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HORW: Kampf gegen Abfallsünder

In Horw hat das illegale Entsorgen von Abfall stark zugenommen. Um den Fehlbaren auf die Schliche zu kommen, wird der Abfall sogar durchsucht.
Illegal am Waldrand entsorgte Stühle und Sitzkissen. (Bild: Archiv Neue LZ)

Illegal am Waldrand entsorgte Stühle und Sitzkissen. (Bild: Archiv Neue LZ)

Christian Glaus

Kaum geleert, sind sie schon wieder randvoll: Einige der öffentlichen Abfallkübel in Horw werden immer wieder von einzelnen Anwohnern benutzt, um dort Haushaltsabfälle zu entsorgen. Doch diese gehörten eigentlich in die blauen Gebührensäcke. «Die aus den öffentlichen Abfallbehältern entsorgten Abfälle haben sich in den letzten Jahren beinahe verdoppelt», sagt der zuständige Gemeinderat Robert Odermatt. Auch die 24-Stunden-Gesellschaft trage dazu bei, dass die Abfallmenge zunehme. Fast jederzeit und überall kann konsumiert werden. Die Abfälle landen dann – ganz legal – ebenfalls in den öffentlichen Kübeln. «Tatsache ist jedoch, dass der Anteil des Hauskehrichts, trotz sehr günstiger Entsorgungsmöglichkeiten, grösser geworden ist», so Odermatt.

Schätzungsweise 17 Tonnen illegal

Vor allem im Dorfzentrum, in der Nähe von Läden und Take-aways, sowie Sammelstellen und Bushaltestellen werde Abfall illegal entsorgt. Dies auch «aufwendig in Plastiksäcklein verpackt», wie Odermatt sagt. Im letzten Jahr wurden in Horw knapp 68 Tonnen Abfall eingesammelt. Etwa ein Viertel davon sei gemäss Schätzungen illegal entsorgt worden, so Odermatt. Das entspricht 17 Tonnen. Bei Kosten von 250 Franken pro Tonne Abfall musste die öffentliche Hand letztes Jahr für die Entsorgung illegaler Abfälle 4250 Franken zahlen. Die Gemeinde hat nun in der letzten Ausgabe ihres Infomagazins Blickpunkt einen Artikel veröffentlicht, der darauf hinweist, dass das Entsorgen von Hausabfällen in öffentlichen Kübeln strafbar ist.

Meist Wiederholungstäter

Genaue Zahlen über die Menge der illegal entsorgten Abfälle erhebt keine Gemeinde. Der Anteil an der gesamten Abfallmenge liege jedoch im Promillebereich, heisst es in den grössten Gemeinden der Region auf Anfrage. In Emmen etwa entstehen durch illegale Entsorgung jährliche Kosten von rund 6000 Franken. Eine Zunahme habe man in den letzten Jahren nicht festgestellt, so Gemeinderat Josef Schmidli.

Auch in der Stadt Luzern liegen die illegal entsorgten Abfälle im Promillebereich, wie Abfallberater Othmar Fries sagt. «Trotzdem sieht es schnell schlimm aus.» Die öffentlichen Güselkübel werden deshalb teilweise zwei- bis dreimal täglich geleert. Die Abfallsünder präparieren die Abfälle teils aufwendig, entfernen Adressen oder Ähnliches, sodass keine Rückschlüsse auf die Person möglich sind. Oft mit mässigem Erfolg. Es seien immer wieder die gleichen Personen, die ihren Güsel in öffentlichen Kübeln entsorgen. «Bei diesen Personen fehlt es am Unrechtbewusstsein. Wer Abfall einmal illegal entsorgt, macht das immer wieder», weiss Fries. Es gebe Personen in der Stadt, die seien schon mehrfach wegen illegaler Entsorgung angezeigt worden.

In der Stadt und den Agglomerationsgemeinden werden illegale Abfälle untersucht, in der Hoffnung, den Urheber zu finden. «Man kennt sich über die Abfälle», sagt Fries. «Ich erkenne oft schon am Inhalt, ohne eine Adresse zu sehen, wem der Abfall gehört.» Die Gewohnheiten lassen den Abfall immer ähnlich aussehen. Von Mitte 2003 bis Ende 2014 hat die Stadt Luzern 28 369 illegal entsorgte Säcke (unterschiedliche Grössen) eingesammelt. 3362 Güselsündern wurde der verursachte Aufwand in Rechnung gestellt, 1203 Personen wurden angezeigt.

Dieb durch Abfall überführt

In diesem Jahr hat das städtische Strasseninspektorat gar einen krassen Fall aufgedeckt: Ein Mitarbeiter der Post hat Briefe mit Bargeld gestohlen. Aufgeflogen ist er, weil er den Rest in einem schwarzen Abfallsack entsorgt hat. Dieser wurde vom Strasseninspektorat kontrolliert, welches die Polizei einschaltete. Diese konnte einen damals 40-jährigen Mann aus der Türkei als mutmasslichen Briefdieb ermitteln. Auch die Agglogemeinden kontrollieren die illegal entsorgten Abfälle und stellen Bussen aus. In Emmen etwa wurden letztes Jahr sechs Personen gebüsst. Im laufenden Jahr wurden in Horw noch keine Bussen ausgesprochen, jedoch werden die Kontrollen nun wieder verstärkt. Dort nimmt man zudem eine neue Generation von Abfallbehältern in Betrieb: So genannte «Abfallhaie». Dieselben Kübel gibt es bereits andernorts, etwa in Kriens. «Durch die Haifischzähne wird das Einwerfen von verpacktem Hauskehricht zusätzlich erschwert, was zumindest ein schlechtes Gewissen hervorrufen soll», so der Horwer Gemeinderat Robert Odermatt. Zudem setzen die Gemeinden auf Information. Ihre Botschaft: Illegales Entsorgen von Abfällen ist unter dem Strich teurer, als Gebührensäcke zu kaufen (siehe Kasten).

150 Franken Busse

In öffentlichen Kübeln dürfen nur Abfälle entsorgt werden, die unterwegs anfallen. Abfall, der zu Hause anfällt, muss in den blauen Gebührensäcken entsorgt werden. Ein 35-Liter-Sack beispielsweise kostet 1.70 Franken. Wer sich nicht daran hält und Haushaltsabfälle in öffentlichen Abfallkübeln entsorgt, muss mit Konsequenzen rechnen. Als Aufwandentschädigung verlangt die Stadt Luzern mindestens 150 Franken. Der Betrag kann im Wiederholungsfall auch bedeutend höher sein. In Horw kostet das illegale Entsorgen von Abfällen mindestens 200 Franken. Im Wiederholungsfall erfolgt eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft, welche eine Busse ausspricht.

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