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HORW: Ruhender Pol im streitlustigen Rat

Das Amtsjahr des Einwohnerratspräsidenten Jürg Luthiger (CVP) neigt sich dem Ende zu. Er stand oft im Mittelpunkt – was ihm nicht immer leichtfiel.
Stefan Dähler
Der scheidende Horwer Einwohnerratspräsident Jürg Luthiger auf dem Gemeindehausplatz. Bild: Nadia Schärli (Horw, 29. Juni 2017)

Der scheidende Horwer Einwohnerratspräsident Jürg Luthiger auf dem Gemeindehausplatz. Bild: Nadia Schärli (Horw, 29. Juni 2017)

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Er sei eher ein ruhiger Typ, sagt Jürg Luthiger (57) über sich selbst. Als Horwer Einwohnerratspräsident musste der CVP-Mann dennoch seine Stimme heben, wenn es im diskussionsfreudigen Gremium wieder mal hektisch zu- und herging. Dies tat er je nach Situation mit Bestimmtheit oder mit einer kleinen Prise Humor.

«Es ist mir fast lieber, wenn Emotionen da sind, als wenn Geschäfte einfach durchgewinkt werden», sagt Luthiger dazu. Seine unaufgeregte Art dürfte dabei geholfen haben, Wogen zu glätten. Am Donnerstag vergangener Woche war diese zum letzten Mal gefragt. Nun hat der Einwohnerrat Sommerpause; ab September übernimmt Urs Rölli (FDP) das Amt des höchsten Horwers.

Reden müssen gut vorbereitet sein

Zu dessen Aufgaben gehört nicht nur die Leitung der Einwohnerratssitzungen, sondern auch das Repräsentieren. Luthiger besuchte zahlreiche Vereinsanlässe. Dabei kam es auch zu Situationen, die er im Nachhinein besser meistern würde. «Es war zum Beispiel nicht immer klar, ob von mir eine Rede erwartet wurde.» Teils habe er sich nur kurz vorbereiten können, weswegen die Rede dann «zu wenig auf die Zuhörer zugeschnitten war». Daraus habe er seine Lehren gezogen und sich jeweils früher damit befasst.

Die Repräsentationsaufgaben bescherten Luthiger aber auch viele schöne Erlebnisse. «Gefreut haben mich positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung oder auch von Einwohnerräten – das gibt Motivation.»

Welche Lehren zieht Luthiger aus dem Präsidialjahr? «Als Einwohnerrat verstand ich früher teils nicht, warum Geschäfte nicht früher ins Parlament kommen.» Nun habe er einen tieferen Einblick in die Arbeit der Gemeinde erhalten. So könne es im Gemeinderat zu engagierten Diskussionen kommen, nach denen Geschäfte zurückgewiesen werden, was dann mehr Zeit koste. Er habe nun auch ein besseres Verständnis dafür, wenn sich der Gemeinderat über die vielen Dringlichen Vorstösse ärgert, welche die Verwaltung zum Teil «unnötig unter Druck» setzen.

Grundsätzlich beurteilt Lu­thi­ger die politische Kultur in Horw aber positiv. «Früher waren die Diskussionen im Einwohnerrat noch emotionaler. Das hat sich gebessert – wohl vor allem, weil die SVP nun im Gemeinderat vertreten ist und weniger Opposition macht.» Speziell ist, dass es in Horw immer wieder zu unüblichen Allianzen kommt. So wiesen zuletzt L20 und FDP gemeinsam den Bebauungsplan Dorfkern Ost zurück (Ausgabe vom 2. Juni). Apropos Dorfkern Ost – eine Stimme machte den Unterschied aus. Luthiger durfte als Einwohnerratspräsident nicht abstimmen. Geärgert habe ihn das aber nicht: «Das gehört bei diesem Amt nun mal dazu.»

Welche Ratschläge gibt er seinem Nachfolger Urs Rölli mit? «Man sollte sich nicht immer in den gleichen Kreisen bewegen und über den eigenen Tellerrand schauen. Ich etwa war nie ein ­Jodelfan, habe aber dennoch solche Anlässe besucht, was definitiv eine Bereicherung war.»

Rückzug aus der Politik ist geplant

«Über den Tellerrand schauen» – dieses Motto gilt auch für Luthigers berufliche Zukunft. Er arbeitet als Informatikdozent an der Fachhochschule Nordwestschweiz und plant in den nächsten Jahren ein Sabbatical. Wo es hingeht, ist noch offen. Klar ist dagegen, dass dies das Ende seiner politischen Laufbahn bedeutet. «Ich werde 2020 sicher nicht nochmals zur Wahl antreten und eventuell schon vorher zurücktreten», sagt Luthiger, der seit 2008 Mitglied des Einwohnerrats ist. Irgendwann mal ein Exekutivamt zu übernehmen wie seine Schwägerin, die Krienser Gemeinderätin Judith Luthiger (SP), sei überhaupt kein Thema.

Somit war das zu Ende gehende Jahr als Einwohnerratspräsident der Höhepunkt seiner Politlaufbahn. Wehmut kommt keine auf: «Es ist eine gewisse Erleichterung. Ich kann nun auch Dinge tun, die zuletzt wegen der vielen Verpflichtungen zu kurz gekommen sind – etwa mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen oder mehr Sport treiben.»

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