HORW: Der Steinibach wird bald aufgewertet

Künftig soll das Bachbett im Zentrum zur Naherholung dienen. Heute handelt es sich um ein «totes Gewässer».

Stefan Dähler
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Der Steinibach in Horw: Was heute ein Kanal ist, soll ein lebendiges Gewässer werden. (Bild Eveline Beerkircher)

Der Steinibach in Horw: Was heute ein Kanal ist, soll ein lebendiges Gewässer werden. (Bild Eveline Beerkircher)

Der Horwer Steinibach bietet keinen schönen Anblick. «Derzeit ist er bloss ein Kanal», sagt Albin Schmidhauser, Abteilungsleiter Naturgefahren beim Kanton Luzern. Auf Wunsch der Gemeinde soll er nun auf dem Abschnitt zwischen der Mündung Dorfbach und dem Bahnhof aufgewertet werden. Der Abschnitt oberhalb des Bahnhofs wurde bereits vor einigen Jahren renaturiert. Der Plan ist derzeit auf der Homepage der Gemeinde Horw aufgeschaltet.

Arbeiten sollen im Herbst starten

Die Umgestaltung des Bachs kostet 410 000 Franken. Zuständig für Planung und Ausführung der Revitalisierungsprojekte ist seit der Revision des nationalen Gewässerschutzgesetzes 2011 der Kanton. Bund und Kanton beteiligen sich mit 60 Prozent an den Kosten, die Gemeinde Horw bezahlt 40 Prozent. Falls es zu keinen Verzögerungen aufgrund von Einsprachen kommt, beginnen die Arbeiten Ende Sommer oder Anfang Herbst. «Die Bauzeit beträgt zwei bis drei Monate. Im Idealfall können wir das Projekt noch vor Ende Jahr realisieren», sagt Albin Schmidhauser. Der Abschnitt, der aufgewertet wird, ist 150 Meter lang und 13 Meter breit. «Geplant sind Sitzgelegenheiten sowie flache Böschungen, wo das Wasser zugänglich sein wird», sagt Schmidhauser. Gebäude müssen keine zurückgebaut werden. Der Weg auf der südlichen Seite wird um bis zu vier Meter gegen aussen verlegt. Schmidhauser betont, dass dieses Land nicht verloren gehe. «Es wird als Gewässerraum einfach anders genutzt. Man hat Raum, an das Gewässer zu gehen, abzusitzen und die Füsse ins Wasser zu halten.» Der Hochwasserschutz spielt bei diesem Projekt keine Rolle. «Es existiert bereits ein Entlastungskanal, der vom Steinibach in den See führt.»

Lebensraum für Tiere fehlt

Das heutige Bachbett existiert seit den 1930er-Jahren. «Die Art und Weise der Verbauung ist typisch für diese Zeit», sagt Schmidhauser. «Es handelt sich um ein totes Gewässer.» Für Fische beispielsweise fehle es an Unterschlüpfen. «Der Steinibach bietet keinen Lebensraum für Tiere.» Laut dem technischen Bericht zum Projekt wären Alet und Bachforelle mögliche Fischarten, die von der Aufwertung profitieren könnten.

Noch gravierender als diese Bauweise seien eingedolte Bäche – das heisst, sie wurden unter die Erde verlegt. «Wenn die Eindolung zu klein dimensioniert ist, besteht erhöhte Hochwassergefahr, weil Geschiebe oder Schwemmholz den Bach verstopfen können», sagt Schmidhauser. Dies war beispielsweise beim Hochwasser in Dierikon letzten Sommer der Fall.

Die Gemeinde Horw sieht der Aufwertung positiv gegenüber, wie auf Anfrage bestätigt wird. Mit der unter anderem geplanten, flacher geführten Böschung habe der Steinibach mehr Platz und werde so auch besser nutzbar. Mit Einsprachen rechnet die Gemeinde nicht, weil durch die Renaturierung das gesamte Gebiet aufgewertet werde.

Stefan Dähler