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HOFKIRCHE: «Für mich geht ein grosser Lebensabschnitt zu Ende»

Nach 12 Jahren ist Schluss: Stadtpfarrer Beat Jung (65) hielt am Sonntag seinen Abschiedsgottesdienst in der Hofkirche – ein Abgang mit Wehmut.
Pfarrer Beat Jung gestern bei seinem Abschiedsgottesdienst in der Hofkirche. (Bild Nadia Schärli)

Pfarrer Beat Jung gestern bei seinem Abschiedsgottesdienst in der Hofkirche. (Bild Nadia Schärli)

Christian Hodel

Der Abschied fällt ihm nicht leicht: Beat Jung (65) ist seit fast 12 Jahren Leiter der Pfarrei St. Leodegar im Hof – und damit Seelsorger der mit 6000 Mitglieder grössten und ältesten aller acht Stadtpfarreien. Wer in der Hofkirche predigt, darf sich unbescheiden und offiziell Stadtpfarrer nennen. Am Sonntag sprach Jung an seinem vorgezogenen Abschiedsgottesdienst vor den Gläubigen in der Hofkirche. Noch bis Ende Juli bleibt er im Amt. Alles habe seine Zeit – auch wenn für ihn nun ein «grosser Lebensabschnitt» zu Ende gehe, sagt er. Sein eigener Abschied sei ein Schritt, den er nun zu gehen habe.

Neue Seelsorger-Stelle im Rontal

Ab nächstem Jahr wird Jung, der in Hochdorf aufwuchs, in den Pfarreien Ebikon, Buchrain und Root als Seelsorger wirken. Vom Stadtpfarrer zum Dorfseelsorger, das macht ihm nichts aus. «Ich freue mich auf eine neue Aufgabe.» Als Pfarreileiter mit über 30 Angestellten und fast 300 ehrenamtlichen Helfern habe er in Luzern «intensive Jahre» erlebt. «Das brauchte viel Kraft. Jetzt werde ich ein wenig entlastet.» Er sei nun nicht mehr Leiter einer Pfarrei, sondern Mitarbeiter.

Doch was hat sich in der ältesten Pfarrei der Stadt Luzern alles verändert, seit seinem Amtsantritt? «Vieles», so Jung. Einerseits sei die Seelsorge individueller geworden. «Früher lief vieles nach einem festen Schema, heute sind Taufen, Beerdigungen, Hochzeiten und allgemein Gottesdienste persönlicher gestaltet.» Andererseits sind für Jung auch neue Aufgaben hinzugekommen. «Früher gab es beispielsweise eher spontane Mitarbeitergespräche. Heute ist das klar geregelt und der administrative Aufwand sicherlich höher.» Dennoch: Er habe seine Zeit in der Pfarrei immer geniessen und viele Kontakte knüpfen können – in Zeiten von Freud und Leid. «Für mich war die Leitung der Pfarrei St. Leodegar die grösste Herausforderung meines Lebens.» In Erinnerung würden ihm etwa die zahlreichen Konzerte bleiben, die in der Hofkirche stattgefunden haben, sagt Jung.

Nachfolge übernimmt ein Basler

Die Nachfolge von Jung tritt der Basler Ruedi Beck (51) an (Ausgabe vom 14. April). Allerdings wird er erst auf Sommer 2016 in der Hofkirche wirken. Die Vakanz bis zu Becks Stellenantritt soll mit dem jetzigen Personal der Pfarrei überbrückt werden.

Und was wünscht sich der abtretende Pfarreileiter für seinen Nachfolger? Jung sagt: «Ich kenne Ruedi Beck. Er kann gut auf Menschen zugehen. Ich wünsche ihm, dass er und sein Team ihren eigenen Stil finden und er ein gutes Gespür für die Menschen in der Pfarrei entwickelt.»

Regierung muss Segen geben

Die Stelle des Stadtpfarrers, der in der Hofkirche predigen darf, hat in Luzern Tradition. Die historische Bedeutung zeigt sich etwa in einem politischen Unikum. So braucht der neue Priester der Hofkirche nicht nur den Segen des Basler Bischofs, sondern auch jenen der Luzerner Kantonsregierung. Es handelt sich hierbei um die politische Bestätigung des Würdenträgers. Die Regierung ist in dieser Sache Rechtsnachfolgerin des Stadtrates als Wahlgremium – welcher wiederum dieses Recht von den Stadtgründern des Elsässer Klosters Murbach übernommen hatte. Der neue Hofkirchenpfarrer darf für sich in Anspruch nehmen, Nachfolger des Leutpriesters zu sein: Im Jahr 1178 wurde in Luzern erstmals ein Leutpriester aus der bereits hier ansässigen Benediktinerpropstei eingesetzt. Dieser Leutpriester wurde später Priester der ersten Stadtpfarrei – eben jener mit Namen St. Leodegar im Hof.

Die Amtsbestätigung von Ruedi Beck durch den Luzerner Regierungsrat ist Ende April erfolgt. Dies, nachdem er von der Kirchgemeinde und vom Basler Bischof Felix Gmür vorgeschlagen wurde. Beck ist derzeit Pfarrer in der Pfarrei St. Clara in Basel.

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