HORW: «Die neuen Ideen sind etwas theaterlastig»

Die Zwischenbühne ist zu wenig ausgelastet – trotz guter technischer Voraussetzungen. Nun werden Vorschläge für eine konzeptionelle Änderung diskutiert.

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Szene aus dem letztjährigen Zwischenbühne-Stück «Tom Sawyer».Bild: Nadia Schärli (Horw, 15. Dezember 2015)

Szene aus dem letztjährigen Zwischenbühne-Stück «Tom Sawyer».Bild: Nadia Schärli (Horw, 15. Dezember 2015)

Seit 34 Jahren gibt es in der Zwischenbühne Horw Musik, Theater, Themennächte. Organisiert werden die Veranstaltungen vom ehrenamtlichen Trägerverein, der auch die etwa 20 Fremdvermietungen im Jahr betreut. «Finanziell erhalten wir Beiträge an Miete und Betrieb von der Gemeinde und bekommen Unterstützung von der Regional­konferenz Kultur», sagt Matthias Fellmann, Präsident des Trägervereins. Der Raum sei modulabel bespielbar und habe eine gute technische Infrastruktur.

«Wir veranstalten selber etwa zwanzig Veranstaltungen in unserer Freizeit», sagt Fellmann. «Das Haus sollte mehr genützt werden, doch wir haben im Trägerverein nicht die Kapazität dazu. Deshalb haben wir mit einer Ausschreibung neue Veranstalter gesucht.» Die Einreichefrist lief Ende November ab.

«Mit Eingaben nicht überhäuft»

«Wir wurden mit Eingaben nicht überhäuft, aber wir bekamen gute und spannende Ideen – Events und Gesamtkonzepte», erzählt Fellmann. Von einigen Akteuren der Luzerner Szene habe er Vorschläge erwartet, andere seien ausgeblieben. Namen könne er noch keine nennen. Zwei Versionen kann sich der Verein vorstellen: einerseits, dass ein gänzlich neues Betriebskonzept vorgeschlagen wird. Andererseits, dass einzelne Veranstalter neue Reihen oder Events anbieten.

Im Laufe des Dezembers werden nun Gespräche geführt. «Für den Vorstand sind immer noch beide Varianten möglich», sagt Fellmann. «Die Vorschläge für ein neues Betriebskonzept hätten allenfalls zur Konsequenz, dass sich auch der Trägerverein verändern würde und vielleicht alles ganz anders würde.» Das habe, «als schöner Effekt», so Fellmann – zu Wehmut im Verein geführt «und hat immerhin gezeigt, dass wir noch grosse Lust auf die Zwischenbühne haben».

Obwohl Fellmann keine Namen nennt, verrät er immerhin etwas zu den vorgeschlagenen Inhalten: «Die Ideen sind etwas theaterlastig. Das habe ich vermutet, da ich immer wieder hörte, dass Räume in der Theaterszene fehlen – für Proben oder etwa, um ein Bühnenbild zu testen.» Eine Literaturreihe, eine Nutzung im Workshop-Bereich oder auch Konzepte, die ebenfalls ein Vielspartenhaus vorsähen, seien weitere eingereichte Vorschläge.

Im Dezember stehen nicht nur Gespräche mit den diversen Bewerbern auf dem Programm. «Wir müssen uns auch über vielschichtige interne Fragen klar werden», betont Fellmann: «Was geschieht mit dem Verein? Was mit dem Vereinsvermögen? Wie würde eine Übergabe zu organisieren sein? Wie reagiert die öffentliche Hand?» Weitere Aspekte, die es zu klären gilt, sind eine allfällige Professionalisierung und die Organisationsmöglichkeiten der Zukunft. «Im Vorfeld konnten wir das nicht klären, weil ja bis jetzt nicht klar war, welche Ideen eingehen würden.»

Entscheid fällt im Frühling

Im Frühling wird entschieden, wie es mit der Zwischenbühne weitergeht. «Wenn ein neues Konzept zum Zug kommt, macht wohl ein Wechsel im kommenden Herbst für die Saison 2017/18 Sinn. Wenn nicht, können neue Veranstalter natürlich schon früher eingebunden werden», sagt Fellmann. Dem engagierten Horwer würde es persönlich gefallen, wenn die Zwischenbühne in einem guten öffentlichen, kulturellen Sinn weiterbestehen würde: «Die Zwischenbühne gehört zu Horw. Für mich hoffe ich, dass ich künftig noch irgendeinen Platz in der Zwischenbühne habe, ob als Veranstalter oder im Vorstand. Ich bin seit bald 20 Jahren dabei, die Zwischenbühne liegt mir am Herzen.»

Natalie Ehrenzweig

region@luzernerzeitung.ch