Horw muss für Diebin bezahlen

Ein 14-jähriges Mädchen verunfallt in Horw nach einem Einbruch. Die Gemeinde wird für die Spitalkosten aufkommen müssen.

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Die Felswand, über die das Mädchen gestürzt ist. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)

Die Felswand, über die das Mädchen gestürzt ist. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)

Der Unfall ereignete sich im vergangenen September: Das Diebesduo kam aus dem Elsass angereist, ein 14-jähriges Mädchen und eine acht Jahre ältere Frau. Nachdem sie in Kastanienbaum bei einem Einbruch überrascht wurden und der Polizei knapp hatten entwischen können, flüchteten die beiden nach St. Niklausen.

Dort stürzte die 14-Jährige über eine rund 12 Meter hohe Felswand in den Uferbereich des Vierwaldstättersees. Beim Sturz zog sich das Kind schwerste Verletzungen zu. Wie Recherchen der Neuen Luzerner Zeitung ergeben haben, liegt es nun seit rund vier Monaten querschnittgelähmt im Schweizer Paraplegiker Zentrum (SPZ) in Nottwil. Wann die junge Patientin die Klinik wieder verlassen kann, ist nicht klar. Angaben über die Verunfallte sind vom SPZ keine in Erfahrung zu bringen. Fest steht aber, dass die Kosten für die Pflege bereits heute auf deutlich über 100 000 Franken angewachsen sind.

Kein Versicherungsschutz?

Nun stellt sich die heikle Frage, wer die aufwendige medizinische Behandlung schliesslich bezahlen muss. Denn das Mädchen verfügt über keinerlei Versicherungsschutz. Fest steht, dass die Gemeinde Horw einen Teil der Kosten übernehmen werden muss. Und zwar jenen Aufwand, der für die lebenserhaltenden Massnahmen der Verunfallten angefallen ist. Die ersten Eingriffe wurden im Luzerner Kantonsspital vorgenommen, danach erfolgte die Verlegung nach Nottwil. Da es zwischen der Schweiz und Kroatien, wo das Mädchen herkommt, keinen entsprechenden Staatsvertrag gibt, ist es eher unwahrscheinlich, dass der Heimatstaat der Verunfallten für deren Behandlung in der Schweiz aufkommen wird.

Thomas Heer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der «Zentralschweiz am Sonntag».