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Horwer Einwohnerrat: «Als wolle man etwas unter den Tisch kehren»

Das Horwer Parlament hat dem Gemeinderat einen Planungsbericht aufgebrummt. Dieser soll die Verursacher von Grundwasseraufstössen zur Rechenschaft ziehen – sofern dies überhaupt noch möglich ist.
Roman Hodel
Im Bereich des Oberstufenschulhauses Zentrum kommt es permanent zu Grundwasseraufstössen. (Bild: hor)

Im Bereich des Oberstufenschulhauses Zentrum kommt es permanent zu Grundwasseraufstössen. (Bild: hor)

Horw hat ein schönes, neues Dorfzentrum: Das Oberstufenschulhaus wurde totalsaniert, mehrere Wohn- und Geschäftshäuser wurden hochgezogen oder saniert. Aber bei der Beratung des Berichts und Antrags «Abrechnung Baukredit Freiraumgestaltung Ortskern Etappe 1 und Siedlungsentwässerung Etappe 1» fiel FDP-Einwohnerrat Jürg Biese ein Grundwasseraufstoss auf Parzelle 2020 auf. 35491 Franken kostet dieses laut dem Bericht «unvorhergesehene Ereignis».

Demnach kommt es dort permanent zu Grundwasseraustritten. Die Projektleiterin erwähnte dies im Zusammenhang mit Pfählungsarbeiten. Dazu muss man wissen: Im Horwer Talboden existieren mehrere Grundwasserstockwerke. Wobei das untere Stockwerk unter einer mergeligen Dickschicht liegt. Wird Letztere etwa verletzt, kann das untere Grundwasser mit einem oberen verbunden werden und übers Terrain hinausschiessen.

Schäden an Gebäuden möglich

Seit 2015 sind sich die involvierten Fachleute gemäss Biese einig, dass das aufstossende Grundwasser aus einer solchen vertikalen Verbindung stammt, die erst noch gewässerschutzgesetzlich unzulässig sei. Sie schlugen der Gemeinde Überwachungs- und Unterhaltsmassnahmen vor. Laut Biese muss das aufstossende Grundwasser seither permanent abgeführt werden. «Das kann zu erheblichen Setzungen und Schäden an den Gebäuden führen», so Biese.

Dass die Gemeinde die Kosten für das «unvorhergesehene Ereignis» und die Verantwortung einfach übernimmt und es dabei belässt, ist für ihn unverständlich. «Als wolle man etwas unter den Tisch kehren.» Deshalb forderte er mittels Motion einen Planungsbericht. Dieser soll unter anderm die Ursache für den Grundwasseraufstoss vertieft untersuchen sowie Verursacher eruieren und allenfalls zur Kasse bitten.

«Falls es verjährt ist, wozu so viel Geld ausgeben?»

Der Gemeinderat war in der Einwohnerratssitzung am Donnerstag zwar zur Entgegennahme des Vorstosses bereit – allerdings nur als Postulat. Grund: die Kosten. «Ein Planungsbericht, wie in der Motion verlangt, würde uns mit all den zuzuziehenden Experten und rechtlichen Abklärungen gegen 60 000 Franken kosten», sagte Gemeinderat Robert Odermatt (SVP). Man habe die Ursache sehr wohl abgeklärt, und der Verursacher sei seit 2014 bekannt. «Falls das Ganze verjährt sein sollte, wozu noch so viel Geld für geologische Abklärungen ausgeben?» Mit einem Postulat hingegen könne der Gemeinderat schrittweise abklären.

Davon wollte Biese aber nichts wissen - er bestand auf der Motion: «Es geht ja nicht nur um diesen Fall, sondern um Sensibilisierung für die vielen anderen geplante Bauprojekte etwa in Horw Mitte – es sind einfach zu viele Risiken.» Das Parlament überwies die Motion schliesslich mit 16 zu 11 Stimmen. Unterstützung erhielt die FDP vor allem von der L20 und teils von der CVP.

SVP stellt den höchsten Horwer

Der Einwohnerrat von Horw wird ab 1. September von Reto Eberhard (SVP) präsidiert. Er wurde am Donnerstag mit 27 Stimmen zum höchsten Horwer gewählt. «Seit 1. Januar 1971 gibt es den Einwohnerrat – es freut mich sehr, ihm als 49. Präsident für ein Jahr vorzustehen», sagte er. Als Vizepräsidentin wird Claudia Röösli (L20) amten – sie erzielte ebenfalls 27 Stimmen. Der abtretende Präsident Urs Rölli (FDP) freute sich derweil, «wieder mehr Zeit für die Familie zu haben». Es habe jedoch Spass gemacht, den Rat von einer anderen Seite kennen zu lernen. Dabei fiel ihm etwa dies auf: «Bei keiner Sitzung waren wir vollzählig.» (hor)

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