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HORW: Schulweg soll sicherer werden

Mit seinen Plänen, den Schulbus auf der Halbinsel zu streichen und auf Beiträge an das ÖV-Abo zu verzichten, stösst der Gemeinderat im Parlament auf Widerstand. Nun geht er über die Bücher. Ob dies den Bus retten wird, ist aber ungewiss.
Stefan Dähler
Der Schulweg ist bezüglich Sicherheit ein schwieriges Thema. (Symbolbild) (Bild: Stefan Kaiser)

Der Schulweg ist bezüglich Sicherheit ein schwieriges Thema. (Symbolbild) (Bild: Stefan Kaiser)

Ist ein langer Schulweg gefährlich oder eine Bereicherung? Dieses Thema sorgte am gestrigen Donnerstag im Horwer Einwohnerrat für Diskussionen. Dies, weil der Gemeinderat plant, den im Gebiet Kastanienbaum und Halbinsel verkehrenden Schulbus per Ende Schuljahr abzuschaffen. Weiter sollen Sechstklässler in den Gebieten Stutz, Hasli, Langensand und Felmis von der Gemeinde kein Geld mehr für das ÖV-Abo erhalten (Ausgabe vom 21. Juni).

In einem Dringlichen Postulat forderte Ivan Studer (CVP) daher den Gemeinderat auf, die Massnahmen nochmals zu überprüfen. Gestern erklärte sich die Exekutive bereit, den Vorstoss entgegenzunehmen.

Auf der Seestrasse wird «zu schnell gefahren»

Das bedeutet nicht automatisch, dass der Schulbus nun auch nächstes Jahr angeboten wird. Aber: «Wir werden Gespräche führen und schauen, wo es Verbesserungspotenzial gibt», sagte Gemeindepräsident Ruedi Burkard (FDP) gestern. Das Problem sei, dass der heutige Bus mit 22 Plätzen zu klein ist; nötig wären 31. Daher sei ein neuer Bus nötig. Dieser dürfte dann aber nicht mehr von Gemeindeangestellten gefahren werden und nur noch über die Seestrasse verkehren. Burkard erwähnte weiter Massnahmen zu Gunsten der Sicherheit, etwa auf der Seestrasse: «Dort wird zu schnell gefahren.» Ein Vorstoss, der Tempo 30 auf der Seestrasse fordert, ist derzeit noch hängig. Eine Sanierung der Strasse plus Tempo 30 lehnte der Einwohnerrat in der Vergangenheit aber ab.

Ivan Studer ist mit der Antwort des Gemeinderats nur bedingt zufrieden. Er beruft sich auf einen Entscheid des Kantons, der bereits 2004 die Gemeinde Horw zurückgepfiffen hat, als diese die Beiträge an das ÖV-Abo für Schulkinder streichen wollte. Gemäss Kanton sind Schulwege ab einer Distanz von 1,6 Kilometern für Sechstklässler nicht zumutbar. Die betroffenen Kinder auf der Halbinsel wohnen aber rund 2 Kilometer vom Schulhaus Mattli Kastanienbaum entfernt. «Da gibt es eigentlich keinen Spielraum», betonte Studer.

Der Gemeinderat erachtet den Schulweg für Sechstklässler hingegen als zumutbar, weil in der fünften Klasse die Veloprüfung durchgeführt werde und die Kinder danach folglich mit dem Velo zur Schule fahren könnten. Für Vertreter der CVP birgt dies jedoch vor allem im Winter Gefahren, da nicht alle Strassen über eine gute Beleuchtung und Velostreifen verfügten. «Der Strassenabschnitt Stutz–Langensand ist sehr gefährlich, da nur auf einer Seite ein Velostreifen besteht», sagte Roger Eichmann.

Erlebnis Schulweg oder eher Taxi Mama?

Gemeindepräsident Burkard argumentierte auch damit, dass der Schulweg für Kinder eine Bereicherung sei. Die Massnahmen seien daher nicht aus Spargründen erfolgt: «Kinder erleben auf dem Weg viel und knüpfen soziale Kontakte.» Ivan Studer dagegen bezweifelt, dass die Kinder ohne Schulbus und ÖV-Abos vermehrt den Weg zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs sein werden: «Die Massnahmen bewirken eher, dass die Eltern ihre Kinder mit dem Auto in die Schule bringen.»

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

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