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Horw: Jetzt kommt es zum Showdown um die Unterführung Wegmatt

Die Bagger für den Bau der neuen Wegmatt-Unterführung in Horw stehen schon bereit. Doch die Stadt Kriens und der Verkehrsclub Schweiz könnten das Projekt zu Fall bringen. Nun haben sie ihre Beschwerde in letzter Minute neu formuliert – damit kann Horw wieder hoffen.
Robert Knobel
An dieser Stelle möchten die Zentralbahn und die Gemeinde Horw eine Unterführung unter der Bahnlinie erstellen. Das Wegmatt-Areal soll später überbaut werden. (Bild: Google)

An dieser Stelle möchten die Zentralbahn und die Gemeinde Horw eine Unterführung unter der Bahnlinie erstellen. Das Wegmatt-Areal soll später überbaut werden. (Bild: Google)

Der Krienser Stadtrat akzeptiert die Aufhebung der beiden Bahnübergänge an der Horwer- und Wegmattstrasse nach wie vor nicht. Er will daher das Vorhaben der Zentralbahn vor Bundesverwaltungsgericht anfechten (wir berichteten). Mit diesem Vorgehen ist Kriens nicht allein: Auch der Verkehrsclub Schweiz (VCS) hat eine Beschwerde eingereicht, wie dieser am Freitag mitteilte.

Die Stadt Kriens, Quartierbewohner und der VCS kämpfen schon seit Langem gegen die ersatzlose Streichung der oberirdischen Bahnübergänge im Kuonimatt-Quartier. Der Entscheid, vor Bundesverwaltungsgericht zu gehen, könnte nun aber einen gewichtigen Kollateralschaden in der Nachbargemeinde Horw auslösen. Die Aufhebung der Bahnübergänge ist nämlich eng verknüpft mit einer neuen Unterführung im Horwer Gebiet Wegmatt. Diese steht kurz vor Baubeginn – noch in diesem Monat hätten die Bagger auffahren sollen.

Das Gerichtsverfahren gegen die Aufhebung der Bahnübergänge könnte auch die Unterführung blockieren, da die Beschwerde aufschiebende Wirkung hat. Das wäre besonders schlimm, da der Bau nicht warten kann: Die Unterführung muss während der ohnehin geplanten Totalsperre der Zentralbahn-Strecke Luzern-Alpnachstad im kommenden Frühling realisiert werden. «Unter laufendem Bahnbetrieb würde die Unterführung signifikant teurer», erklärt Gunthard Orglmeister, Leiter Infrastruktur bei der Zentralbahn.

Niemand hat etwas gegen eine neue Unterführung

Kein Wunder ist in Horw Hektik ausgebrochen. «Es ist alles bereit, um mit dem Bau der Unterführung loszulegen», sagt der Horwer Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP). Der Gemeinderat werde alles daran setzen, dass das Bundesverwaltungsgericht die aufschiebende Wirkung für den Bau der Wegmatt-Unterführung entzieht. Denn gegen die Unterführung hat im Prinzip niemand etwas – weder der Krienser Stadtrat noch der VCS.

«Wir fänden es schade, wenn die Unterführung nicht gebaut würde», sagt Elias Vogler, Geschäftsführer des VCS Luzern. Hingegen lehne man die Unterführung ab, sofern sie als Ersatz für die Bahnübergänge diene. Der Krienser Stadtrat sieht dies ähnlich. Er hat den Horwern deshalb auch versprochen, in der Beschwerde explizit darauf hinzuweisen, dass diese nur den Bahnübergängen, aber nicht der Unterführung gelte.

Auch der VCS hat am Freitag in letzter Minute noch einen entsprechenden Satz in die Beschwerde aufgenommen. Nun liegt es an den Juristen des Bundes, ob sie die Beschwerde als Opposition gegen das gesamte Projekt auffassen, oder ob sie den Horwern grünes Licht für den Baubeginn geben. Für Thomas Zemp ist jedenfalls klar: «Wir kämpfen bis zum Letzten.»

Unterführung entfaltet ihren Nutzen erst in einigen Jahren

Die Unterführung Wegmatt soll gemäss Plänen der Zentralbahn als Ersatz für die beiden oberirdischen Bahnübergänge zwischen Kriens und Horw dienen. Andererseits soll sie auch die Horwer Quartiere diesseits und jenseits der Bahnlinie besser miteinander verknüpfen.

Bis die Unterführung ihre volle Wirkung entfaltet, dauert es aber noch einige Jahre. Denn das Wegmatt-Areal ist heute noch weitgehend unbebaut. Der Horwer Einwohnerrat hat aber 2016 die Weichen für eine künftige Überbauung gestellt. Auch auf der anderen Seite der künftigen Unterführung wird in den nächsten Jahren kein Stein auf dem anderen bleiben. Das Gebiet rund um den Horwer Bahnhof und die Horwerhalle soll im Zuge des Projekts Horw Mitte völlig neu überbaut und neu gestaltet werden.

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