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HORW: Senioren spüren wieder frischen Wind im Haar

Das Pflegeheim Kirchfeld leistet Pionierarbeit in der Zentralschweiz. Senioren werden mit Rikschas herumkutschiert – möglich machts ein anonymer Spender.
Christian Hodel
Als erstes Pflegeheim in der Zentralschweiz bietet das «Kirchfeld» in Horw für ihre Bewohner Rikscha-Fahrten an. Im Bild: Maria Wey (85) testet mit ihrer Enkelin die neuen Gefährte. (Bild: Manuela Jans-Koch)

Als erstes Pflegeheim in der Zentralschweiz bietet das «Kirchfeld» in Horw für ihre Bewohner Rikscha-Fahrten an. Im Bild: Maria Wey (85) testet mit ihrer Enkelin die neuen Gefährte. (Bild: Manuela Jans-Koch)

Die Freude stand ihnen ins Gesicht geschrieben: Dutzende Senioren des Hauses für Pflege und Betreuung Kirchfeld in Horw wurden gestern auf eine Velofahrt mitgenommen. Selber pedalen mussten sie allerdings nicht. Gemütlich konnten sie in einer Rikscha Platz nehmen. Das Projekt «Radeln ohne Alter» – auch unter dem Namen «Recht auf Wind im Haar» bekannt – macht es möglich (Ausgabe von gestern). In 27 Ländern und 200 Städten gibt es dies bereits. Seit gestern kutschieren nun freiwillige Fahrer auch in Horw Betagte herum – es ist der erste Standort in der Zentralschweiz.

«Das war jetzt aber wirklich eine schöne Fahrt», sagt Maria Wey. Seit zweieinhalb Jahren wohnt sie im «Kirchfeld». Bis vor zehn Jahren sei sie selbst noch Velo gefahren. Jetzt aber, mit 85 Jahren, sei das nicht mehr möglich. Umso mehr freue es sie, dass ihr Pflegeheim nun ein solches Angebot mache. «Wenn sich die Gelegenheit bietet, werde ich sicherlich noch weitere Touren unternehmen», sagt Wey und strahlt übers ganze Gesicht. «Allerdings soll es etwas weiter gehen als nur ums Haus, und das Wetter muss ein bisschen schöner sein.»

Der Dank ist ein Lächeln

Zehn Fahrer stehen derzeit in Horw bereit, die Senioren auf eine Ausfahrt mit der Rikscha mitnehmen. Die Piloten arbeiten ehrenamtlich und tragen ihre freien Termine unter der Online-Plattform www.radelnohnealter.ch ein. Die Bewohner des Pflegeheims wiederum können sich beim Personal melden, das dann zum gewünschten Termin einen Fahrer für sie sucht und die Tour organisiert. «Für unsere Bewohner ist das eine schöne Art, an die frische Luft zu kommen und auch weite Strecken zurücklegen zu können», sagt Sabine Schultze, Leiterin des «Kirchfelds». Derzeit besitzt das Heim zwei Rikschas. 27 000 Franken betragen die ganzen Projektkosten. Ein Spender, der anonym bleiben möchte, hat das Projekt in Horw finanziert. Die vielen Senioren, die gestern eine erste Testfahrt machten, dankten es ihm mit einem unübersehbaren Lächeln.

Christian Hodel

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