern in Emmen arbeitet und ebenfalls vom Projekt betroffen ist.

Die IG Reuss buhlt aber nicht als einzige um die Gunst der Kantonsräte. Diese haben kürzlich auch von der IG Seetalstrasse einen Brief erhalten. Diese fordert, dass man das Reuss-Projekt nicht verzögern, sondern vorantreiben soll. Der IG Seetalstrasse gehören 16 Unternehmen und Institutionen in Emmen und Umgebung an, darunter die Ruag, die CKW, Lipo, Anliker, die TCS Sektion Waldstätte und die Stiftung für Schwerbehinderte Luzern (SSBL). Davon stehe «die überwältigende Mehrheit» hinter dem Projekt, sagt Adrian Brun, Präsident der IG und Mitinhaber der Brun Immobilienentwicklung und Generalunternehmung AG. Es gehe darum, künftig Schäden in Millionenhöhe zu verhindern. Das Projekt schaffe sichere Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Das Hochwasser von 2005 habe Schäden in der Höhe von 345 Millionen Franken verursacht. Auch die Brun AG sei betroffen gewesen.

Bei der IG Reuss ist man «erstaunt»

Patrick Schmid von der IG Reuss ist «erstaunt» über das Vorgehen der IG Seetalstrasse. Diese werde sehr spät aktiv. Für Adrian Brun ist der Zeitpunkt jedoch richtig, da der Kantonsrat sich nun mit dem Thema auseinandersetzt. «Wir haben Verständnis für die Anliegen der Landwirte», sagt Brun. «Wir sind aber der Meinung, dass aufgrund der Erfahrungen von 2005 das Hochwasserprojekt sinnvoll ist.» Die hohen Projektkosten hätten zwar auch innerhalb der IG Seetalstrasse für Diskussionen gesorgt. «Letztendlich sind diese für uns jedoch angemessen in Hinblick auf die Schäden, die ein Hochwasser anrichten kann.» Patrick Schmid hofft nun auf Gespräche zwischen den beiden IGs, um einen gemeinsamen Nenner zu finden. «Wir sind ja nicht gegen den Hochwasserschutz, wir wollen ein Projekt mit kleineren Dimensionen.»

Der Kantonsrat behandelt das Postulat voraussichtlich an der Sitzung vom Montag, 19. September.

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