Holländer wird nach Angriff mit Brotmesser zu 2 Jahren und 6 Monaten verurteilt

Ein 46-jähriger Mann hat eine Gruppe von vier Personen mit einem Messer angegriffen. Nach dem Verbüssen seiner Haftstrafe wird er für 10 Jahre des Landes verwiesen.

Roger Rüegger
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Ein 46-jähriger Holländer hat am 13. April 2018 in Luzern eine Gruppe von vier Leuten mit einem Brotmesser angegriffen. Dabei verletzte der in Afghanistan geborene Mann eine der Personen am Hals.

Das Kriminalgericht verurteilte den Beschuldigten für versuchte schwere Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten, unter Anrechnung von 497 Tagen bereits erstandenem Freiheitsentzug, wie dem Urteil zu entnehmen ist. Die Richter haben sich dabei auf die Annahme einer in leichtem Grade verminderten Schuldfähigkeit gestützt.

12 Monate der Strafe muss der Beschuldigte absitzen, für die übrigen 18 Monate wird ihm bei einer Probezeit von 3 Jahren der bedingte Vollzug gewährt. Von der Anordnung einer stationären Massnahme haben die Richter abgesehen. Der Beschuldigte wird zuhanden des Amtes für Migration des Kantons Luzern aus dem vorzeitigen Strafvollzug entlassen. Er wird für die Dauer von 10 Jahren des Landes verwiesen.

Staatsanwältin wollte eine stationäre Massnahme

Bei der Verhandlung am Luzerner Kriminalgericht vom 23. August 2019 beantragte die Staatsanwältin für den Beschuldigten eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Und zwar für versuchte vorsätzliche Tötung. Die Strafe solle zugunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben werden, forderte sie. Dies weil der Beschuldigte an paranoider Schizophrenie leide.

Offenbar hat der Mann, der sich zum Zeitpunkt der Verhandlung im vorzeitigen Strafvollzug befand, tatsächlich hin und wieder wahnhafte Vorstellungen. So glaubte er, man bestrafe ihn in der Schweiz, weil er Muslim sei.

«Ich wurde beschimpft. Einer sagte: ‹Verschwinde Ausländer›»

Die vier Männer hätten es damals auf ihn abgesehen gehabt. «Ich wurde beschimpft. Einer hat gerufen: ‹Verschwinde Ausländer›», schilderte er den Richtern die Situation. Daraufhin sei er zur Wohnung seines Bruders geeilt und mit dem Messer zurück gekehrt. Der Verteidiger führte aus, sein Mandant habe geglaubt, die Männer seien mit Pistolen bewaffnet und hätten ihn angreifen wollen. Er beantragte eine Strafe von höchstens 12 Monaten.