HORW: Jugendlicher im Winkel ertrunken

Ein 16-Jähriger ist am Dienstagabend im Winkel in Horw ertrunken. Wie es zu dem tragischen Unfall kommen konnte, ist noch unklar.

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Der tödliche Badeunfall ereignete sich im Gebiet Winkel in Horw. (Bild: Google Street View (Symbolbild))

Der tödliche Badeunfall ereignete sich im Gebiet Winkel in Horw. (Bild: Google Street View (Symbolbild))

Im Strandbad Winkel in der Gemeinde Horw ist am Dienstagabend ein 16-Jähriger im Vierwaldstättersee ertrunken. Der Bub war Teil einer Gruppe junger Leute. Einige von ihnen gingen kurz vor 21 Uhr ins Wasser. So auch der Bub. Kurze Zeit später wurde er vermisst, wie die Luzerner Polizei am Mittwochmorgen mitteilt. Der Bub wurde von einem Badegast in Ufernähe auf dem Grund des Sees entdeckt. Sofort wurde der Bub an Land gebracht und reanimiert.

Ein Ambulanzteam stellte kurze Zeit später den Tod des Jugendlichen fest. Der Bub konnte nicht mehr reanimiert werden und verstarb gemäss Luzerner Polizei noch am Unfallort. Wie es zu dem tragischen Unfall kam, ist zurzeit noch unklar.

Der Badeunfall ist laut Radio Pilatus nach einem Lehrlingsevent einer grösseren Firma passiert. Die Seestrasse war zwischenzeitlich gesperrt.

Es ist nicht der erste Badeunfall in diesem Jahr in der Zentralschweiz: Am 7. August ertrank ein 11-jähriges Mädchen im Seelisbergsee (Zum Artikel» ). Am ersten Juni-Wochenende nahm ein 20-Jähriger mit zwei Freunden einen Mitternachtsschwumm im Rotsee – und ertrank (Zum Artikel »).

Offizielle Zahlen zu den tödlichen Schweizer Badeunfällen liegen noch nicht vor. Schätzungen zufolge sollen aber bereits 30 bis 35 Menschen ertrunken sein - mehr als im gesamten Vorjahr.

Fehlendes Risikobewusstsein

Philipp Binaghi, Mediensprecher der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG), führt das auf zwei Faktoren zurück. Der erste Faktor ist der heisse Sommer. «Bei schönem und warmem Wetter verbringen die Leute ihre Zeit gern am Wasser», sagt Binaghi. Wenn mehr Menschen baden gingen, sei es schlicht wahrscheinlicher, dass es zu einem Unglück komme.

Der zweite Faktor ist das fehlende Risikobewusstsein. «Die meisten Todesfälle sind darauf zurückzuführen, dass die Baderegeln nicht eingehalten wurden », betont Binaghi (siehe Box). So etwa würden 90 Prozent der Badeunfälle von Kindern nicht passieren, wenn die Eltern ihre Aufsichtspflichten wahrnehmen würden. «Der Aufenthalt am und im Wasser wird oft unterschätzt», sagt Binaghi.

Tipps fürs Baden in Seen

Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) empfiehlt, dass man sich nur in freie Gewässer wie Flüsse, Weiher und Seen wagen soll, wenn

  • man ein guter und geübter Schwimmer ist.
  • Zudem sollte man aufpassen bei kälteren Wassertemperaturen.
  • Unterkühlung kann zu Muskelkrämpfen führen. Deshalb: Je kälter das Wasser, umso kürzer der Aufenthalt.
  • Das kältere Wasser ist auch eine starke Belastung für den Kreislauf.
  • Badeplatz überlegt auswählen.
  • Infos bei Ortskundigen einholen.
  • Kinder nie aus den Augen lassen.
  • Nicht allein schwimmen gehen.
  • Nicht zu weit vom Ufer weg.
  • Niemals in der Nähe einer Wehranlage baden.

pd/nop/ars/rem