Horw
Zu teuer – für die zerstörte Skulptur am Bahnhof gibt's vorerst keinen Ersatz

Über 90'000 Franken hätte eine neue Eisenplastik am Bahnhof Horw mit allem Drum und Dran gekostet. Zu viel für den Gemeinderat. Das Parlament folgt ihm zwar, hat aber dennoch eine Forderung.

Roman Hodel
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Eine Eisenplastik des Hergiswiler Künstlers Ernst von Wyl zierte während gut 40 Jahre das Bahnhofsgebäude von Horw:

Screenshot: Google Street View

Ihr Ende war unschön – sie wurde im Frühling 2019 im Zuge des Gebäude-Rückbaus zerstört:

Bild: PD

Wer den Auftrag dazu gab, ist bis heute unklar. Die Zentralbahn und die Gemeinde Horw beteuerten damals ihre Unschuld und vermuteten ein Missverständnis. Der Fall sorgte für Empörung. Der damalige L20-Einwohnerrat Martin Eberli forderte in einem Postulat, dass der Gemeinderat die Schaffung eines Kunstwerks beim Bushof nebenan prüft, «das die historische und aktuelle Situation des Bahnhofplatzes aufnimmt». Gemeindepräsident Ruedi Burkard (FDP) zeigte sich bereit, das Gespräch mit dem Sohn des Künstlers zu suchen.

Gegen 92'000 Franken hätte es gekostet

Dieser Vorstoss war am Donnerstag unter anderem Thema im Einwohnerrat – und zwar im Verzeichnis der unerledigten Geschäfte. Der Gemeinderat schreibt darin, dass er die Gespräche mit dem Sohn weitergeführt habe: «Das in Auftrag gegebene Konzept zeigt verschiedene Varianten von Installationen, alle mit wenig Bezug zum ursprünglichen Kunstwerk.» Für die Weiterbearbeitung der Vorschläge im Sinne einer Machbarkeitsstudie beantrage der Kunstschaffende 8000 bis 12'000 Franken. Die Umsetzungskosten werden grob auf weitere 80'000 Franken geschätzt. «Vor dem Hintergrund des fehlenden Bezugs zum ursprünglichen Kunstwerk und der hohen Kosten erachtet der Gemeinderat eine Direktvergabe an den Künstlersohn als kritisch und verzichtet deshalb auf eine Umsetzung.» Das Postulat sei abzuschreiben.

Der Vorstoss wurde dann auch abgeschrieben. Die Geschäftsprüfungskommission beantragte zwar, es soll dafür eine Ausschreibung für Kunst im öffentlichen Raum geben. Das Parlament lehnte den Antrag jedoch mit 13 zu 15 Stimmen bei einer Enthaltung ab. Mehr Gehör hatte der Einwohnerrat für einen Antrag der Mitte/GLP-Fraktion, wonach der Gemeinderat «in angemessenem finanziellen Rahmen» ein künstlerisches Element beim Bushof platzieren soll. Diesem wurde mit 21 zu 7 Stimmen bei einer Enthaltung zugestimmt.