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HORW: Dem Camping droht das Aus

Die Gemeinde und der TCS lassen den Pachtvertrag des Campingplatzes auslaufen. Dort, wo jetzt Zelte und Wohnmobile stehen, werden künftig vielleicht Abseitsfallen gestellt.
Roger Rüegger
Der TCS-Camping bei der Seefeldstrasse in Horw steht vor einer ungewissen Zukunft. (Bild Nadia Schärli)

Der TCS-Camping bei der Seefeldstrasse in Horw steht vor einer ungewissen Zukunft. (Bild Nadia Schärli)

Roger Rüegger

Der Pilatus ist vom Nebel verhüllt, Regen prasselt auf die wenigen Wohnmobile, Zelte und Wohnwagen. Auf dem Campingplatz in Horw ist es ruhig am gestrigen Nachmittag. Vor einem Zelt döst ein älterer Mann aus dem Kanton Zürich, sein Nachbar aus dem Kanton Thurgau leert die Tanks seines Wohnwagens und will die Arbeit nicht unterbrechen. 30 Meter entfernt geht es etwas geschäftiger zu und her. Jakup Sahin reinigt vor seinem Wohnmobil einen Grill. Er lässt sich gerne auf ein Schwätzchen mit Theo Froelich, dem Leiter des Campingplatzes, ein. «Ich war vor einigen Jahren einmal mit dem Zelt auf diesem Camping. Mir gefällt das Panorama hier, auch wenn man heute wegen des Nebels nicht viel davon sieht», sagt der in Solothurn wohnende Türke.

Betriebswirtschaftliche Gründe

Das triste Wetter passt irgendwie zur Situation in Horw. Denn wie es in Zukunft mit dem Campingplatz bei der Seefeldstrasse weitergeht, ist unklar. Der Touring Club der Schweiz (TCS) und die Gemeinde Horw haben nämlich den per Ende 2018 auslaufenden Pachtvertrag nicht erneuert, wie Recherchen unserer Zeitung zeigen. «Dieser Entscheid fiel im gegenseitigen Einvernehmen zwischen dem TCS als Pächter und der Gemeinde Horw als Eigentümerin. Seitens TCS waren betriebswirtschaftliche Gründe ausschlaggebend. «Entsprechend der langfristigen Campingstrategie wurde die Situation in allen Regionen und auf allen Plätzen analysiert, so auch in der Innerschweiz», sagt David Venetz, Mediensprecher des TCS, auf Anfrage.

Theo Froelich, der mit seiner Frau Madeleine Zbinden Froelich die Leitung des Campings mit 150 Plätzen in diesem Sommer übernommen hat, sagt: «Natürlich ist es schade, dass der Vertrag nicht erneuert wurde und niemand weiss, was in Zukunft läuft. Doch meine Frau und ich wussten von Beginn weg, dass wir nur drei Jahre hier angestellt sein würden.» Aller Voraussicht nach müssen die Froelichs ihre Zelte auf dem Seefeld abbrechen. Obwohl dies so niemand aussprechen will, deutet vieles darauf hin, dass nach 2018 neben dem Fussballplatz nicht mehr campiert wird.

Sportanlage oder doch Camping?

Szenarios und Pläne gibt es mehrere. Laut Gemeinderat Robert Odermatt (SVP) ist die Erweiterung der Sportanlage eine Option. «Unsere Sportanlagen platzen heute aus allen Nähten. So ist es naheliegend, dass diese Bedürfnisse genauer geklärt werden, umso mehr, als sie eine mögliche Nachfolgenutzung des Campingareals tangieren.» Weiter solle das Projekt Seefeld 2000, das nächstes Jahr angegangen werde, künftige Nutzungsmöglichkeiten des Seefeldareals aufzeigen. Und auch die Option Camping ist noch offen. «Sollte bis in zwei Jahren noch keine Nachfolgenutzung festgelegt sein, so ist es durchaus möglich, dass der Campingbetrieb noch etwas länger aufrechterhalten bleibt», meint Odermatt. Er habe sogar bereits Anfragen erhalten von Personen, die den Camping weiterführen würden, wenn der TCS aussteigt.

In der Zentralschweiz betreibt der TCS neben Horw Campingplätze in Buochs, Luzern, Zug und Sempach. An diesen Plätzen hält der TCS fest. In Buochs werden sogar grössere Investitionen getätigt, um den Camping zu modernisieren und an die gestiegenen Ansprüche heutiger Gäste heranzuführen. Vergleichbare Investitionen können laut Venetz aber nicht auf jedem Platz getätigt werden.

Logiernächte rückläufig

Die Logiernächte auf Campingplätzen sind laut TCS in den letzten Jahren generell rückläufig. Campingübernachtungen in der ganzen Schweiz haben von 2011 bis 2015 um 13,1 Prozent abgenommen. Ein Grund ist gemäss Venetz der starke Franken: «Ausländische Camper fahren weniger in die Schweiz, und Schweizer Camper nutzen die gestiegene Kaufkraft in den Nachbarländern und fahren ausländische Plätze an.» Auch das Wetter beeinflusse die Camper. «Die Wetterextreme in der Schweiz haben in den letzten Jahren zugenommen und viele Camper verunsichert, weshalb die Ferienentscheide zu Lasten des Campings ausfielen», sagt Venetz.

Die beiden TCS-Angestellten des Campings Horw haben einen bis Ende 2018 befristeten Vertrag und waren von Anfang an über die Situation informiert. Beide sollen allerdings weiterhin beschäftigt werden, es werden interne Lösungen gesucht. Der Camping in Horw wird seit 1985 betrieben.

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