Horw
Wegen Gebühr: Ökihof-Besucher weichen auf andere Parkplätze im Quartier aus

Seit rund einem Jahr müssen Autofahrer beim Horwer Ökihof samstags eine Mindestgebühr von 5 Franken bezahlen. Das hat erfreuliche und unerfreuliche Folgen.

Stefan Dähler
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Eingeführt wurde die Massnahme, um das Problem der Überlastung des Horwer Ökihofs an Samstagen zu mindern. Seit rund einem Jahr bezahlen Autofahrer dort an diesem Wochentag eine Mindestgebühr von 5 Franken. Weiter wurden die Öffnungszeiten mittwochs bis 20 Uhr verlängert.

Der Horwer Ökihof.

Der Horwer Ökihof.

Bild: Philipp Schmidli (18. Februar 2020)

Und das zeigt Wirkung. Gemäss einem Artikel im aktuellen «Kriens Info» – die Entsorgungsstelle befindet sich gleich an der Gemeindegrenze und wird auch von vielen Kriensern aufgesucht – konnte die Kundenfrequenz samstags um mehr als die Hälfte gesenkt werden. Doch das Ganze hat auch eine Kehrseite: Um die Gebühr zu umgehen, parkieren Ökihof-Besucher immer wieder fremd, beispielsweise vor der benachbarten Landi-Filiale. «Dieses Verhalten ist nicht erwünscht. Die Landi-Parkplätze sind für deren Kundschaft reserviert», heisst es im Mitteilungsblatt der Stadt Kriens.

Wie viele Fremdparkierer samstags jeweils die Landi-Parkplätze besetzen, ist nicht bekannt. Landi und der Gemeindeverband Real, der den Ökihof betreibt, haben keine Zahlen erhoben, wie sie auf Anfrage mitteilen. Insgesamt stehen vor der Landi 25 Kundenparkplätze zur Verfügung. Das Problem bestehe «vor allem bei grossem Andrang beim Ökihof», schreibt Landi-Mediensprecherin Sandra Grossenbacher. Man sei aber nicht als Einzige betroffen:

«Es handelt sich dabei um ein generelles Problem im Gebiet und nicht nur für die Landi.»

Eine rechtliche Möglichkeit, die Fremdparkierer zu büssen, bestehe nicht, so Grossenbacher weiter. Stattdessen würde man die Leute darauf ansprechen, wenn festgestellt wird, «dass ein Auto über eine halbe Stunde auf dem Parkplatz steht und es sich nicht um einen Landi-Kunden während seines Einkaufs handelt». Die Ökihof-Mitarbeitenden dagegen könnten das meist nicht feststellen, da sie «mit der Aufrechterhaltung des Betriebs beschäftigt sind», schreibt die Real-Kommunikationsverantwortliche Seren Yudi auf Anfrage. Weitere Massnahmen seien nicht ergriffen worden, Landi und Real stünden aber wegen des Problems in Kontakt, schreiben Grossenbacher wie auch Yudi. Dringenden Handlungsbedarf sehen beide Organisationen aktuell nicht.

Gemeinde will die Lage beobachten

Der Gemeinde Horw war das Fremdparkierproblem bis anhin nicht bekannt. «Wir werden nun ein Auge darauf werfen, denn es ist nicht in unserem Sinne, dass Parkplätze zweckentfremdet werden», sagt die Horwer Sicherheitsvorsteherin Astrid David Müller (SVP):

«Auch aus Sicherheitsgründen ist es nicht ideal, wenn immer wieder Leute mit Material beladen die Strasse zwischen Landi und Ökihof überqueren.»

Man wolle nun das Gespräch mit der Landi sowie Real suchen und die Situation beobachten. «Sollte sich zeigen, dass das häufig vorkommt oder sich die Lage verschlimmert, werden wir Massnahmen prüfen.» Denkbar sei etwa ein Aufruf an die Bevölkerung.

Nochmals zurück zum 2020 eingeführten Ökihof-Regime: Dieses soll vorerst weitergeführt werden, heisst es bei Real. Die Reduktion der Frequenzen am Samstag habe am Mittwoch zu einem leichten Zuwachs geführt, so Seren Yudi. Abends kämen zwar nicht so viele Leute wie tagsüber, sie würden aber mengenmässig mehr Material entsorgen. An den anderen Wochentagen sei die Besucherzahl «im Grossen und Ganzen stabil geblieben», die Menge pro Person habe jedoch grundsätzlich zugenommen.