Höchster Krienser im Luzerner Parlament: «Ihr müsst mit uns verhandeln!» 

Carparkplatz Hinterschlund und Bypass: Diese beiden Themen schnitt der Krienser Einwohnerratspräsident Roger Erni bei seinem Besuch im Luzerner Stadtparlament an - witzig, aber natürlich durchaus mit einem Schuss Ernsthaftigkeit.

Roman Hodel
Drucken
Teilen
Der Krienser Einwohnerratspräsident Roger Erni auf dem Ratspräsidentensessel im Luzerner Stadtparlament, links der scheidende Stadtschreiber Urs Achermann. (Bild: Eveline Beerkircher, Luzern 14. November 2019)

Der Krienser Einwohnerratspräsident Roger Erni auf dem Ratspräsidentensessel im Luzerner Stadtparlament, links der scheidende Stadtschreiber Urs Achermann. (Bild: Eveline Beerkircher, Luzern 14. November 2019)

Ein ungewöhnliches Bild bot sich zu Beginn der Sitzung des Grossen Stadtrats am Donnerstag im Luzerner Rathaus: Zum wohl ersten Mal überhaupt sass der höchste Krienser, derzeit Roger Erni (FDP), auf dem Sessel des Ratspräsidenten – und nicht Albert Schwarzenbach (CVP), der aktuell höchste Stadtluzerner. Letzterer war es, der diesen sogenannten «Blick über den Tellerrand» initiiert hat. Dabei lädt er die Ratspräsidenten aus der Region zu einem Besuch ein. Erni ist der erste, die Einwohnerratspräsidentinnen von Emmen und Horw sollen folgen.

Und so sass Erni da und staunte über den prächtigen Saal, «obwohl wir ja jetzt dafür unseren Pilatus-Saal haben.» Vor allem aber überbrachte er Grussworte aus dem Krienser Einwohnerrat – und schnitt zwei Themen an, die Kriensern und Stadtluzernern gleichermassen unter den Nägeln brennen, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen: Der Carparkplatz Hinterschlund und das Autobahnprojekt Bypass.

Luzern will die Cars vom Inseli künftig in den Hinterschlund verfrachten. Eine stadteigene Parzelle zwar, aber eben auf Krienser Boden. Erni mahnte mit einem Schmunzeln, aber durchaus ernsthaft: «Wenn euer Volk die Cars nicht mehr auf dem Inseli will, akzeptieren wir das in Kriens, aber ihr könnt sie dann nicht einfach zu uns schicken – auch wenn euch der schöne Parkplatz gehört.» Die Krienser liessen nämlich schon mit sich reden. Erni schielt insbesondere auf die Einnahmen, die pro Car winken könnten und sagte: «Ihr müsst mit uns verhandeln.» Das gilt übrigens auch für das zweite Thema: Den Bypass. Erni sagte:

«Helft uns, damit wir die komplette Überdachung der Autobahn bis zum Tunnel Schlund bekommen – und wir unterschreiben sofort, dass die Spange Nord – oder wie sie nun auch immer heisst – nicht gebaut wird.» 

Überhaupt müsse der Austausch zwischen den verschiedenen Parlamenten in der Region gefördert werden. Ohne Schmunzeln sagte er: «Einmal im Jahr spricht der Einwohnerratspräsident von Kriens etwa in Horw, das andere Jahr jener von Horw in Luzern und so weiter – davon würden alle profitieren.» Schliesslich lud er alle Grossstadträte zu einer Wanderung ein. Er nannte dies eine «Out-of-the-Box-Idee», das Schmunzeln war zurück. Konkret soll der Marsch an einem Mittwoch- oder Donnerstagmorgen im Frühling stattfinden, wenn die Sonnenbergbahn wieder fahre. Erni: «Dann nehmen wir das Gütschbähnli und marschieren zu Fuss Richtung Sonnenberg, bestimmt reicht es auch noch für ein Käfali.»