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Horw Mitte: Hunderte neue Wohnungen im Stadtpark

Auf dem Ziegeleiareal haben die Bauarbeiten für den öffentlichen Park begonnen. Zudem stehen die Projekte für die Baufelder Nord und Mitte fest. Bei beiden wollen die Architekten mit Besonderem punkten.
Roman Hodel
Die Wohnüberbauung auf dem Baufeld Mitte im künftigen «Ziegeleipark »in Horw. (Visualisierung: nightnurse images, Zürich)

Die Wohnüberbauung auf dem Baufeld Mitte im künftigen «Ziegeleipark »in Horw. (Visualisierung: nightnurse images, Zürich)

Bagger schaufeln im nördlichen Teil des Horwer Ziegeleiareals derzeit ein neues Bett für den Steinibach. Er wird verlegt, verläuft dereinst mitten durch die neuen Überbauungen und ist Teil des künftigen Ziegeleiparks. Rund 7000 Quadratmeter gross wird der öffentliche Aussenraum, gestaltet vom Studio Vulkan Landschaftsarchitektur – von ihm stammt auch der Viscosistadt-Park in Emmenbrücke. «Der Ziegeleipark mit seinen Wiesen, Hochstammbäumen und Wegen wird das Herzstück des Areals», sagt Oliver Hagen von der Odinga Picenoni Hagen AG. Er entwickelt das Areal im Auftrag der Landbesitzerin AGZ Ziegeleien. Bereits in der zweiten Hälfte 2019 soll der Park zugänglich sein, lange bevor die ersten Bewohner aufs Areal ziehen. «Meist werden Grünräume erst nach dem Bau der Häuser gestaltet, wodurch dann das Budget für etwas Ordentliches fehlt.» Dabei seien diese für die Bewohner «matchentscheidend».

Hagen weiss, wovon er spricht. Er verantwortet beispielsweise die Transformation des Industrieareals Zellweger in Uster ZH vom reinen Arbeits- auch in ein Wohnquartier. Dass der bestehende Park dort mit den Weihern erhalten bleiben musste, erwies sich als Glücksfall – man wohnt im Grünen und doch zentral. Genau das gilt auch für das Horwer Ziegeleiareal: Die S-Bahnstation liegt gleich nebenan, das Dorfzentrum und der Pilatusmarkt in unmittelbarer Nähe.

Skizze des einen geplanten Mehrfamilienhauses auf dem Baufeld Nord. (Visualisierung: PD)

Skizze des einen geplanten Mehrfamilienhauses auf dem Baufeld Nord. (Visualisierung: PD)

Erste 100 Wohnungen im «mittleren Preissegment»

Die Baubewilligung für die ersten 100 Mietwohnungen ist rechtskräftig. Realisiert werden sie von der AGZ Ziegeleien selber, in drei achtstöckigen Mehrfamilienhäusern auf dem Baufeld Mitte. Geplant sind «kompakt geschnittene» 1,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen im «mittleren Preissegment». Genaue Mietzinse stünden noch nicht fest. Und Angaben zur Höhe der Investitionen gibt es von Hagen ohnehin keine. Auffällig an den vom Zürcher Architekturbüro felberfendt entworfenen Gebäuden sind die Backsteinfassaden. «Eine Reminiszenz an die Vergangenheit des Areals», sagt Hagen. Selbstverständlich werden die Backsteine von den AGZ Ziegeleien hergestellt – und zwar im Werk in Gettnau. Besonders sind zudem die riesigen, bis zu 20 Quadratmeter grossen und mit Holz ausgestalteten Balkone. Hagen ist überzeugt, dass diese «Cosiness», wie er sagt, gut ankommen wird. «Zumal die Balkone den Bezug zum Park herstellten – die Leute halten sich generell mehr draussen auf.» Im Erdgeschoss sind Co-Working-Spaces, Gemeinschaftsräume und ein Café mit Bäckerei vorgesehen. Die Häuser sollen Anfang 2021 bezugsbereit sein.

Hier wird der Steinibach künftig durchfliessen. (Bild: hor)

Hier wird der Steinibach künftig durchfliessen. (Bild: hor)

So weit ist man beim Baufeld Nord noch nicht. Die AGZ Ziegeleien haben dieses Grundstück Anfang Jahr an die Anlagestiftung Turidomus verkauft. Aus einem Studienauftrag mit 14 teilnehmenden Architekturbüros wählte eine Jury inzwischen deren zwei aus. Baumann Roserens aus Zürich entwerfen ein zehnstöckiges Mehrfamilienhaus, noAarchitecten aus Brüssel ein sechsstöckiges. Bei beiden Gebäuden wird die Fassade partiell ebenfalls aus Backstein bestehen. «Alle Häuser auf dem Areal sollen einen gestalterischen Bezug zueinander haben», sagt Birgit Hattenkofer von der Pensimo Management AG. Sie entwickelt das Baufeld Nord für die Turidomus. In den beiden Gebäuden sollen rund 200 «preiswerte» Mietwohnungen mit 2,5 bis 4,5 Zimmern Platz finden. «Der genaue Mix ist noch nicht definiert – wir starten erst mit dem Vorprojekt», sagt Hattenkofer. Wegen der Nähe zum Campus der Hochschule Luzern seien sicher Studenten-WG’s geplant. Der Bezug ist auf Ende Jahr 2021, Anfang 2022 vorgesehen.

Nur wenig neue Mietwohnungen in Horw

Bei den beiden Siegerprojekten lobt Hattenkofer das «Gemeinschaftliche». So verfüge eines der Gebäude über Halbgeschosse. «Dadurch hat man Sichtbezug zu mehr Nachbarn als sonst; dies bei hoher Privatsphäre.» Zudem sorge die Anordnung der Wohnungen und Eingänge dafür, dass sich die Bewohner eher über den Weg laufen würden. Noch offen ist, wann die Baufelder Süd und Mitte West folgen. Auf Letzterem befinden sich aktuell noch Hallen der Ziegelei. In diesen ist zum Teil eine Zwischennutzung geplant. Die Bebauung in Etappen kommt nicht von ungefähr: Im Raum Luzern sind zig Neubauprojekte in der Ausführung oder Planung – gerade auch in Luzern Süd. Will heissen: Die Vermietung der neuen Wohnungen im Ziegeleipark wird kein Spaziergang. Doch Oliver Hagen ist zuversichtlich: «Erstens haben wir ein Top-Produkt und zweitens wurden in Horw in den letzten Jahren eher wenig Mietwohnungen gebaut – obwohl der Ort punkto Lage, Infrastruktur und Steuerfuss attraktiv ist.» Trotzdem rechnet er mit einem Verdrängungskampf. Auch Leerstände am Anfang seien möglich. «Das ist jedoch verschmerzbar», sagt Hagen. «Denn unsere Investoren denken langfristig.»

Auf dem Areal werden aktuell immer noch Backsteine gelagert. Für die Hallen ist eine Zwischennutzung vorgesehen. (Bild: hor)

Auf dem Areal werden aktuell immer noch Backsteine gelagert. Für die Hallen ist eine Zwischennutzung vorgesehen. (Bild: hor)

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