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HORW: Anwohner bekämpfen seinen Event-Raum

Ein Gärtnereibetrieb im Felmis bietet ein Treibhaus für Veranstaltungen an. Nun plant der Inhaber einen Umbau und reicht dafür ein Baugesuch ein. Dagegen wehren sich Anwohner vehement.
Chiara Stäheli
André Fallegger will das Treibhaus seiner Gärtnerei im Felmis für Anlässe nutzen. (Bild: Dominik Wunderli (Horw, 25. September 2017))

André Fallegger will das Treibhaus seiner Gärtnerei im Felmis für Anlässe nutzen. (Bild: Dominik Wunderli (Horw, 25. September 2017))

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch


Ein jüngst eingereichtes Baugesuch bewegt in Horw derzeit die Gemüter. Der Inhaber der Gärtnerei Herboland, André Fall­egger, plant, ein als Eventraum genutztes Treibhaus mit zusätzlichen Anlagen zu erweitern. Vorgesehen ist die Installation von WC-Anlagen sowie der Bau einer Veranda und einer zweistöckigen Bambuslaube.

Das Treibhaus am Felmismoosweg 1 wird bereits seit knapp zwei Jahren als Eventlokalität genutzt. Mehrere Anwohner haben sich in der Vergangenheit aber über Lärm und Nachtruhestörungen beklagt. Darum hat die Gemeinde den Gärtnereibetrieb aufgefordert, ein Baugesuch einzureichen, um die Zonenkonformität und die Rahmenbedingungen zu klären. Das Grundstück liegt laut Zonenplan der Gemeinde Horw in der Zone «Übriges Gebiet B», daher gelten für das Baugesuch die kantonalen Bestimmungen der Landwirtschaftszone. Diese erlauben zum Landwirtschafsbetrieb unter Umständen einen Nebenbetrieb.

Einwohner reichen Einsprachen ein

Einige Anwohner aus den anliegenden Quartieren, die nicht namentlich erwähnt werden möchten, haben bei der Gemeinde Einsprache gegen das Gesuch eingereicht. Sie kritisieren darin das Vorhaben Falleggers, zwei bis drei Mal wöchentlich Anlässe im Treibhaus zu organisieren. Dabei sollen jeweils 60 bis 100 Gäste vor Ort sein. Da die Anwohner in den letzten beiden Jahren bereits schlechte Erfahrungen mit nächtlicher Musik und vermehrtem Zufahrtsverkehr gemacht haben, hat sich nun Widerstand gegen das Projekt gebildet. Nebst Einzelpersonen wehrt sich auch der Verein Pro Halbinsel Horw gegen die geplante Nutzung. Seinen Mitgliedern sind in erster Linie nicht die geplanten baulichen Veränderungen ein Dorn im Auge, sondern die Umnutzung des Treibhauses in einen Eventraum. So erachtet der Vereinsvorstand das Gesuch als nicht zonenkonform. Vereinspräsident René Gächter verweist auf die Anforderungen des Raumplanungsgesetzes (RPG) und erklärt: «Der Gesuchsteller müsste belegen können, dass der Nebenbetrieb einen engen sachlichen Bezug zur Landwirtschaft hat.» In seinem Baugesuch bleibt André Fall­egger laut René Gächter diesen Nachweis schuldig: «Er möchte im Treibhaus Hochzeiten und Generalversammlungen durchführen. Das sind Anlässe, die keinerlei Bezug zur Landwirtschaft haben.» Die Einsprecher befürchten auch Lärmemissionen auf die angrenzenden Wohnquartiere und bemängeln, dass das Baugesuch keine Angaben über geplante Massnahmen zur Schalldämmung beinhaltet.

Gesuchsteller verteidigt sich

Obwohl er es im Baugesuch nicht explizit erwähnt, hat sich André Fallegger zu ebendiesen Punkten bereits Gedanken gemacht: «Ich plane bauliche Massnahmen, die sowohl den Lärm dämmen als auch das Treibhaus isolieren. Zudem werde ich eine eigene Musikanlage installieren, damit ich die Maximallautstärke begrenzen kann.» Seine Erläuterungen relativieren das geplante Vorhaben: «Es gibt keine riesigen Veränderungen. Die Bambuslaube plane ich im Bambuswald hinter dem Treibhaus.» Die beiden Angebote – Eventraum und Gärtnerei – ergänzen sich laut Fallegger zudem bestens: «Durch die Events komme ich mit Kunden in Kontakt und kann ihnen zum Beispiel Projekte vorstellen.» Den erforderlichen Bezug zur Landwirtschaft erklärt Fallegger wie folgt: «Das Treibhaus ist Teil der Gärtnerei, und das Angebot, dieses als Eventraum zu nutzen, ist mehr als naheliegend.»

Im Baugesuch ist von zwei bis drei Anlässen wöchentlich die Rede, doch Fallegger relativiert: «Ich werde vielleicht in zehn Jahren wirklich so viele Anlässe haben. In den Anfangsjahren sind es sicherlich viel weniger, ich möchte mich einfach nicht selbst einschränken.» Das Treibhaus soll etwa für Hochzeiten, Apéros genutzt werden können. Laut Fall­egger haben die vergangenen beiden Jahre gezeigt, dass die Nachfrage nach einem speziellen Eventraum vorhanden ist.

Kanton Luzern muss konsultiert werden

Auf Anfrage bestätigt die Gemeinde Horw, dass in den vergangenen Jahren immer wieder Reklamationen wegen Lärmemissionen eingegangen sind. Da es sich beim vorliegenden Baugesuch um eine Nutzung ausserhalb der Bauzone handelt, leitet die Gemeinde dieses mitsamt den Einsprachen dem Kanton zur Beurteilung weiter. «Sollte das Gesuch abgelehnt werden, dürften künftig kommerzielle Event­veranstaltungen kaum mehr möglich sein», erklärt der Horwer Gemeinderat Thomas Zemp. Zurzeit ist das Bewilligungsverfahren eingestellt, da der Kanton ein Lärmgutachten eingefordert hat.

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