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HORW: Kaum Gewerberäume in Horw – Einwohnerräte sind ratlos

Kleine Firmen bekunden zusehends Mühe, bezahlbare Lokale zu finden. Alle Parteien bedauern das, doch konkrete Massnahmen dagegen haben sie nicht auf Lager.
Stefan Dähler
Die Gemeinde Horw. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Die Gemeinde Horw. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Die Gemeinde Horw muss Gewerberäume fördern. Das hat der Einwohnerrat an seiner gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen. Konkret hat er einen Planungs­bericht überwiesen, der folgende Massnahmen vorsieht: Wer als Bauherr in einem Neubau Gewerberäume einplant, soll einen Nutzungsbonus erhalten – also einen grösseren Bau realisieren dürfen. Dies wird bereits bei preisgünstigen Wohnungen so praktiziert.

Weiter soll die Gemeinde verhindern, dass bei Umzonungen noch mehr Raum für Firmen verloren geht, und bei Bebauungs- oder Gestaltungsplänen einen Gewerbeanteil festlegen. Zudem sollen leere Gebäude zwischengenutzt werden. Eine Möglichkeit sähe der Gemeinderat bei der Produktionshalle der Ziegelei, wobei dies noch von den Plänen der Eigentümerin abhänge. Der Planungsbericht ist aufgrund einer Motion der inzwischen zurückgetretenen Einwohnerrätin Jasmin Ziegler-Hüppi (SVP) entstanden (Ausgabe vom Montag).

Die Überweisung zeigt: Darüber, dass vor allem das laute Gewerbe gefördert werden soll, herrscht Einigkeit. «Auch im digitalen Zeitalter müssen WC-Abflüsse gereinigt und Velos geflickt werden», sagte etwa Stefan Maissen (FDP). «Für ein lebendiges Horw ist eine gute Durchmischung von Wohnungen und Gewerbe wichtig.» Trotzdem waren nicht alle Einwohnerräte mit dem Planungsbericht zufrieden. Als «zahnlos» bezeichneten ihn etwa Jürg Luthiger (CVP) und Oliver Imfeld (SVP). Letzterer kritisierte, dass durch Umzonungen in den letzten Jahren viel Gewerberaum verloren gegangen sei, zuletzt beim Wegmatt-Areal. Die Vorschläge seien «sinnvoll, aber auch etwas vage», meinte Maissen. «Das ist auch ein Ausdruck von Ratlosigkeit. Wir wünschten uns in dieser Hinsicht etwas mehr Engagement vom Gemeinderat.»

Attraktivität treibt Preise für Immobilien in die Höhe

Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP) erläuterte das Dilemma aus Sicht der Exekutive: «Dass es dem Gewerbe schwerfällt, sich in Horw zu halten oder anzusiedeln, ist auch der Effekt von etwas Erfreulichem. Die Gemeinde ist attraktiv zum Wohnen.» Diese Entwicklung treibe jedoch die Im­mobilienpreise in die Höhe, und Grundeigentümer bevorzugten Wohnungen, weil diese in der Regel eine höhere Rendite abwerfen würden als Gewerberäume. Weiter bestehe bei Vermietern die Befürchtung, dass Firmen mit Lärmemissionen die Anwohner stören könnten und es zu Konflikten kommen könnte. In den Markt eingreifen will der Gemeinderat jedoch nicht. So lehnt er es ab, selbst preisgünstigen Gewerberaum zu erstellen. «Die Frage wäre dann, welche Art von Gewerbe und welche einzelnen Firmen Anrecht auf günstige Räume haben. Die Gleichbehandlung wäre nicht mehr gegeben», sagte Zemp. Zudem verfüge die Gemeinde nicht über geeignete Landreserven. Weiter könne man den Eigentümern auch nicht vorschreiben, an wen sie ihre Räumlichkeiten vermieten sollen.

Gäbe es weitere Ideen, um das Gewerbe zu fördern? SVP-Einwohnerrat Reto Eberhard sagte, man habe solche in der Bau- und Verkehrskommission gesucht, aber auch keine Lösung gefunden. Schliesslich brachte die SVP noch einen Antrag durch: So muss sich der Gemeinderat dafür einsetzen, dass das Gebäude der Edward Lifesciences nach dem Wegzug der Firma weiterhin von Gewerbebetrieben genutzt wird. Da sich dieses in einer Arbeits­zone befinde, werde dies sowieso der Fall sein, meinte Zemp. Der Antrag wurde dennoch mit 8 zu 6 Stimmen angenommen, dies bei rekordverdächtigen 12 Enthaltungen – wohl auch eine Art Ausdruck von Ratlosigkeit.

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