HORW: Der Kanton ist in der Zwickmühle

Auf einem vom Kanton veräusserten Baugrundstück gibts ein Fliessgewässer. Daher kann der Käufer womöglich gar nicht bauen.

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Ob es sich beim Gewässer auf dem Areal am Rämsiweg um einen Bach handelt oder nicht, müssen die Behörden klären. (Bild: Archiv)

Ob es sich beim Gewässer auf dem Areal am Rämsiweg um einen Bach handelt oder nicht, müssen die Behörden klären. (Bild: Archiv)

In Ennethorw am Rämsiweg verkaufte der Kanton Luzern im Sommer 2013 Bauland. Der Käufer, ein Architekturunternehmen, möchte nun auf dem Areal acht Wohnungen realisieren. Damit wird höchstwahrscheinlich vorerst aber nichts. Denn die Gegner des Projektes argumentieren, dass sich auf dem Gelände ein Fliessgewässer befinde, das als Bach deklariert werden müsse. Denn auf einer offiziellen Karte findet sich das Gewässer bis anhin nicht.

Falls das Bächlein tatsächlich als solches den Eintrag in ein Register findet, können die Wohnungen nicht realisiert werden. Der Grund: Die einzuhaltenden Grenzabstände, die beim Bauen in Gewässernähe vorgeschrieben sind, verunmöglichen das Vorhaben.

Heikel ist die Angelegenheit für den Staat in zweierlei Hinsicht: Einerseits müssen die eigenen Experten vom Kanton in der Frage zur Kategorisierung – nämlich Bach oder nicht Bach – entscheiden. Falls ja, wird der Kanton in der Sache aller Voraussicht nach schadenersatzpflichtig. Der Anwalt der Landkäufer spricht von mindestens einer Million Franken.