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HORW: Sorge um das Seehotel Sternen

Der Bebauungsplan Winkel ermöglicht anstelle des Hotels einen grösseren Neubau. Verbände sind empört – und wollen vor Gericht gehen.
Stefan Dähler
Blick auf das Seehotel Sternen in Horw. Mit dem neuen Bebauungsplan Winkel könnte es vergrössert werden. (Bild Pius Amrein)

Blick auf das Seehotel Sternen in Horw. Mit dem neuen Bebauungsplan Winkel könnte es vergrössert werden. (Bild Pius Amrein)

Stefan Dähler

Der Bebauungsplan Winkel sorgt in Horw weiter für hitzige Diskussionen. In unserer Zeitung äussern Leserbriefschreiber die Sorge, das Hotel Sternen könnte zu einem Wohngebäude umgebaut werden. «Ein Teil der Nutzungen im Erdgeschoss sowie der Aussenbereich zwischen Gasthaus und See sind als publikumsorientierte Nutzungen (zum Beispiel Restaurant) auszugestalten», heisst es in den Sonderbauvorschriften.

Gleichzeitig erlaubt der Bebauungsplan auf dem Grundstück einen Neubau, der das Volumen des bestehenden Hotels übertrifft. «Damit schafft der Bebauungsplan einen attraktiven Anreiz zur Hotelaufgabe», sagt René Gächter, Präsident des Vereins Pro Halbinsel Horw und Gegner des Bebauungsplans. «Natürlich kann der Fortbestand des Hotels nicht gegen die Bedürfnisse des Markts erzwungen werden, aber der Bebauungsplan darf die Hotelaufgabe auch nicht direkt suggerieren.»

Besitzerin will Hotel erhalten

Eigentümerin des Hotels ist die Korporation Horw. Für deren Präsident Heiri Heer ist diese geäusserte Besorgnis «bloss Abstimmungskampf, um die Bevölkerung zu verunsichern», wie er auf Anfrage sagt. «Es sind absolut keine Pläne da, den Hotelbetrieb aufzugeben.»

Über dessen Rentabilität macht Heer keine genauen Angaben. « Wir sind aber sehr zufrieden mit der Wertschöpfung. Der Standort dort ist einmalig und soll der Bevölkerung weiter zugänglich bleiben. Das Hotel ist ein Juwel, das wir erhalten wollen.» Allerdings könne man nicht sagen, wie die Situation in 20 bis 30 Jahren aussieht. «Wenn das Hotel dann absolut nicht mehr rentiert, müsste man das neu diskutieren.»

Trotzdem kündigt René Gächter an, dass der Verein Pro Halbinsel Horw den Bebauungsplan Winkel vor Gericht anfechten werde, sofern im Herbst das Horwer Stimmvolk Ja dazu sagen sollte. Auch weitere Organisationen wie der Natur- und Vogelschutzverein Horw, Pro Natura, WWF, der Quartierverein Winkel, die Genossenschaft Pro Zollhaus und der Landschaftsschutzverein Vierwaldstättersee würden sich anschliessen.

Abstand als Problem

Der Gang ans Gericht würde unter anderem erfolgen, weil die Gewässerräume nicht eingehalten würden. «Am Vierwaldstättersee müssen Gebäude 15 Meter vom Ufer entfernt liegen. Das schreibt die eidgenössische Gewässerschutzverordnung vor», sagt Gächter. Diese Distanz werde beim Seehotel derzeit unterschritten. «Dies ist aber kein Problem, denn das Hotel wurde bereits gebaut, als diese Vorschrift noch nicht in Kraft war. Daher gilt eine Bestandesgarantie.» Dass ein Neubau aber die Gewässerraumvorschrift noch stärker verletzen dürfe, ist laut Gächter nicht zulässig. «Niemand will, dass das Hotel abgerissen wird. Sollte es aber dennoch je dazu kommen, so müsste das Ersatzgebäude aus Gründen des Landschafts- und Ortsbildschutzes deutlich kleiner sein.»

Gesetz lässt Ausnahmen zu

Was sagt man bei der Gemeinde dazu? «Die Bundesgesetzgebung sieht die Möglichkeiten vor, die generelle Breite des Gewässerraumes von 15 Metern ab Uferlinie in dicht bebautem Gebiet zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten», schreibt Bauvorsteherin Manuela Bernasconi (CVP) auf Anfrage. «Die Gemeinde macht, in Absprache mit dem Kanton, im Bereich des Hotel Sternen von dieser Möglichkeit Gebrauch, um die langfristige öffentliche Nutzung der Sternenterrasse zu sichern.» Mit der «publikumsorientierten Nutzung im Erdgeschoss» will der Gemeinderat «die öffentlichen Zugänglichkeit an diesem Ort langfristig sichern», so Bernasconi.

In die Erarbeitung des Bebauungsplanes wurde die Korporation vom Gemeinderat mit einbezogen, und sie war mit den Änderungen einverstanden, bestätigt Heiri Heer. «Dabei ging es uns aber vor allem darum, Spielraum zu haben, falls eine Dachsanierung ansteht. Für eine neue Isolation hätten wir dann einige Zentimeter mehr Platz», sagt Heer. So dürfte das Dach des Hotels gemäss Bebauungsplan die heutige Höhe des Firstes um rund 15 Zentimeter überschreiten.

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