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Hofladen soll die Schiffsstation Seeburg retten

Seit über einem Jahr ist die historische Schiffsstation Seeburg in Luzern gesperrt. Nun soll sie saniert werden. Möglich macht dies ein Projekt des nahe gelegenen Seeburghofs.
Beatrice Vogel
Die denkmalgeschützte Schiffsstation Seeburg ist derzeit gesperrt. (Bild: Eveline Beerkircher, Luzern, 2. Oktober 2019)

Die denkmalgeschützte Schiffsstation Seeburg ist derzeit gesperrt. (Bild: Eveline Beerkircher, Luzern, 2. Oktober 2019)

«Zutritt verboten», steht auf dem Schild: Die Luzerner Schiffsstation Seeburg ist schon seit Längerem mit Gittern abgesperrt. Die tragende Konstruktion unter Wasser ist nicht mehr sicher. Deswegen halten hier seit 2018 keine Schiffe mehr. «Ein trauriger Anblick», findet Markus Reinhard. Er betreibt zusammen mit seiner Frau Monika den oberhalb der Seeburg gelegenen Bio-Hof, wo sie unter anderem einen Rebberg haben.

Die über hundertjährige und denkmalgeschützte Station Seeburg gehört der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV). Grosse Kursschiffe steuern sie nicht an, vielmehr handelt es sich bei der Seeburg um eine unbedeutende Nebenstation. Bis zu ihrer Schliessung aus Sicherheitsgründen wurde sie nur vom kleinen Ausflugs- und Stadtschiff MS «Rütli» angefahren. Eher selten stiegen Passagiere aus und ein. «Für die SGV lohnt es sich finanziell leider nicht, diese Landungsbrücke zu sanieren», sagt SGV-Geschäftsführer Stefan Schulthess. Die Sanierungskosten werden auf rund 600'000 Franken geschätzt. Einen Partner, der sich an der Sanierung beteiligen wollte, hat die SGV längere Zeit nicht gefunden.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich jedoch im Stillen einiges getan. Die SGV will die Sanierung nun doch in Angriff nehmen. Zu verdanken ist dieser Sinneswandel der Initiative von Markus Reinhard. Der findige Agronom will auf der Schiffsstation einen Selbstbedienungshofladen einrichten. Derzeit liegt das entsprechende Baugesuch beim Kanton Luzern öffentlich auf.

Mobile Einrichtung wegen Denkmalschutz

Der Hofladen ist als eine Art hölzerner Modulbau geplant, der in die Station hinein gestellt wird, ergänzt durch mehrere Verkaufs- respektive Auslagetische. «Nach Absprache mit der Denkmalpflege ist alles mobil», erklärt Markus Reinhard. Neben dem Laden bleibt genügend Platz zum Ein- und Aussteigen der Schiffspassagiere. Direkt vor der Station sollen zudem auf der Fläche der ehemaligen Bushaltestelle zwei Parkplätze für Kurzzeit-Parkierung erstellt werden.

Die Reinhards wollen im Hofladen Erzeugnisse vom Seeburghof verkaufen, etwa Fleisch von ihren Hochlandrindern, aber auch saisonale Bio-Produkte aus der Region wie Gemüse, Konfitüre und Ähnliches. Ihre preisgekrönten Weine wollen sie vorerst noch nicht anbieten – zuerst müsse der Jugendschutz im Selbstbedienungsladen gewährleistet werden können. Bezahlt werden soll mittels eines digitalen Self-Checkout-Systems. «Weil unser Hof nicht an einer Passantenlage liegt, ist der Laden für uns ein weiteres Standbein», so Markus Reinhard, der den Seeburghof auch touristisch vermarktet.

Seeburghof beteiligt sich an Sanierungskosten

Damit der Hofladen gebaut werden kann, wird sich der Seeburghof massgeblich an den Sanierungskosten der Schiffsstation beteiligen. Markus Reinhard:

«Ich freue mich, wenn wir die schöne Schiffsstation dadurch retten können.»

Dem pflichtet Stefan Schulthess bei: «Das Hofladen-Projekt ist ein Gewinn für beide Seiten.» Beide Parteien betonen auch den touristischen Vorteil der kombinierten Nutzung der Station. So ist etwa auch ein Infostand zur Luzerner Weinroute angedacht.

Die SGV will das Bewilligungsverfahren für die Steg-Sanierung beim Bundesamt für Verkehr einleiten, sobald die Baubewilligung für den Hofladen vorliegt. Voraussichtlich 2021 könnten die Station und der Hofladen in Betrieb gehen. Vorgesehen ist, dass die Schiffsstation wieder vom MS «Rütli» bedient wird.

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