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HOMOSEXUALITÄT: Vier Frauen kämpfen für die Gleichstellung

Nach der Auflösung der homosexuellen Arbeitsgruppe Halu springt ein neues Kollektiv in die Bresche. Am Wochenende gehts für Queer Office los.
Diese vier Frauen stehen hinter Queer Office (von links): Yasemin Salman, Aurelia Meier, Corinne Imbach und Kathy Bajaria. (Bild: PD)

Diese vier Frauen stehen hinter Queer Office (von links): Yasemin Salman, Aurelia Meier, Corinne Imbach und Kathy Bajaria. (Bild: PD)

Am Wochenende legt der Nachfolger der homosexuellen Arbeitsgruppe Luzern (Halu) los: Das Kollektiv Queer Office startet die erste Veranstaltung unter dem neuen Namen. Nach der Auflösung des Vereins Halu wurde Ende letzten Jahres das Kollektiv als neuer Luzerner Verein für «queere Menschen» so nennen sich Homosexuelle, Bisexuelle und Transsexuelle – von vier Luzernerinnen gegründet. «Wir möchten queere Gesellschaftsthemen aufgreifen und darüber sprechen. Solche Themen sollen in der breiten Bevölkerung kein Tabu mehr sein», sagt Kathy Bajaria (36), eine der Mitgründerinnen.

Queer Office veranstaltet Feste, Podiumsdiskussionen und Workshops, die für jedermann zugänglich sein sollen. «Es gibt keine Einschränkungen, wer daran teilnehmen kann», erklärt Bajaria. «Unsere Events sollen Generationen verbinden.»

Kampf gegen die CVP-Initiative

Zentrale Punkte im Programm des Queer Office sind die Winter- und Sommerfeste. Diese werden von den vier Frauen bereits seit Sommer 2013 im Halbjahresrhythmus organisiert. «Seit diesem Jahr treten wir aber als gemeinsames Kollektiv Queer Office auf und möchten uns noch mehr engagieren», sagt Bajaria. Am Samstag steigt das Winterfest.

Bei diesem wird nicht nur gefeiert, sondern auch politisiert. So gibt es ein Podiumsgespräch über die CVP-Initiative «Für Ehe und Familie gegen Heiratsstrafe». Bei Annahme der Initiative würde die Ehe in der Bundesverfassung als eine exklusive Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau definiert. «Das würde unseren Kampf für Gleichberechtigung um Jahre zurückwerfen», begründet Kathy Bajaria das Engagement von Queer Office gegen die Initiative.

Für die Diskussion wurden unter anderem die Nationalräte Gerhard Pfister (CVP, Zug) und Roland Fischer (GLP, Luzern) eingeladen, moderiert wird sie von Sonja Hasler von Schweizer Radio und Fernsehen SRF.

Hauptthema des Winterfestes ist die Familie der Zukunft. Dabei diskutiere man über verschiedene Familienformen: «Es gibt nicht nur Mutter-Vater-Kind-Familien», sagt Bajaria. Es gebe auch Regenbogenfamilien (gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern), Einelternfamilien und Patchworkfamilien, so heissen Familien, bei der Kinder aus früheren Beziehungen hineingebracht werden. «Auch diese Familienformen müssen anerkannt werden», findet Bajaria. Da Familien im Zentrum des Winterfests stehen, gibt es am Sonntag auch ein spezielles Kinderprogramm. «Dabei kommen Kinder aus verschiedenen Familienarten zusammen, um zu basteln und zu spielen.»

Moderne Strukturen

Mit dem Vorgängerverein Halu habe man einiges gemein, aber dennoch sei man verschieden, meint Bajaria. «Unsere Vereinsstrukturen sind sicher moderner. Halu wurde vor 35 Jahren gegründet, dementsprechend waren die Strukturen ein wenig veraltet.» Beim Kollektiv Queer Office sei es im Gegensatz zur Halu möglich, sich für eine Veranstaltung gezielt zu engagieren. «Bei uns muss man nicht sogleich eine Vorstandsfunktion übernehmen oder in eine fixe Vereinsmitgliedschaft eintreten», erklärt Bajaria.

Eigenes Lokal gibt es nicht

Ein weiterer Unterschied zur Halu ist, dass das Queer Office kein eigenes Lokal betreibt. Bis Anfang letzten Jahres wurde von der Halu das Lokal Uferlos geführt. Dieses gibt es zwar weiterhin, wird aber neu von der IG Uferlos als Kultur- und Konzertlokal geführt und gilt nicht mehr als Treffpunkt von homosexuellen, bisexuellen und transsexuellen Menschen. «Es ist nicht geplant, dass wir von Queer Office ebenfalls ein solches Lokal betreiben», sagt Kathy Bajaria. Dafür seien der Aufwand zu gross und die Kosten zu hoch. Regelmässige Treffen könne man sich dagegen vorstellen, sagt Bajaria. «Dafür kommen verschiedene Lokale in Frage.»

Die Halu betrieb auch eine Telefonberatung. Diese bleibt aktiv und wurde dem nationalen Beratungstelefon Rainbow Line angeschlossen. Das Queer Office bietet deshalb selbst keine Telefonberatungen an. Dafür wird der Veranstaltungskalender für queere Menschen, der bisher von der Halu geführt wurde, in die Website von Queer Office integriert. «Geplant ist, dass die neue Website mit dem Kalender bis zum Sommer online geht», sagt Bajaria. Dieser Kalender sei für die Szene wichtig.

Raphael Gutzwiller

Hinweis

Das Winterfest «Future Families» des Kollektivs Queer Office findet dieses Wochenende im Treibhaus Luzern statt. Am Samstag ab 16 Uhr, am Sonntag ab 10.30 Uhr mit Kinderprogramm. Weitere Informationen: www.queeroffice.ch

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