HORW / ZUG: Mit Elektro-Rollator über Stock und Stein

Ein europäisches Ingenieurteam mit Schweizer Beteiligung entwickelte einen Outdoor-Rollator mit Elektroantrieb. Der Prototyp wurde von Zuger Senioren getestet.

Drucken
Teilen
So sieht der Prototyp des geländegängigen Elektro-Rollators aus. Im Hintergrund ist das iHomeLab in Horw zu sehen. (Bild: J. Wirth/HSLU)

So sieht der Prototyp des geländegängigen Elektro-Rollators aus. Im Hintergrund ist das iHomeLab in Horw zu sehen. (Bild: J. Wirth/HSLU)

Unter der Federführung des iHomeLab der Hochschule Luzern hat eine Ingenieurteam einen E-Rollator entwickelt. Mit dieser geländegängigen Mobilitätshilfe mit Elektroantrieb sollen sich Menschen mit Gehbehinderung in unwegsamem Gelände oder auf anstrengenden Streckenabschnitten sicher bewegen können. Zukünftig sollen sie besipielsweise schwere Einkäufe auch über eine steilen Strasse hinauf schieben oder mit dem Rollator auf einem Wanderweg gehen können. Ausgestattet ist der Rollator zudem mit einem Navigations- und Notfallsystem, wie die Hochschule Luzern mitteilt.

Forschungspreis erhalten

Während rund drei Jahren haben Ingenieure aus der Schweiz, Österreich und Schweden im Rahmen des europäischen Förderprogrammes «AAL-Joint-Programme» am neuartigen Rollator getüftelt. Der Elektromotor wird intuitiv über die Handgriffe gesteuert. Ein integrierter Tablet Computer stellt seniorengerechte Apps sowie ein Navigationssystem zur Verfügung. «Das Navigationssystem ist so ausgelegt, dass es auch in Gebäuden funktioniert und nur Wegstrecken vorschlägt, welche mit einem Rollator zu bewältigen sind», erklärt Alexander Klapproth, Leiter iHomeLab der Hochschule Luzern. Für das Forschungsprojekt wurde das Team mit dem inernationalen Forschungspreis «AAL Award» ausgezeichnet.

Von Zuger Senioren getestet

Über 40 Senioren und Seniorinnen aus Zug haben den Prototyp des Rollators in den letzten Monaten getestet und auf Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit geprüft. Nun wird der Rollator während rund 12 bis 18 Monaten noch weiter entwickelt. Anschliessend wird ihn eine schwedische Firma auf den Markt bringen. Der Preis für den neuen Rollator wird voraussichtlich etwa soviel betragen wie jener für ein Elektrovelo der Mittelklasse.

Am Forschungsprojekt waren auch das Sozialamt des Kantons Zug, die Firma Careguide aus Cham, Geo7 aus Bern und Trikon Solutions aus Neuhausen SH beteiligt. Weitere Projektpartner stammen aus Österreich und aus Schweden. Finanziert wurde das Projekt von der Europäischen Union und dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation des Bundes.

pd/spe/sda

iHomeLab

Das iHomeLab der Hochschule Luzern ist das Schweizer Forschungsinstitut für Gebäudeintelligenz und steht auf dem Campus der Hochschule Luzern, Technik & Architektur in Horw. Unter der Leitung von Prof. Alexander Klapproth forschen rund 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in engem Kontakt mit über 220 Partnern aus Wirtschaft und Industrie an Themen wie dem Internet der Dinge (Internet of Things), Ambient Assisted Living, smarte Energieeffizienz und künstliche Intelligenz. Das iHomeLab ist offen für Besucher. Weitere Informationen

Das intuitive Navigationssystem des Rollators ist auf die Bedürfnisse von gehbehinderten oder älteren Menschen ausgelegt. Es zeigt dem Benutzer beispielsweise den Weg zur nächstgelegenen Toilette. (Bild M. Camenzind/HSLU)

Das intuitive Navigationssystem des Rollators ist auf die Bedürfnisse von gehbehinderten oder älteren Menschen ausgelegt. Es zeigt dem Benutzer beispielsweise den Weg zur nächstgelegenen Toilette. (Bild M. Camenzind/HSLU)