HORW: Vandalen wüten in Horwer Kirche

Am Sonntag haben Unbekannte die Marienstatue in der katholischen Kirche Horw beschädigt. Nun ermittelt die Polizei.

Mirjam Weiss
Drucken
Teilen
Diakon Romeo Zanini mit dem abgebrochenen Zepter der beschädigten Marienstatue. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Diakon Romeo Zanini mit dem abgebrochenen Zepter der beschädigten Marienstatue. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Am Palmsonntag-Nachmittag demolierten unbekannte Täter in der katholischen Kirche in Horw die Marienstatue, wie die Zeitung «20 Minuten» berichtete. «Sie haben das Zepter der Maria herausgerissen, in drei Teile zerbrochen und damit dem Jesuskind ein Loch ins Bein gebohrt», sagt Pastoralraumleiter Romeo Zanini. Da die Statue aus Holz und Gips besteht, sei kein allzu grosser Kraftaufwand nötig gewesen. Erstaunlich findet Zanini, dass die Vandalen tagsüber wüteten. «Dann ist meist jemand in der Kirche. Aber wir haben bis jetzt keine Hinweise auf den Täter.» Er werde die Bevölkerung im Gottesdienst informieren und um Aufmerksamkeit bitten.

«Verletzt religiöse Gefühle»

«Ein solcher Vandalenakt verletzt religiöse Gefühle», so Zanini. Zudem sei die Holzfigur aus dem 17. Jahrhundert ein bedeutendes Kunstwerk. Wie hoch der entstandene Sachschaden ist, kann er noch nicht sagen. «Wir haben bei der Polizei Anzeige erstattet.»

Geld aus Opferstöcken gestohlen

Die katholische Kirche in Horw ist täglich zwischen 8 und 18 Uhr geöffnet. Nur nachts wird sie abgeschlossen. Der Vorfall müsse am Palmsonntag zwischen 14.30 und 16.30 Uhr passiert sein, sagt Kirchen-Sigrist Daniel Marty. «In dieser Zeit war ich nicht in der Kirche.» Schon öfter sei es in der Kirche zu Zwischenfällen gekommen. «Letztes Jahr wurden Zeitungsausschnitte zu allen möglichen Themen an die Osterkerze geklebt.» Diese sei auch immer wieder angezündet worden. «Jemand hat ausserdem der Maria rote und Jesus schwarze Punkte auf die Stirn geklebt.» Wiederholt wurde auch Geld aus den Opferstöcken gestohlen. «Solche Diebstähle haben wir permanent», sagt Pastoralraumleiter Romeo Zanini. Vor kurzem seien deshalb neue, sicherere «Kässeli» eingebaut worden. Solche Vorfälle seien ärgerlich, sagt Zanini. «Aber bis jetzt wurde in der Kirche noch nie Schaden angerichtet.» Diese auch tagsüber abzuschliessen, sei kein Thema. «Die Kirche soll weiterhin allen Menschen offenstehen.»

Im letzten Jahr wurde der Luzerner Polizei ein Fall von Sachbeschädigung durch Vandalismus in einer Kirche gemeldet. 2012 waren es deren fünf – bei insgesamt mehr als 1400 Fällen von genereller Sachbeschädigung pro Jahr.

Nicht der erste Vandalenakt in einer Kirche

In der Zentralschweiz wurden in den letzten Jahren vereinzelt Fälle von Vandalenakten in Kirchen publik:

Im Kanton Nidwalden verschmutzten unbekannte Täter im November 2013 die reformierte Kirche Hergiswil mit Kot. Der Pfarrer fand in der Kirche kotverschmierte Unterhosen. Auf dem Altar lagen leere Weinflaschen. Ausserdem gab es Schmierereien an den Wänden.

In der Pfarrkirche von Unterägeri im Kanton Zug beschädigten Vandalen im März 2013 eine Marienstatue. Der Holzfigur aus dem 17. Jahrhundert wurde eine Hand abgeschraubt. Zudem wurden Wände mit Wachs beworfen, grosse Osterkerzen zerstört und die an den Palmbäumen hängenden Äpfel angebissen.

Im Oktober 2011 brachen Unbekannte in die Pfarrkirche von Büron ein. Sie kippten Kerzenständer um, zerstörten Blumenschmuck und stellten ein Kruzifix auf den Kopf. Zudem wurden Seiten des Fürbitten-Buches herausgerissen.

Im Mai 2010 wurde die mazedonisch-orthodoxe Kirche in Triengen mit Nazi-Symbolen besprayt.