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HORW: «Vielleicht muss ich ein paar Mal leer schlucken»

Urs Rölli (FDP) präsidiert ab September den Einwohnerrat. Für den fleissigen Vorstoss-Schreiber ist es eine neue Rolle, die dennoch für ein Déjà-vu sorgt.
Urs Rölli beim Pflegeheim Kirchfeld über dem Horwer Zentrum. (Bild: Boris Bürgisser / LZ)

Urs Rölli beim Pflegeheim Kirchfeld über dem Horwer Zentrum. (Bild: Boris Bürgisser / LZ)

Das Politisieren liegt ihm im Blut – im wahrsten Sinn des Wortes. Im September wird Urs Rölli (51) Präsident des Horwer Einwohnerrats, genau 30 Jahre, nachdem seine Mutter Beatrice Rölli dieses Amt ausgeübt hat. «Das ist schon speziell für mich», sagt Urs Rölli. «Leider können meine Eltern das nicht mehr miterleben.»

Von ihnen hat der FDP-Parlamentarier auch das Interesse an der Politik sowie das liberale Gedankengut geerbt. «Ich habe früh gesehen, welche politischen Mitsprachemöglichkeiten wir in der Schweiz haben. Das finde ich bis heute faszinierend.» Von diesen Mitsprachemöglichkeiten macht Urs Rölli auch rege Gebrauch. Er ist einer der fleissigsten Vorstösse-Schreiber im Horwer Einwohnerrat.

Von der Villa Krämerstein bis zur Papiersammlung

Die Themen, denen sich Rölli annimmt, sind vielfältig. So geht es in seinen Vorstössen etwa um die öffentliche Nutzung der Villa Krämerstein, die Zukunft des Seebads Horw, die Abgangsentschädigung für pensionierte Gemeinderäte, die Papiersammlung durch Vereine oder einen Planungsbericht zur Immobilienstrategie der Gemeinde. «Eine gewisse Volksnähe ist wichtig», sagt Urs Rölli dazu. Er erhalte viele Anregungen aus der Bevölkerung und wolle diese daher auch einbringen.

Welches ist sein eigenes Kernthema? «Das sind die Finanzen. Wichtig ist mir, nicht zu viele Schulden zu machen.» Daher sei ihm die aktuelle Politik der Gemeinde «ein Dorn im Auge». «Mit den hohen Investitionen im Baubereich bürden wir der kommenden Generation eine hohe Verschuldung auf.» Rölli ist definitiv keiner, der seine Meinung zurückhält. Auch als Fraktionschef hat er schon anders als seine Parteikollegen abgestimmt. «Bei uns haben verschiedene Meinungen Platz. Wenn mich etwas stört, nehme ich mir die Freiheit, anders zu stimmen.» Auch mit ­Kritik am Gemeinderat hält sich Rölli nicht zurück. Damit eckt er teilweise auch an.

Bei der Wahl zum Vize-Einwohnerratspräsidenten im September 2016 erhielt Rölli lediglich 18 von 30 Stimmen. Bei der Wahl zum Präsidenten im Juni erzielte er mit 25 von 29 Stimmen dann aber ein gutes Resultat.

«Ich will es auch nicht allen recht machen. Man muss konstruktiv kritisch gegenüber dem Gemeinderat sein, das ist schliesslich die Aufgabe des Einwohnerrats.» Wichtig sei, dabei stets sachbezogen und fair zu diskutieren.

Als Einwohnerratspräsident übernimmt Rölli nun jedoch eine andere Rolle. Die Aufgabe des FDP-Fraktionschefs kann er deswegen nicht mehr ausüben, diese nimmt nun Jürg Biese wahr. Der Einwohnerratspräsident, auch «höchster Horwer» genannt, leitet die Ratssitzungen. Er nimmt nicht an Diskussionen teil und reicht auch keine Vorstösse ein. «Das wird eine spezielle Herausforderung», sagt Rölli. «Ich kann mir vorstellen, dass ich während der Debatte vielleicht ein paar Mal leer schlucken muss. Aber ich freue mich sehr auf das Amt und auf interessante Begegnungen mit der Horwer Bevölkerung.»

Welche politischen Ziele hat Urs Rölli, wenn sein Jahr als Einwohnerratspräsident im September 2018 endet? Denn Fraktionschef wird er nicht mehr. «Reizen würde mich allenfalls der Luzerner Kantonsrat.» Ein Exekutivamt dagegen sei für ihn aktuell kein Thema.

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

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