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HORW: Neuer Wohnraum für Studenten

Seit Jahren will ein Zuger Architekt beim alten Werkhof Studenten- und Businesswohnungen bauen. Zwischenzeitlich drohte das Projekt zu scheitern. Nun soll doch gebaut werden – aber teurer als geplant.
Oliver Schneider
Das alte Werkhofgebäude in Horw. (Bild: Boris Bürgisser (Horw, 5. Januar 2011))

Das alte Werkhofgebäude in Horw. (Bild: Boris Bürgisser (Horw, 5. Januar 2011))

Oliver Schneider

region@luzernerzeitung.ch

Ganze fünf Jahre lagen sich die Gemeinde Horw und der Zuger Architekt Joe Hegglin in den Haaren. Jetzt hat das Zuger Immobilienunternehmen Hegimmo AG ein Baugesuch für das ehemalige Werkhofareal an der Kantonsstrasse eingereicht.

Der Gestaltungsplan sei bereits bewilligt worden, bestätigt die Gemeinde Horw auf Anfrage. Davor mussten aber die Pläne von Hegglin dreimal überarbeitet werden, weil sie von der Gemeinde zurückgewiesen worden waren: Im Juni 2013 wurde ein Entwurf vom Baudepartement wegen des «nicht überzeugenden Gesamteindrucks» zurückgewiesen; im Frühjahr 2014 handelte es sich um die Gestaltungsplan- und Baueingabe, die nicht akzeptiert wurde. «Die Situation ist nach wie vor angespannt, dennoch bin ich froh, dass wir das Projekt nun bald realisieren können», sagt Joe Hegglin.

Auf dem Werkhofareal sollen 30 Studentenwohnungen, 87 Business-Apartments und 2000 Quadratmeter Gewerberäume entstehen. Die Gewerberäume seien noch nicht vermietet oder verkauft, weshalb die definitive Nutzungsart unbestimmt ist. ­Ursprünglich war die Rede von 48 Studentenwohnungen und 50 Business-Apartments. «Die Gemeinde Horw wollte aber grössere Zimmer für die Studenten, weshalb wir die Anzahl reduzieren mussten», sagt Hegglin.

Streit führt zu erhöhtem Mietzins

Sofern alles nach Plan läuft, soll Ende Dezember mit dem Abbruch des Werkhofs begonnen werden. «Ziel ist es, die Wohnungen auf Semesterbeginn 2019 bezugsbereit zu haben», sagt Hegglin. Auch Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP) ist guter Dinge: «Ich bin zuversichtlich, dass das Bewilligungsverfahren nun zügig voranschreitet und dann schon bald mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.»

Die Verzögerungen gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan sind jedoch enorm. Die Hegimmo AG hat das Land von der Gemeinde im Baurecht erhalten. Im Vertrag stand, dass das Gebäude bis spätestens Ende 2015 bezugsbereit sein müsste. Aufgrund des Konflikts zwischen Architekt und Gemeinde konnte der Zeitplan aber nicht eingehalten werden. «Die Gemeinde hatte Vorstellungen, die teilweise schlichtweg nicht realisierbar waren», sagt Hegglin. Zwischenzeitlich sei die Lage für ihn aussichtslos gewesen. Den Höhepunkt erreichte der Streit im Jahr 2014, als Hegglin das Projekt gegenüber unserer Zeitung für gestorben erklärte. Nun seien aber sämtliche Vorgaben der Gemeinde Horw erfüllt. «Der neue Gemeinderat ist der Hauptgrund, weshalb wir diesen Durchbruch doch noch geschafft haben», sagt Hegglin.

Insgesamt belaufen sich die Baukosten auf knapp 18 Millionen Franken. Der Betrag sei aufgrund der Verzögerungen in die Höhe getrieben worden. So musste die Hegimmo AG halbjährlich einen Baurechtszins von rund 40000 Franken zahlen. «Die Leidtragenden sind im Endeffekt die künftigen Mieter», sagt Hegglin. Mit den erhöhten Baukosten seien automatisch auch die Mietzinsen gestiegen. «Eine Einzimmerwohnung für den Studenten wird statt 700 nun etwa 800 Franken kosten», sagt Hegglin. Genaue Berechnungen habe man aber noch nicht angestellt. ­Aufgrund des ausgezeichneten Standorts neben der Hochschule Luzern – Technik und Architektur befürchtet Hegglin, der selbst einmal dort studiert hat, aber ­keine geringere Nachfrage.

Hotelservice für Geschäftsleute

Das Gebäude wird vier Geschosse haben. Im Erdgeschoss und im ersten Stock sind Gewerberäume vorgesehen. Darüber werden die Geschäftsleute und Studenten leben. Sämtliche Wohnungen sind mit einer kleinen Küche, einer Toilette und einer Dusche ausgestattet. Während die Studenten für sich selber schauen müssten, werden die Geschäftsleute laut Hegglin einen Service wie im Hotel geniessen. Zudem würden zwei Aufenthaltsräume zur Verfügung stehen, die multifunktional genutzt werden könnten. Tagsüber sollen sie für Meetings und zum Lernen genutzt werden. «An den Abenden werden aber wohl eher die Studenten die Räume besetzen», sagt Hegglin.

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