Höchster Stadtluzerner im Krienser Einwohnerrat: «Wir haben gemeinsame Interessen»

Der Luzerner Grossstadtratspräsident Albert Schwarzenbach (CVP) durfte am Donnerstag im Krienser Parlament eine Rede halten. Er appellierte daran, trotz Ärger über Cars die Beziehungen zu pflegen.

Stefan Dähler
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Albert Schwarzbach, Präsident des Luzerner Grossstadtrats, im Krienser Einwohnerrat. Unten sind die Stadträte Franco Faé (links) und Matthias Senn zu sehen.

Albert Schwarzbach, Präsident des Luzerner Grossstadtrats, im Krienser Einwohnerrat. Unten sind die Stadträte Franco Faé (links) und Matthias Senn zu sehen.

Bild: Eveline Beerkircher (Kriens, 16. Januar 2020)

Ein spezieller Gast nahm Platz im Krienser Einwohnerratssaal: Albert Schwarzenbach (CVP), Präsident des Parlaments der Nachbarstadt Luzern, durfte am Donnerstag eine Rede halten. Eingeladen wurde er von seinem Krienser Pendant, Einwohnerratspräsident Roger Erni (FDP). Dies, nachdem Letzterer im November seinerseits im Luzerner Stadtparlament eine Rede halten durfte.

Der Auftritt Schwarzenbachs kam zu einem interessanten Zeitpunkt, hatte doch der Krienser Einwohnerrat erst kürzlich dem Plan der Stadt Luzern, in Kriens ein Carparking zu errichten, eine Absage erteilt (wir berichteten). «Es ist eine Ehre, hier sitzen zu dürfen», betonte er gleich zu Beginn. Und erwähnte eine erste Gemeinsamkeit: «Wir sind nun beides Städte.»

Das Carparking war denn auch eines der Themen in der Rede. Luzern und die Agglomeration seien sich eigentlich sehr nahe, aber eben: Die Luzerner Car-Pläne kamen in Kriens schlecht an. Schwarzenbach erklärte kurz, dass sich die Stadt Luzern derzeit in einem Prozess zur Erarbeitung einer langfristigen Car- und Tourismusstrategie befinde. Weiter erwähnte er Salzburg als positives Beispiel, wo Cars nicht in die Innenstadt fahren dürfen, sondern Terminals ausserhalb ansteuern.

Anliegen der Agglo stärken

«Wir haben gemeinsame Interessen», mahnte Schwarzenbach: Kriens wolle eine Freizeitanlage, Velo- und Fusswege und allenfalls ein Schulhaus auf Grundstücken realisieren, die der Stadt Luzern gehören. Auch könnte Kriens mehr Unterstützung für die Realisierung von Überdachungen der Autobahn im Rahmen des Bypass-Ausbaus brauchen. Die Agglomeration bekunde generell Mühe, ihre Interessen auf kantonaler Ebene durchzusetzen.

Schwarzenbach merkte aber auch kritisch an, dass die Stadt Luzern sich mit Pflege der Beziehungen zu anderen Gemeinden schwer tue. So ist Luzern nicht Mitglied des Verbands Luzerner Gemeinden. Ein von Schwarzenbach selbst angestossener Bericht des Stadtrats über die Pflege der Beziehungen zu den Nachbargemeinden lasse auf sich warten. 

Wichtige persönliche Kontakte 

Zum Schluss appellierte Schwarzenbach: «Wir müssen den Blick über den Tellerrand wagen, einander kennenlernen.» Als eingewanderter Berner sei ihm schon mal sehr sympathisch, dass der SC Kriens-Trainer Berner heisst. «Bessere Beziehungen entstehen aus persönlichen Kontakten. Mich freut, wenn mein Auftritt hier und jener Roger Ernis im Stadtparlament dazu beitragen.» Die daraus entstandenen Beziehungen würden weiterhin gepflegt, etwa mit gemeinsamen Besuchen von Sport- und Kulturanlässen.

Die aussergewöhnlichen Besuche der Ratspräsidenten in den Nachbargemeinden initiiert hat Albert Schwarzenbach. Er stellt sein Präsidialjahr unter das Motto «Blick über den Tellerrand». Sein Ziel ist, die Beziehungen der Agglomerationsgemeinden untereinander zu verbessern.

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Robert Knobel