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Horwer Pfadi kann den Untergrund verlassen - dank Gratis-Pavillon

Der Gemeinderat von Horw schenkt der Pfadi eine Kindergarten-Pavillon. Diese haust momentan in einer Zivilschutzanlage. Damit sich eine alte Geschichte nicht wiederholt, ist das Geschenk mit einem Wunsch verbunden.
Roman Hodel
Der Pavillon links geht an die Pfadi (v.l.): Gemeinderat Robert Odermatt sowie Lukas Niederberger und Maik Künzli von der IG Pfadiheim. (Bild: Manuela Jans-Koch (Horw, 22. Juni 2018))

Der Pavillon links geht an die Pfadi (v.l.): Gemeinderat Robert Odermatt sowie Lukas Niederberger und Maik Künzli von der IG Pfadiheim. (Bild: Manuela Jans-Koch (Horw, 22. Juni 2018))

Wo momentan noch Kindergärtler im Kreis sitzen, werden schon bald Wölfli und Bienli herumwuseln: Die Pfadi Horw bekommt den Kindergarten-Pavillon von Kastanienbaum. Die Gemeinde hatte ihn im März zum Verschenken ausgeschrieben, um im Gegenzug die Abbruchkosten zu sparen (Ausgabe vom 29. März). Das Nachsehen haben mehr als ein halbes Dutzend weitere Bewerber – darunter zwei andere Horwer Vereine, Private, Institutionen und andere Gemeinden. Die Pfadi erhält den Zuschlag laut Gemeinderat Robert Odermatt (SVP) aus folgenden Gründen: «Es handelt sich um einen Horwer Verein, sie sind flexibel bezüglich neuem Standort und haben zwischenzeitlich die Möglichkeit, den abgebauten Pavillon einzulagern.»

Als möglichen Standort prüft die Gemeinde mit dem Bundesamt für Strassen (Astra) mehrere Parzellen über dessen Autobahnüberdeckung – unter anderem im Bereich des Abluftkamins. «Dabei geht es aber nicht nur um den Pavillon, sondern um ein Gesamtkonzept», sagt Odermatt. «Eventuell können wir dort den Wünschen von weiteren Horwer Vereinen nachkommen.»

Pavillon beschäftigte auch das Parlament

Damit ein Horwer Verein den Zuschlag erhält, hatte der Einwohnerrat Ende März ein dringliches Postulat der FDP überwiesen. Odermatt betont, dass der Gemeinderat dies auch ohne das Postulat so gehandhabt hätte. Mit der Pfadi hat die Gemeinde einen Vertrag abgeschlossen – Odermatt äussert zudem einen Wunsch: «Es ist uns wichtig, dass die Pfadi Sorge trägt zum Pavillon.» Er sagt dies vor dem Hintergrund, dass das langjährige Pfadiheim neben der heutigen «Landi» am Ende in einem baulich schlechten Zustand war. Es regnete hinein, wodurch die Balken morsch wurden und das Haus in der Folge im Jahr 2012 abgerissen werden musste. Seit einiger Zeit ist die Pfadi in der Zivilschutzanlage Kirchfeld untergebracht.

Lukas Niederberger von der IG Pfadiheim bestätigt «den ohnehin schlechten Zustand des Gebäudes», einem ehemaligen SBB-Wärterhaus: «Wegen eines Missgeschicks kam es dann zu einem Wasserschaden.» Selbstverständlich werde man zum Pavillon Sorge tragen, denn «Freude herrscht» über den Zuschlag. Die Pfadi habe auch alles dafür getan: «Kurz, nachdem bekannt geworden war, dass der Pavillon gratis zu haben ist, habe ich mich mit mehreren Ehemaligen zusammengetan», sagt Alt-Pfadfinder Niederberger. Sie hätten ein sechsseitiges Dokument erstellt und auch das Postulat der FDP sei «kein Zufall» gewesen. Denn die Situation in der Zivilschutzanlage sei unbefriedigend: «Es hat kein Tageslicht, man kann mit den Kindern zu wenig unternehmen.» Der künftige Pavillon hingegen sei hell, mit seinen 10 mal 14 Metern Fläche genug gross und auch isoliert.

Trotzdem kommt auf die Pfadi noch einiges zu: So muss das Gebäude bereits vom 7. bis 10. Juli abgebaut werden, weil danach die Bauarbeiten für die Erweiterung der Schulanlage Kastanienbaum beginnen. «Zum Glück haben uns schon diverse Freiwillige ihre Hilfe zugesichert.» Danach werden die Holzteile im Freien zwischengelagert. Der neue Standort soll bis Ende Jahr definiert sein. «Wir sind tatsächlich flexibel, aber ideal wäre etwas Zentrales und dennoch in der Nähe von Wald und Wiesen – so wie eben die Autobahnüberdeckung», sagt Niederberger.

Pfadi plant ein Sponsoring-Konzept

Die Kosten für den Aufbau und die Erschliessung des Pavillons wird die Pfadi selber tragen müssen. Laut Niederberger ist ein Sponsoring-Konzept mit Crowd­funding in Planung. Einnahmen generiert die Pfadi bloss durch das Papiersammeln. «Und die Reserven möchten wir lieber nicht anzapfen.» Niederberger ist zuversichtlich, finanzielle Unterstützung zu erhalten: «Mit rund 60 aktiven Pfaderinnen und Pfadern leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Horwer Jugend.»

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