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HORW: Gewerbe soll mehr Platz erhalten

Die steigenden Immobilienpreise bereiten Firmen Mühe. Der Gemeinderat will nun Gegensteuer geben – und stösst auf Kritik.
Stefan Dähler
Blick auf die Gemeinde Horw. (Bild: Philipp Schmidli (Horw, 18. April 2017))

Blick auf die Gemeinde Horw. (Bild: Philipp Schmidli (Horw, 18. April 2017))

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Rege Bautätigkeit, steigende Mietpreise – für handwerkliche Betriebe wie Garagen, Elektro­installateure, Gipser oder Spengler ist es schwierig, in Horw bezahlbare Räumlichkeiten zu finden (Ausgabe vom 22. August 2016). Die Situation wird sich gegen Ende des nächsten Jahres sogar noch verschärfen, wenn das Gewerbegebäude an der Allmend­strasse 5, in dem mehrere Firmen ihren Sitz haben, einem Neubau weicht. Betroffen davon sind insbesondere Betriebe, die gewisse Lärmemissionen auslösen.

Die SVP hat darum in einer Motion gefordert, dass der Gemeinderat in einem Planungsbericht aufzeigt, wie preisgünstige Gewerberäume in Horw gefördert werden könnten. Nun liegt der Bericht vor. Dieser zeigt, dass in Horw theoretisch fast im ganzen Siedlungsgebiet die Ansiedlung derartiger Firmen möglich wäre. «In Horw Mitte etwa gilt die Vorgabe, dass im Parterre in der Regel keine Wohnungen gebaut werden dürfen», sagt Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP). Doch die Eigentümer würden die Räumlichkeiten lieber an Bürobetriebe als an lautes Gewerbe vermieten, weil diese eine höhere Miete bezahlen könnten. «Ausserdem befürchten die Vermieter Konflikte mit den Bewohnern, wenn ein Betrieb Emissionen verursacht.»

Nutzungsbonus oder Zwischennutzungen

Um Gewerberäume zusätzlich zu fördern, schlägt der Gemeinderat unter anderem einen Nutzungsbonus bei Neubauten vor, wie dies bereits bei preisgünstigen Wohnungen praktiziert wird. Ermöglicht ein Bauherr einen hohen Gewerbeanteil im Gebäude, darf dieses ein grösseres Volumen aufweisen. Der Gemeinderat will auch verhindern, dass bei Umzonungen weiterer «geeigneter Gewerberaum» verloren geht. Eine Einflussmöglichkeit ist zudem, bei Bebauungs- oder Gestaltungsplänen einen Gewerbeanteil festzulegen. Weiter sollen leere Gebäude zwischengenutzt werden. «Eine Möglichkeit wäre etwa die alte Produktionshalle der Ziegelei, wobei das natürlich von den Plänen der Eigentümerin abhängt», sagt Zemp.

Aktiv in den Immobilienmarkt eingreifen – beispielsweise durch die Abgabe von vergünstigtem Land im Baurecht oder indem die Gemeinde selbst bezahlbare Gewerberäume erstellt und vermietet – will der Gemeinderat aber nicht. «Einerseits verfügen wir kaum mehr über dafür geeignetes Land», sagt Zemp. «Andererseits entstünde dabei ein neues Problem: Wer hat Anrecht auf vergünstigte Räume? Nach welchen Kriterien sollen diese vergeben werden?» Jede Begünstigung eines Unternehmers stelle einen «Eingriff in den Wettbewerb» dar. «Offen ist weiter die Frage, wie man Grundeigentümer dazu bringen soll, ihre Räumlichkeiten an entsprechende Gewerbebetriebe zu vermieten. Zwingen kann man sie nicht.»

SVP: «Vorschläge sind zahnlos»

Generell bezweifelt Zemp, dass die Gemeinde die Preisentwicklung aufhalten kann. «Doch natürlich erachtet es der Gemeinderat auch nicht als ideal, wenn Gewerbebetriebe abwandern.» Mit den vorgeschlagenen Massnahmen hofft Horw, die Entwicklung zumindest etwas abschwächen zu können. Bei der SVP, auf die der Planungsbericht zurückgeht, ist man nicht zufrieden. «Die Vorschläge sind zahnlos», sagt Fraktionschef Oliver Imfeld. «Es fehlen etwa konkrete Vorschläge, an welchen Standorten mehr Gewerberäume entstehen könnten.» Dass der Gemeinderat nun verhindern will, durch Umzonungen Gewerberäume zu verlieren, sei angesichts der Umzonung des Areals Wegmatt ein «Lippenbekenntnis». Einverstanden ist die SVP dagegen mit der Haltung des Gemeinderats, dass die Gemeinde nicht aktiv in den Markt eingreifen soll. «Ihre Aufgabe ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen.»

Der Horwer Einwohnerrat behandelt den Planungsbericht an seiner nächsten Sitzung vom 14. Dezember.

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