HORW: «Villa Stäge» wird Asylzentrum

Die bisherige Unterkunft weicht einem Neubau. Nun gibt es einen Ersatz – mit deutlich weniger Plätzen.

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Das Wohnhaus mit dem wohlklingenden Namen «Villa Stäge» ist im Juni von der Stiftung SSBL an die Gemeinde Horw übergegangen. (Bild: Screenshot/map.google.ch)

Das Wohnhaus mit dem wohlklingenden Namen «Villa Stäge» ist im Juni von der Stiftung SSBL an die Gemeinde Horw übergegangen. (Bild: Screenshot/map.google.ch)

Chiara Stäheli
chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch

Seit Juni 2017 ist die Gemeinde Horw im Besitz der sogenannten «Villa Stäge» im Felmis-Quartier. Bislang war unklar, welche Pläne für das zuvor von der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern (SSBL) genutzte Gebäude bestehen. Nun hat der Gemeinderat bekanntgegeben, dass das Haus ab dem 1. Oktober für die Unterbringung von 20 Asylbewerbern zur Verfügung stehen wird.

Damit reagiert die Gemeinde auf den Wegfall von 40 Plätzen in den Allmendhäusern. Diese müssen Ende Oktober einem Neubau der Baugenossenschaft Pilatus weichen (Ausgabe vom 27. Mai). Mit der Villa Stäge wird der Wegfall also teilweise kompensiert.

Sanierungsarbeiten sind noch nötig

Die Villa Stäge an der Kastanienbaumstrasse 56 sei entgegen dem Namen keine Luxusunterkunft, teilt der Gemeinderat mit. Die Bezeichnung «Villa» habe sich wohl während der Nutzung durch die SSBL ergeben. Die Stiftung betreute von 1982 bis 2017 darin eine Wohngruppe, zuletzt mit sieben Bewohnern. Das Gebäude eigne sich für Nutzungen mit einfachem Wohnstandard.

Um es als Asylunterkunft nutzen zu können, sind laut dem zu­ständigen Gemeinderat Robert Odermatt (SVP) nebst dem Einbau einer Erdsondenheizung keine grossen Investitionen nötig: «Wir haben vergangene Woche einige Renovations- und Sanierungsarbeiten in Auftrag gegeben. Dabei handelt es sich um kleinere Anpassungen, die vorgenommen werden müssen, um das Haus für die Asylsuchenden bewohnbar zu machen.» Die Arbeiten werden in den kommenden Wochen ausgeführt.

«Moralische Pflicht» sei nach wie vor erfüllt

Die Asylsuchenden, die ab dem 1. Oktober in die Villa Stäge einziehen, werden wie bis anhin an der Allmendstrasse durch den Sozialdienst der Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen (DAF) des Kantons Luzern betreut. Mitarbeiter der DAF würden die Unterkunft regelmässig besuchen und die Bewohner im Wohnalltag begleiten.

Obwohl die Gemeinde Horw bis zum jetzigen Zeitpunkt über 40 Asylunterkunftsplätze verfügte, ist sich der Gemeinderat sicher, künftig auch mit 20 Plätzen die «moralische Unterbringungspflicht» nach wie vor zu erfüllen, wie er in der Mitteilung schreibt. Seit der Aufhebung des Verteilschlüssels für Asylsuchende sind die Gemeinden im Kanton Luzern nicht mehr verpflichtet, eine bestimmte Anzahl an Personen aufzunehmen (wir berichteten). Mit den 20 Plätzen leiste man nach wie vor einen Solidaritätsbeitrag an die anderen Luzerner Gemeinden, so der Gemeinderat.

Bis anhin hat die Gemeinde Horw zusätzlich zu den 40 Plätzen in den Allmendhäusern eine Wohnung an den Kanton ver­mietet, die dieser ebenfalls zur Unterbringung von Asylbewerbern genutzt hat. Dieses Mietverhältnis werde in gegenseitigem Einverständnis Ende Jahr ebenfalls aufgelöst. Die Gemeinde will die Wohnung anschliessend anderweitig vermieten.

Die Allmendhäuser werden seit 2014 als Asylunterkunft genutzt. Inzwischen hat die Zahl der Asylsuchenden im Kanton abgenommen, zahlreiche Zentren wurden bereits aufgelöst.