Horw: Nur Röösli (L20) gewählt – Imfeld (SVP) muss in den zweiten Wahlgang

Überraschung bei der Ersatzwahl in den Horwer Gemeinderat: Claudia Röösli verteidigt den Sitz ihrer L20 mit einem Glanzresultat. Oliver Imfeld von der SVP hingegen muss in den zweiten Wahlgang. Denn die FDP tritt ebenfalls nochmals an – aus gutem Grund. 

Roman Hodel
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Der zurücktretende Oskar Mathis gratuliert Claudia Röösli von der L 20 zur Wahl. (Bild: Eveline Beerkircher, Horw, 19. Mai 2019)

Der zurücktretende Oskar Mathis gratuliert Claudia Röösli von der L 20 zur Wahl. (Bild: Eveline Beerkircher, Horw, 19. Mai 2019)

In Horw ist erst einer von zwei freiwerdenden Gemeinderatssitzen vergeben. Claudia Röösli verteidigt für die L20 jenen des zurücktretenden Oskar Mathis. Sie erzielte 2562 Stimmen und erreichte somit das absolute Mehr von 2106. Dieses verpasst hat dagegen Oliver Imfeld. Der SVPler holte 1879 Stimmen und kann somit den Sitz des zurücktretenden Robert Odermatt (noch) nicht beerben. Auf dem dritten und letzten Platz folgt FDP-Sprengkandidatin Francesca Schoch (FDP): Ihren Namen schrieben 1700 Horwer auf den Wahlzettel. Dies teilte die Gemeinde Horw am Sonntag mit.

gewählt
Claudia Röösli
Claudia Röösli
L20
2 562
Oliver Imfeld
Oliver Imfeld
SVP
1 879
Verfügbare Sitze: 2
Francesca Schoch
Francesca Schoch
FDP
1 700
Absolutes Mehr
2 106 Stimmen

«Es hat mich positiv überrascht, so viele Stimmen, so deutlich über dem absoluten Mehr – das hätte ich nicht erwartet», sagt Röösli. Sie habe eben mit Parteifreunden diskutiert und der Vergleich mit den Resultaten der beiden anderen Kandidierenden zeige klar, man habe nicht einfach eine Frau gewählt, sondern bewusst Claudia Röösli. Sie sagt:

«Das gibt mir auch ein gutes Gefühl für mein Amt – ich bin bei den Horwerinnen und Horwern breit abgestützt.»

Los geht’s für Claudia Röösli am 1. Oktober – am liebsten im Sozialdepartement. «Da kenne ich mich fachlich aus.» Sie wird im Hinblick darauf ihre Anstellung bei der Spitex Nidwalden kündigen und jene bei der Spitex Luzern reduzieren. «Zudem werde ich in der Zwischenzeit bei meinem Vorgänger Oskar Mathis anklopfen, damit er mich da und dort schon einarbeiten kann», sagt Röösli.

Gemischte Gefühle hat Oliver Imfeld: «Ich freue mich zwar über den klaren zweiten Platz, aber natürlich bin ich auch enttäuscht, das absolute Mehr verpasst zu haben.» Er sei schon überrascht, dass Francesca Schoch so viele Stimmen geholt habe, obschon sie politisch keine Erfahrung habe. Imfeld:

«Offenbar ist Kompetenz kein Hauptkriterium und möglicherweise konnte ich meine politische Erfahrung bislang zu wenig darstellen.»

Gleichwohl schaue er erhobenen Hauptes in Richtung zweiten Wahlgang. «Das gute Resultat stimmt mich optimistisch.»

Denn klar ist: Es wird am 23. Juni einen zweiten Wahlgang geben. «Ja, ich trete nochmals an – das habe ich nach Absprache mit meiner Partei beschlossen», sagt Francesca Schoch, beflügelt von ihrem guten Resultat. Damit habe sie selbst nicht gerechnet. «Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich eine politische Quereinsteigerin bin», so Schoch. Doch nicht nur das: «Ich habe so viele Gratulationen erhalten», sagt sie.

«Und es gibt durchaus Zeichen seitens der anderen Parteien, dass sie sich eine zweite Frau im Gemeinderat vorstellen können.»

Dass sie sich für die Wahl zur Verfügung gestellt habe, sei definitiv der richtige Entscheid gewesen, «denn stille Wahlen gehen gar nicht.»

Zwei Rücktritte auf Ende September

Nötig ist die Ersatzwahl, weil Mathis und Odermatt ihr Amt auf Ende September niederlegen werden. Die ordentliche Legislatur geht eigentlich erst nächstes Jahr zu Ende. Mathis amtet seit dem Jahr 2003 als Sozialvorsteher, Odermatt seit 2012 als Immobilien- und Sicherheitsvorsteher. Er ist überdies das erste Exekutivmitglied der Horwer SVP. Röösli und Imfeld wurden von ihren Parteien als Nachfolgerin, respektive Nachfolger nominiert. Und lange sah es auch nach einer stillen Wahl aus – bis die FDP Schoch ins Rennen brachte.

Somit wird es am 23. Juni einen zweiten Wahlgang brauchen, sollte es zu keiner stillen Wahl kommen. Klar ist im Moment: Von den fünf Gemeinderatssitzen belegt die CVP zwei (Thomas Zemp und Hans-Ruedi Jung) und die L20 einen. Die FDP verfügt mit Ruedi Burkart aktuell über einen Sitz. Tritt Schoch nochmals an und würde sie gewählt, zöge die FDP mit der CVP gleich. In diesem Fall hätte die SVP allerdings keinen Sitz mehr.