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Endspurt für Hochdorfer Klima-Initiativen

In Hochdorf werden gleich für vier Gemeindeinitiativen Unterschriften gesammelt. Der Initiant ortet dringenden Handlungsbedarf.
Niels Jost
Vorbildlich: Das Hochdorfer Schulhaus Arena verfügt über eine Solaranlage auf dem Dach.Bild: Manuela Jans-Koch (3. Oktober 2019)

Vorbildlich: Das Hochdorfer Schulhaus Arena verfügt über eine Solaranlage auf dem Dach.Bild: Manuela Jans-Koch (3. Oktober 2019)

In der eigenen Gemeinde einen Beitrag zu einem globalen Problem leisten: Das möchte das Netzwerk «Hofdere hed Energie», welches vom Energie- und Klimaexperten Roman Bolliger aus Hochdorf initiiert worden ist. Aus diesem Netzwerk sind nicht weniger als vier Gemeindeinitiativen zum Thema Klimaschutz entstanden. Diese sind: «Hochdorf heizt erneuerbar», «Hochdorf heizt erneuerbar – ab 2030 erst recht», «Hochdorf nutzt die Solarenergie» und «Hochdorf ist bereit für emissionsfreie Fahrzeuge» (siehe Box).

Seit über einem Monat läuft die Unterschriftensammlung bereits. Bis am 22. Oktober müssen die Initiativkomitees für jede einzelne Vorlage mindestens 500 Unterschriften beisammen haben – gut zwei Drittel der Frist sind also vorbei. Roman Bolliger zieht ein Zwischenfazit: «Wir haben ungefähr die Hälfte der nötigen Unterschriften gesammelt. Wenn sich weiterhin Klimaschutz-Interessierte für die Initiativen engagieren, können wir es schaffen.» Bislang haben die Komitees unterschiedlichste Rückmeldungen zu ihren Initiativen erhalten. «Manche können unsere Anliegen nicht verstehen, die meisten unterstützen sie allerdings, wenn wir die Idee und die Beweggründe erklären.»

Unterstützung von links, Ablehnung von rechts

Unterstützung erhält das gut neunköpfige Initiativkomitee vom Verein aktives Hochdorf VAH/den Grünen. Co-Präsidentin Moni Rast sagt zu den Beweggründen: «Wir können beim Klimaschutz nicht immer darauf warten, bis andere etwas tun. Jeder Einzelne muss einen Schritt machen.» Rast ist sich aber auch bewusst, dass es kein Leichtes ist, die Initiativen zu Stande zu bringen. Deshalb sagt sie: «Wichtig ist vor allem, dass es eine Diskussion gibt in der Bevölkerung.»

Anklang finden die Initiativen auch bei den Sozialdemokraten. «Wir unterstützen alle Initiativen aktiv und arbeiten auch bei der Unterschriftensammlung mit», sagt Hans Bächler, Präsident der SP ad interim. Mit den Vorlagen würden Innovationen und neue Technologien gefördert – das sei unterstützenswert.

Vorlagen «restriktiv» und «unkoordiniert»

Auch die CVP begrüsse das Engagement der Gruppe. «Die Anliegen sind berechtigt», sagt Co-Präsident Adrian Nussbaum und fügt an: «Wir zweifeln aber etwas an der Umsetzbarkeit und stellen uns die Frage, ob die geforderten Regelungen auf Stufe Gemeinde auf der richtigen Staatsebene verlangt werden.» Die CVP überlasse es daher ihren Mitgliedern, die Initiativen zu unterstützen.

Keine Unterstützung erhalten die Hochdorfer Initianten von der örtlichen FDP, wie sie kürzlich mitteilten. Die Vorlagen seien «restriktiv und unkoordiniert» und hätten zur Folge, dass ausschliesslich in Hochdorf Kosten auf die Steuerzahler, Grundeigentümer und Mieter abgewälzt werden, so die Meinung der Liberalen. Auch die SVP hat kein offenes Ohr für die Initiativen. Diese stünden den Grundwerten wie Freiheit und Eigenverantwortung «diametral entgegen», sagt Michael Günter, der bei der SVP Hochdorf für die Medienarbeit zuständig ist. Ihm zufolge mache es keinen Sinn, Bürgerinnen und Bürger zu Investitionen zu zwingen, die sie je nach dem selber gar nicht brauchen könnten.

«Jede Gemeinde kann ihren Beitrag leisten»

Dieser Kritik trotzt Roman Bolliger. Er betont, wie dringend der Handlungsbedarf ist. Mit Verweis auf die aktuellsten Studien und Berichte des Weltklimarates sagt Bolliger: «Wenn wir nicht genügend rasch handeln, droht unter anderem ein Abschmelzen des Grönlandeises und damit ein Ansteigen des Meeresspiegels um mehrere Meter, mit verheerenden Folgen. Jede Gemeinde kann ihren Beitrag dazu leisten, dies abzuwenden.»

Das fordern die vier Initiativen

Alle lancierten Gemeindeinitiativen haben alle dasselbe Ziel: einen Betrag zum Klimaschutz leisten. Zwei Vorlagen zielen auf Heizungen ab. Die eine verlangt, alte Heizungen bei anstehenden Neuinstallationen oder Ersatz durch Systeme mit erneuerbarer Energie auszuwechseln. Die andere geht einen Schritt weiter: Ab 2030 sollen alle Heizungssysteme nur mit erneuerbaren Energien gespiesen werden. Eine weitere Initiative fordert, Solarstrom mittels kostendeckender Vergütung zu fördern. Die vierte Vorlage verlangt, in Garagen von Mehrfamilienhäusern innert drei Jahren Leerrohre für Elektrofahrzeug-Anschlüsse zu installieren.

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