HORW: Horw will ein Jugendparlament

Jugendliche sollen in Horw mehr Gehör bekommen. Für die Gründung eines Jugendparlaments werden nun Interessierte gesucht.

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«Der Austausch zwischen Jugend und Politik soll verankert werden», so Oskar Mathis, Sozialvorsteher Horw. (Bild: Archiv Neue LZ)

«Der Austausch zwischen Jugend und Politik soll verankert werden», so Oskar Mathis, Sozialvorsteher Horw. (Bild: Archiv Neue LZ)

«Speeddating» für politisch interessierte Jugendliche gibt es in Horw schon. Die Jungen treffen sich an diesem Anlass mit profilierten Politikern – Einwohnerräten – und bringen ihre Anliegen ein. Aus dem Speeddating entstanden ist ein Postulat, das im letzten Jahr von der L20, der CVP und der FDP eingereicht wurde. Es fordert mehr Platz für die Horwer Jugendverbände. Die Antwort des Gemeinderats zu diesem Vorstoss steht noch aus.

Drei bis fünf Jugendliche gesucht

Nun soll die politische Mitwirkung der Jugendlichen institutionalisiert werden – mit einem Jugendparlament. Die Schaffung eines solchen Parlaments ist im Jugendleitbild der Gemeinde vorgesehen. In der letzten Ausgabe des Horwer Infoblatts Blickpunkt wurde nun der Aufruf an die Jugendlichen gestartet. Für die Gründung des Jugendparlaments werden drei bis fünf Interessierte gesucht, sagt Isabelle Albisser, Teamleiterin der Jugendanimation, welche das Projekt begleitet: «Wer mitmachen will, muss zwischen 12 und 25 Jahre alt sein und in Horw wohnen. Es sollte Interesse vorhanden sein, sich in der Freizeit zu engagieren, zu organisieren und sich für Jugendliche und deren Anliegen einzusetzen.» Bestimmte politische Kenntnisse seien hingegen nicht zwingend. Albisser sagt, aus ersten persönlichen Gesprächen mit Jugendlichen habe sie schon positive Rückmeldungen erhalten. Eine Gruppe habe man aber noch nicht gebildet.

Gefäss für politischen Dialog

Weshalb braucht Horw ein Jugendparlament? Werden die Jugendlichen von der Politik etwa zu wenig berücksichtigt? Der zuständige Horwer Gemeinderat, Sozialvorsteher Oskar Mathis, verneint dies und verweist unter anderem auf den erwähnten parteiübergreifenden Vorstoss, der mehr Platz für die Jugendverbände fordert. «Mit einem Jugendparlament soll der Austausch zwischen Jugend und Politik dauerhaft verankert und die Partizipationsmöglichkeit von Jugendlichen gesichert werden», sagt Mathis. Zudem, fügt er an, soll ein Gefäss für den politischen Dialog unter den Jugendlichen selber geschaffen werden.

«Keine Imitation»

Ein Jugendparlament ist deshalb auch nicht mit einem anderen Parlament, wie beispielsweise dem Horwer Einwohnerrat oder dem Luzerner Kantonsrat, vergleichbar. «Es ist keine Imitation eines Erwachsenenparlaments. Die Art der Umsetzung und den Inhalt bestimmen die Jugendlichen selbst», betont Isabelle Albisser. «Es können Projekte durchgeführt oder andere Jugendliche fürs Wählen und Abstimmen motiviert werden.» Welche Tätigkeiten die Jugendlichen in Horw in den Fokus rücken, ist ihnen überlassen und hängt von ihrem Engagement ab.

Rund 60 Jugendparlamente

In der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein gibt es inzwischen rund 60 Jugendparlamente, in denen über 1500 aktiv sind. Dies ist der Homepage des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente zu entnehmen. Im Kanton Luzern gibt es fünf Jugendparlamente (Emmen, Stadt Luzern, Rothenburg, Wauwil, Kanton Luzern). Das Jugendparlament der Stadt Luzern, das 1998 gegründet wurde, ist das älteste im Kanton. Auf Anstoss des städtischen Jugendparlaments ist beispielsweise das Nachtbus-Angebot Nachtstern der VBL entstanden. Die erste Session des kantonalen Jugendparlaments fand am 20. Oktober des letzten Jahres statt.

Wann das Horwer Jugendparlament gegründet werden soll, steht noch nicht fest. «Dies wird vom geplanten Partizipationsprozess abhängig sein», sagt Oskar Mathis. Auch die Umsetzungsform – also wie das Parlament funktionieren soll – wird mit den Jugendlichen zusammen erarbeitet.

Christian Glaus