HORW: Angy Burri erhält ein eigenes Museum

Der ganze Nachlass von Angy Burri wurde von einer IG gekauft. Sie will sein Vermächtnis weitergeben und ein Museum realisieren.

Sandro Portmann
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Stadtindianer Angy Burri (oben) soll ein eigenes Museum erhalten (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Stadtindianer Angy Burri (oben) soll ein eigenes Museum erhalten (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Zu Lebzeiten träumte das in Horw lebende Luzerner Original Angy Burri von einem Indianer-Museum. Nun könnte sein Traum nach seinem Tod wahr werden. Wie «20 Minuten» berichtet, hat eine Interessengemeinschaft den gesamten Nachlass von Angy Burri gekauft. Beim zuständigen Konkursamt in Kriens bestätigt man auf Anfrage, dass alle Gegenstände aus dem Nachlass verkauft worden sind.

Blaue Harley gehört zum Nachlass

Käufer war die «Interessengemeinschaft Angy Burri». Deren sechs Mitglieder verfolgen das Ziel, aus dem Nachlass ein Museum zu realisieren, wie Andreas Schöpfer, Präsident der IG, auf Anfrage unserer Zeitung sagt. «Angy Burri war eine faszinierende Persönlichkeit. Seine Lebensweise und sein kulturelles Erbe wollen wir nun weitergeben», erklärt Schöpfer. Geplant sei eine permanente Ausstellung, die in verschiedene Themenbereiche unterteilt sein soll. Um den ganzen Nachlass in einem Museum unterzubringen, schätzt er den Platzbedarf auf «etwa eine kleine Turnhalle ». Wie viel die IG für die Gegenstände bezahlt hat, will Schöpfer nicht verraten. Unter dem Nachlass sind unter anderem eine Westernstadt mit mehreren Figuren nordamerikanischer Indianer, Kutschen – und auch die legendäre blaue Harley. Schöpfer spricht von einer «grossen und wertvollen» Sammlung mit einem emotionalen Wert.

Standort noch unklar

Zurzeit lagern die persönlichen Gegenstände Burris noch an verschiedenen Orten, wie Schöpfer sagt. «Wir wollen die Gegenstände nun inventarisieren und letztlich in einem Museum zusammenführen.» Wo ein solches zu stehen kommen könnte, steht allerdings noch nicht fest. «Wir prüfen zurzeit mehrere Optionen», sagt der IG-Präsident. Alle möglichen Standorte würden sich in der Zentralschweiz befinden. Eine Option sei auch das Grundstück von Schöpfer selbst in Werthenstein. Dort ist er bekannt als «Cowboy Coffee ». Unter diesem Namen verkauft er seinen eigenen Kaffee und reist dabei mit einem Planwagen – dem sogenannten «Chuckwagon» – an verschiedene Anlässe und Festivals. Aktuell steht der Chuckwagon auf der Klewenalp am 20. Country-Alpen-Open-Air Klewenalp. Angy Burri kenne er seit Jahren, so Schöpfer. Auch sei Burri Stammkunde seines Kaffeewagens gewesen, erinnert er sich an seinen verstorbenen Freund.

Nachfahren lehnten Erbe ab

Das Luzerner Stadtoriginal lebte in Horw und starb am 22. Dezember 2013 im Alter von 74 Jahren an Herzversagen. Burri war verschuldet, weshalb seine beiden Söhne und seine Enkelin das Erbe ablehnten. «Es ist traurig, aber es gab keinen anderen Weg. Es kamen Dinge zum Vorschein, die ich so nicht erwartet hatte. Es hat sich Material angesammelt, das eine Turnhalle füllen würde. Sein Lebenswerk würde mein Lebenswerk werden – nur wäre dies eine Bürde für mich», sagte Angelo Burri junior im Februar gegenüber unserer Zeitung. Dass die Gegenstände aus dem Nachlass seines Vaters nun verkauft sind, überrascht Angelo Burri junior nicht zuletzt, weil das Konkursverfahren noch nicht abgeschlossen ist. «Wenn das wirklich so ist und ein Museum entstehen soll, dann freut mich das wirklich sehr.» So richtig glauben kann er es aber noch nicht: «Ich lasse mich gerne überraschen. Aber ich glaube es erst, wenn ich die Ausstellung gesehen habe.»