HORW: Verkaufsleiter nach Arbeitsunfall freigesprochen

Das Krienser Bezirksgericht hat - anders als zuvor die Staatsanwaltschaft - einen Verkaufsleiter vom Vorwurf der fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde freigesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Die Hochschule Luzern, Technik & Architektur in Horw. (Bild: Remo Naegeli / Neue LZ)

Die Hochschule Luzern, Technik & Architektur in Horw. (Bild: Remo Naegeli / Neue LZ)

Eine Metallbaufirma erstellte bei der Hochschule Luzern für Technik und Architektur in Horw den Stahlbau für einen Fassadenprüfstand. Während des Rückbaus am 7. September 2011 kam es zu einen Arbeitsunfall.

Weil für den Rückbau keine Sicherheitsketten verwendet worden waren, fädelten die Rollenketten beim Kettenaufzug auf beiden Seiten aus den Führungen aus. Dabei stürzten elf Fensterelemente ungehindert zu Boden.

Einige Arbeiter konnten zur Seite springen. Ein Monteur, der Privatkläger, geriet mit dem rechten Bein unter die zum Teil zerbrochenen Fensterelemente. Dabei erlitt er am Knie schwere Verletzungen. Seither ist er als Monteur arbeitsunfähig.

Daraufhin warf die Staatsanwaltschaft dem Verkaufsleiter der Firma, welche im Auftrag der Metallbaufirma die Technik für das Aufziehen der Fassaden eingebaut hatte, eine ungenügende Kommunikation vor.

Der Beschuldigte habe gegenüber der Metallbaufirma in einem Mail-Verkehr den Eindruck erweckt, diese könne den Rückbau ohne die Hilfe seines Arbeitgebers vornehmen. Da die Metallbaufirma das genaue Rückbau-Prozedere nicht genau gekannt habe, sei es zum Unfall gekommen, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Das Krienser Bezirksgericht beurteilte den Unfall anders. Der Beschuldigte habe davon ausgehen dürfen, dass Monteure der Metallbau-Firma selber hätten erkennen müssen, dass der Abbau Schwierigkeiten oder Gefahren schaffen könnte, schreibt es im am Dienstag veröffentlichten Urteilsdispositiv.

Das Bezirksgericht sprach den Beschuldigten von den Vorwürfen frei. Das am Dienstag veröffentlichte Urteil kann mit Berufung beim Kantonsgericht angefochten werden. (sda)