Holzrückhalteanlage in Malters gebaut

Bei einem Hochwasser der Kleinen Emmen hält die Holzrückhalteanlage beim Kraftwerk Ettisbühl das Schwemmholz zurück. Es ist die erste grosse Anlage dieser Art im Kanton Luzern.

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Diese Rechen sollen bei einem Hochwasser das Holz zurückhalten. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Diese Rechen sollen bei einem Hochwasser das Holz zurückhalten. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

In Ettisbühl ist am Montag, 30. April, die Holzrückhalteanlage präsentiert worden. Die Pilotanlage an der Kleinen Emme ist gekoppelt mit einem Kleinwasserkraftwerk, das bereits seit einem Jahr in Betrieb ist.

Kleine Emme zeigte den Weg

Das Grundprinzip für dieses Projekt hatte die Kleine Emme beim Hochwasserereignis 2005 mit der Ablagerung von Schwemmmaterial aufgezeigt: Bei Hochwasser sammelt sich infolge der Fliehkraft das Treibgut an der Kurvenseite. Durch die Flussbetterweiterung der Emme in Ettisbühl um 60 Meter wird das anfallende Schwemmholz aus dem Hauptgerinne zur Holzrückhalteanlage geschwemmt. Dabei sollen fünf Meter grosse Eisenpfähle, die eine Rechen-Funktion bilden, bis zu zwei Drittel des angeschwemmten Schwemmholzes abfangen. Rund 12'000 Kubikmeter Schwemmholz können in der Holzrückhalteanlage aufgehalten werden.

Ettisbühl ist geeigneter Standort

Die Gefährdung durch Schwemmholz entlang der Kleinen Emme und der Reuss ist auf Grund der geologischen Verhältnisse und der Niederschlagsszenarien im Entlebuch sehr hoch. Ettisbühl erwies sich als geeigneter Standort, weil das Dorf in der Gemeinde Malters nahe an den Waldgebieten des Entlebuchs liegt und das Schwemmholz so nach kurzer Transportstrecke entnommen werden kann.

Jährlich 4,5 Millionen Kilowattstunden

Die Bauarbeiten an der Holzrückhalteanlage waren eng abgestimmt auf den Neubau des Kleinwasserkraftwerks der Steiner Energie AG, das sich am gleichen Standort befindet. Das Kraftwerk ist bereits seit einem Jahr in Betrieb und produziert jährlich 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom.

Für den Bau der Holzrückhalteanlage bewilligte der Luzerner Kantonsrat einen Kredit von 7.25 Millionen Franken. Die Kantone Aargau, Zürich und Zug beteiligen sich mit einem Beitrag von insgesamt 1.6 Millionen Franken.

pd/chg