Das Horwer Alters- und Pflegezentrum Kirchfeld soll zur AG werden

Das Heim Kirchfeld erhielte bei der Auslagerung ein Eigenkapital von knapp 20 Millionen Franken. Auf dieser Basis soll der Betrieb ein anstehendes Grossprojekt bewältigen.

Stefan Dähler
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Das Pflegeheim Kirchfeld soll bis 2022 umgebaut werden. (Bild: Nadja Schärli (Horw, 6. September 2017))

Das Pflegeheim Kirchfeld soll bis 2022 umgebaut werden. (Bild: Nadja Schärli (Horw, 6. September 2017))

Bereits nächstes Jahr will der Horwer Gemeinderat das Pflegeheim Kirchfeld in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft umwandeln. Am Mittwoch hat er die Pläne dafür vor den Medien vorgestellt.

Vorgesehen ist, dass die AG mit einem Aktienkapital von 15 Millionen Franken plus 4,3 Millionen aus der Spezialfinanzierung startet. Das sei eine gute Eigenkapitalbasis, so der Gemeinderat. «Die AG soll auf einer soliden Basis stehen, damit sie auch weniger erfolgreiche Jahre gut überstehen und leichter Fremdkapital zu günstigen Konditionen aufnehmen kann», sagte der Horwer Finanzvorsteher Hans Ruedi Jung (CVP).

28,8 Millionen für Umbau

So soll das Kirchfeld bis 2022 für 28,8 Millionen Franken umgebaut werden. Geplant sind die Umwandlung von Doppel- in Einzelzimmer und ein Neubau für Wohngruppen sowie allenfalls eine Tiefgarage. Die Zahl der Betten bleibt mit 159 gleich. Nach dem Bau soll der Eigenfinanzierungsgrad immer noch mindestens 50 Prozent betragen. Die AG wird dabei voraussichtlich Eigentümerin von Gebäude und Mobilien sein und auch den Ausbau selbst stemmen. Das Land hingegen bleibt im Besitz der Gemeinde, die von der AG dafür einen jährlichen Baurechtszins von 166 000 Franken erhält.

Die Gemeinde hält 100 Prozent der Aktien. «Einen Teil davon zu verkaufen, ist zurzeit nicht geplant, aber theoretisch möglich», sagt Sozialvorsteher Oskar Mathis (L20). Die Gemeinde muss aber Mehrheitsaktionär bleiben. Ein Verkauf sei nur an öffentliche Institutionen möglich. Damit will der Gemeinderat die Option einer Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen offenhalten. «Ein Verkauf müsste aber zuerst vom Einwohnerrat abgesegnet werden», so Mathis.

Das Parlament verliert durch die Auslagerung sonst an Einfluss auf den operativen Betrieb. Dies sei ein Vorteil, argumentiert der Gemeinderat: «Das Kirchfeld steht in Konkurrenz zu anderen Heimen. Als eigenständige Organisation könnte es schneller auf veränderte Bedürfnisse reagieren», sagt Ruedi Jung. Projekte müssten derzeit als Teil des Budgetierungsprozesses bewilligt werden, was viel Zeit in Anspruch nehme. Dagegen verstärke sich der Einfluss des Parlaments auf der strategischen Ebene. Demnach soll der Einwohnerrat alle vier Jahre über die Beteiligungsstrategie entscheiden – wie in Kriens, wo die Heime ebenfalls ausgelagert werden sollen.

Der Verwaltungsrat der Horwer Heim AG wird aus fünf Personen bestehen – vier Fachpersonen und ein Gemeinderat. Dieser erhält kein Verwaltungsratshonorar, da er von Amtes wegen Einsitz im strategischen Führungsorgan nimmt. Für das Personal sowie die Arbeitsverträge gilt eine Besitzstandsgarantie von drei Jahren. Möglich, dass dies im Einwohnerrat noch zu reden gibt. Zum Vergleich: In Kriens sind es vier Jahre. Für die Bewohner soll sich vorerst nichts ändern, nach dem Umbau könnten die Aufenthaltstaxen aber steigen – für Einzelzimmer etwa von 165 auf 175 Franken. «Das wäre aber auch ohne Auslagerung so», erklärt Finanzvorsteher Ruedi Jung.

Auslagerung muss noch vors Volk

Am 14. September behandelt der Einwohnerrat das Geschäft, die zweite Lesung findet im November statt. Am 4. März 2018 ist die Volksabstimmung geplant. Bei einem Ja würde das Kirchfeld rückwirkend per 1. Januar in eine AG umgewandelt. Horw würde damit den Beispielen der Stadt Luzern, von Emmen, Rothenburg, Hochdorf und Oberkirch folgen.

Das Altersheim Kirchfeld in Horw von aussen. (Bild: Philipp Schmidli)

Das Altersheim Kirchfeld in Horw von aussen. (Bild: Philipp Schmidli)