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HORW: «Super-Rollator» neu mit Fernbedienung steuerbar

Die Hochschule Luzern hat die Entwicklung des zweiten Modells eines intelligenten Rollators abgeschlossen. Nun wird an der Marktreife gefeilt.
Niels Jost
Andreas Rumsch von der Hochschule Luzern – Technik & Architektur in Horw zeigt das neue Modell des elektronisch aufgerüsteten Rollators «iWalkActive». (Bild Roger Grütter)

Andreas Rumsch von der Hochschule Luzern – Technik & Architektur in Horw zeigt das neue Modell des elektronisch aufgerüsteten Rollators «iWalkActive». (Bild Roger Grütter)

Niels Jost

Navigationsgerät, Elektromotor, Motorbremse und Notrufknopf: Das sind die Eigenschaften des Rollator-Prototyps mit dem futuristischen Namen «iWalk­Acitve». Und jetzt hat das iHomeLab der Hochschule Luzern – Technik & Architektur (HSLU) in Horw bereits ein Folgemodell dieses «Super-Rollators» entwickelt. Die Gehhilfe ist selbstfahrend und geländetauglich. «Die Sensorik wurde überarbeitet und ausserhalb des Rahmens in die Haltegriffe integriert», erklärt Projektleiter Andreas Rumsch auf Anfrage. «Ebenso haben wir die Navigationsfähigkeiten verbessert – auch innerhalb von Gebäuden.»

WLAN navigiert zum nächsten WC

Der intelligente Rollator funktioniert mit einem mobilen Gerät wie Smartphone oder Tablet, mit vereinfachter, seniorengerechter Bedienung. Durch deren Internetzugang kann per GPS die exakte Position berechnet und somit zum gewünschten Ziel navigiert werden. An sich nichts Neues, das kennt man bereits vom Auto oder vom eigenen Smartphone. Neu ist aber, dass die Navigationseinheit auch Ziele innerhalb von Gebäuden mit WLAN findet. Genau gleich wie beim GPS kann die Position des mobilen Geräts erkannt werden und innerhalb des Gebäudes beispielsweise zur nächstgelegenen Toilette führen. Allfällige Hindernisse wie beispielsweise Treppen müssen dabei im navigierten Weg einkalkuliert werden.

Mit Motor über Bordsteinkante

Im Vergleich zum ersten Prototyp ermöglicht der zweite des Weiteren ein besseres Handling dank der überarbeiteten Sensorik: Nicht nur die Bedienung, sondern auch das Fahren mit der Gehhilfe wurde «stark vereinfacht». Eine mechanische Bremse, die zusätzlich zur Motorbremse benutzt werden kann, und ein elektronischer Motor helfen beim Gehen: «Geht man bergab, spürt man einen Widerstand», erklärt Andreas Rumsch. «Bergauf setzt der E-Motor ein, der die Person beim Gehen unterstützt.» Bordsteinkanten oder gar steile Rampen können somit leichter gemeistert werden – mühsames Stossen ist damit passé. Der rund 18 Kilo schwere «Super-Rollator» aus Aluminium muss demnach nicht gänzlich aus eigener Kraft gestossen werden, selbst wenn noch Einkäufe hinzugeladen werden. Dennoch ist er bedeutend schwerer als herkömmliche Modelle (6 bis 11 Kilo).

Den Innovationsschub bei alltäglichen Hilfsmitteln für Personen mit körperlichen Einschränkungen, wie er in diesem Fall von der HSLU in Horw vorangetrieben wird, verfolgt die Pro Senectute Luzern mit Interesse. Doch wie viel Technik ist besonders für ältere Menschen noch hilfreich? «Die Nagelprobe für die technischen Hilfsmittel ist ihre Praxistauglichkeit und Benutzerfreundlichkeit», sagt Jürg Lauber, Mediensprecher der Pro Senectute Luzern. «Manchmal kann weniger auch mehr sein.» Lauber betont, dass bei allen alltäglichen Hilfsmitteln die eigenen Bedürfnisse im Vordergrund stehen müssen. Schliesslich sollen sie ja den Alltag erleichtern und nicht noch zusätzlich erschweren.

Nachfrage wird steigen

Nichtsdestotrotz kann der «Super-Rollator 2.0» viele Bedürfnisse decken. Das sieht auch Andreas Rumsch so: «Momentan ist es noch schwer abzuschätzen, wie gut die einzelnen Funktionen überhaupt ankommen werden.» Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Nachfrage für solche Hilfsmittel wohl steigen. «Wichtig ist, dass man zwischen Angeboten auswählen kann», so Jürg Lauber (siehe auch Box). «Jenes, das für die jeweilige Person am dienlichsten ist, soll ausgewählt werden können.»

2500 bis 3000 Franken

Das Rollator-Forschungsprojekt läuft inzwischen seit über zwei Jahren. Mitte August läuft der Forschungsvertrag aus. Bis dahin wird weiter an den Details getüftelt, damit das Produkt in Serie hergestellt werden kann. Eine Herausforderung: «Viele Arbeitsschritte werden noch von Hand und mit speziellen Werkzeugen getätigt», sagt Rumsch. «Aber auch die Produktion muss erst noch serientauglich werden.»

Bis der «Super-Rollator» auf den Markt kommt, wird es noch gut zwei Jahre dauern. Das exklusive Modell soll dereinst für schätzungsweise 2500 bis 3000 Franken erhältlich sein. Zum Vergleich: Ein herkömmliches Exemplar kostet zwischen 100 und 500 Franken.

Niels Jost

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